Midterm-Wahlkampf

Trump-Show in Texas: Fünf Lehren vor den wichtigen Midterms

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von Nadine von Parseval

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Trump lockt Wähler mit 5000 Dollar

Videoclip • 01:46 Min • Ab 12


Donald Trump will seine Anhänger für die wichtigen Midterms mobilisieren und stellt sich selbst ins Zentrum des Wahlkampfs. Doch der Republikaner-Parteitag in Texas zeigt auch, mit welchen Problemen seine Partei knapp zwei Monate vor der Abstimmung zu kämpfen hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Donald Trump will die Midterms zur Abstimmung über seine Politik machen.

  • Die Republikaner setzen im Wahlkampf vor allem auf die Mobilisierung ihrer Basis.

  • Außenpolitische Konflikte und knappe Rennen könnten der Partei gefährlich werden.

Mit einem gemeinsamen Schwur stimmt Donald Trump seine Anhänger:innen auf die entscheidende Phase des Wahlkampfs ein. "Wir schwören, dass wir am 3. November rausgehen und wählen werden", spricht der US-Präsident der Menge beim Republikaner-Parteitag in Dallas vor. Das Publikum wiederholt seine Worte – und lacht.

Mit dem Treffen in Texas beginnt für die Republikaner:innen die heiße Phase vor den Zwischenwahlen. In knapp zwei Monaten entscheidet sich, ob die Partei ihre knappen Mehrheiten im Kongress verteidigen kann. Der Parteitag zeigt dabei nicht nur, auf welche Themen Trump setzt. Er macht auch deutlich, wo die größten Risiken für die Republikaner:innen liegen.


1. Trump stellt sich selbst ins Zentrum

Schon die Kulisse in der Veranstaltungshalle lässt keinen Zweifel daran, wer den Wahlkampf prägen soll. Überall sind Bilder des Präsidenten zu sehen. Auch Trump selbst formuliert seine Botschaft unmissverständlich: "Bitte tut so, als würde ich kandidieren", fordert er seine Anhänger:innen mehrfach auf.

Damit versucht der 80-Jährige, seine Basis auch bei einer Wahl zu mobilisieren, bei der sein eigener Name nicht auf dem Stimmzettel steht. Umfragen zufolge waren Anhänger:innen der Demokraten zuletzt motivierter, an den Midterms teilzunehmen.

Die Strategie birgt allerdings ein Risiko. Eine Mehrheit der US-Bevölkerung ist seit längerer Zeit unzufrieden mit Trump. Republikanische Kandidaten, die sich besonders eng an den Präsidenten binden, könnten deshalb auch für dessen Politik verantwortlich gemacht werden.

2. Republikaner warnen vor einem Sieg der Demokraten

Neben Trump selbst setzen die Redner:innen in Dallas auf ein weiteres Mittel, um die eigene Basis an die Wahlurnen zu bringen: Sie zeichnen ein bedrohliches Bild von einem möglichen Erfolg der Demokraten.

Dabei fallen immer wieder Begriffe wie "radikal", "verrückt" oder "Kommunisten". Besonders linke Kandidat:innen der Demokraten, die bei parteiinternen Vorwahlen Erfolge erzielen konnten, werden zur Zielscheibe.

Die Botschaft dahinter ist klar: Für die Republikaner:innen geht es bei den Zwischenwahlen nicht allein um Mehrheiten im Kongress. Sie stellen die Abstimmung als Entscheidung über die politische Zukunft des Landes dar.


3. Selbst Texas ist für die Republikaner kein Selbstläufer

Am 3. November wird das gesamte Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel des Senats neu gewählt. Für Trump steht damit viel auf dem Spiel. Verliert seine Partei auch nur eine der beiden Kammern, dürfte es für den Präsidenten deutlich schwieriger werden, seine politische Agenda durchzusetzen.

Wie angespannt die Lage ist, zeigt eines der ungewöhnlichsten Versprechen Trumps: Jeder erwachsene US-Bürger solle 5.000 Dollar erhalten, wenn die Republikaner:innen ihre Mehrheiten in beiden Kammern behalten. Die Kosten würden sich auf mehr als eine Billion US-Dollar belaufen. Politisch und finanziell gilt eine Umsetzung als unrealistisch.

Ausgerechnet in Texas müssen die Republikaner:innen zudem um einen Senatssitz kämpfen. Trump-Kandidat Ken Paxton tritt dort gegen den Demokraten James Talarico an. Ein demokratischer Erfolg wäre historisch: Seit mehr als drei Jahrzehnten hat Texas keinen demokratischen Senator mehr gewählt.


4. Außenpolitische Krisen kommen zur Unzeit

Eigentlich wollen die Republikaner:innen vor den Midterms mit innenpolitischen Themen punkten. Doch internationale Konflikte könnten ihnen einen Strich durch die Rechnung machen.

Trump räumte inzwischen ein, dass der Iran-Krieg wahrscheinlich erst nach den Zwischenwahlen beendet sein werde. Gleichzeitig treiben die Angriffe auf Öltanker die Energiepreise nach oben. Der Ölpreis erreichte den höchsten Stand seit fast vier Monaten, Diesel kostete in den USA zuletzt so viel wie nie zuvor.

Auch der Zollstreit mit Kanada verschärft sich. Besonders in den nördlichen Bundesstaaten sind viele Unternehmen auf den Handel mit dem Nachbarland angewiesen. Für republikanische Kandidat:innen in diesen Regionen wird Trumps Kurs damit zunehmend zum Wahlkampfthema.

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5. Viel Jubel – aber auch leere Plätze

Wer beim Parteitag dabei ist, zeigt sich größtenteils begeistert. Zahlreiche Besucher:innen tragen Trump-Kappen und -Shirts, immer wieder brandet Applaus auf, wenn der Präsident oder andere Redner seine Politik loben.

Trump selbst bezeichnete das Treffen nach dem ersten Tag auf Truth Social als "riesigen, ausverkauften Erfolg". Doch dieses Bild passt nicht vollständig zu den Aufnahmen aus Dallas: Vor allem zum Auftakt blieben zahlreiche Plätze in der Halle leer.

Einige republikanische Politiker:innen verzichteten bewusst auf die Reise nach Texas und setzten ihren Wahlkampf stattdessen in ihren eigenen Bezirken und Bundesstaaten fort. Ob dahinter teilweise auch der Wunsch steckt, Abstand zum Präsidenten zu halten, bleibt offen.

Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits auf die Zeit nach Trump. Vizepräsident JD Vance gehörte zu den prominentesten Rednern des zweiten Tages. Als er die Bühne betrat, riefen ihm Menschen aus dem Publikum "48" entgegen – eine Anspielung auf den 48. Präsidenten der Vereinigten Staaten.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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