Zollkonflikt
Trump verhängt 50-Prozent-Zölle gegen Brasilien: "Hexenjagd" gegen Bolsonaro
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von dpaDonald Trump erlässt neue Zölle.
Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
Donald Trump erhöht den globalen Handelsdruck: Der US-Präsident verhängt neue, teils drastische Einfuhrzölle und mischt sich in Brasiliens Innenpolitik ein.
Das Wichtigste in Kürze
Trump kündigt neue Zölle auf Importe aus über 20 Ländern an - Spitzenreiter ist Brasilien mit 50 Prozent.
In einem Zollbrief an Brasilien kritisiert er den Umgang mit Ex-Präsident Bolsonaro und nennt das Verfahren gegen ihn eine "Hexenjagd".
Ab dem 1. August gelten zusätzlich länderunabhängige Zölle von 50 Prozent auf Kupferimporte, um laut Trump Amerikas Kupferindustrie zu stärken.
US-Präsident Donald Trump macht immer mehr Briefe mit Zollbestimmungen für andere Länder zum 1. August bekannt. Am Mittwochnachmittag (9. Juli, Ortszeit) postete der Republikaner einen Brief an Brasilien mit dem bislang höchsten Wert von 50 Prozent auf die Einfuhr von Produkten in die USA. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva betonte, sein Land lasse sich von niemandem bevormunden. Jede einseitige Erhöhung von Zöllen werde gemäß dem brasilianischen Gesetz über wirtschaftliche Gegenseitigkeit beantwortet.
Trump nimmt Bolsonaro in Schutz: Hexenjagd muss enden
Auffällig ist an diesem Brief im Vergleich zu vorigen, dass Trump darin Brasilien den Umgang mit dem umstrittenen früheren Präsidenten Jair Bolsonaro vorwirft. Der rechte Ex-Präsident steht vor Gericht, weil er nach seiner Wahlniederlage 2022 einen Putschversuch gegen die Regierung seines Nachfolgers Lula geplant haben soll. Er weist die Vorwürfe zurück. Trump schrieb in dem Zollbrief, dass Bolsonaro in seiner Regierungszeit hoch respektiert gewesen sei. Der US-Präsident forderte: "Das ist eine Hexenjagd, die SOFORT! enden sollte".
Stunden zuvor hatte Trump bereits einen weiteren Schub an Briefen bekanntgemacht. Die Europäische Union war zunächst nicht darunter. Die neuen Briefe waren adressiert an Irak, Libyen, Algerien, Moldau, Philippinen, Brunei und Sri Lanka. Seit Montag macht der US-Präsident die neuen Zollregeln für Waren in die USA bekannt. Er rechtfertigt die Zölle mit einem bisherigen Ungleichgewicht.
Das ist der aktuelle Stand mit Start 1. August:
- Japan: 25 Prozent
- Südkorea: 25 Prozent
- Malaysia: 25 Prozent
- Kasachstan: 25 Prozent
- Südafrika: 30 Prozent
- Laos: 40 Prozent
- Myanmar: 40 Prozent
- Tunesien: 25 Prozent
- Bosnien und Herzegowina: 30 Prozent
- Indonesien: 32 Prozent
- Bangladesch: 35 Prozent
- Serbien: 35 Prozent
- Kambodscha: 36 Prozent
- Thailand: 36 Prozent
- Libyen: 30 Prozent
- Irak: 30 Prozent
- Algerien: 30 Prozent
- Moldau: 25 Prozent
- Philippinen: 20 Prozent
- Brunei: 25 Prozent
- Sri Lanka: 30 Prozent
- Brasilien: 50 Prozent
Zölle auf Kupfer
Unterdessen machte Trump bekannt, dass die bereits angekündigten Zölle von 50 Prozent speziell auf Kupfer länderunabhängig ebenfalls ab 1. August gelten werden. Der US-Präsident schrieb auf der Plattform Truth Social: "Amerika wird wieder eine DOMINANTE Kupferindustrie aufbauen."
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