"Es gibt Dinge, die kann nur die USA"
Trump-Knall für die Ukraine: Experte warnt vor dramatischen Folgen des Militärhilfe-Stopps
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von Emre BölükbasiNach einem Zerwürfnis mit dem ukrainischen Staatsoberhaupt Selenskyj im Oval Office hat US-Präsident Trump die Militärhilfen für die Ukraine vorerst auf Eis gelegt. (Archivbild)
Bild: Mystyslav Chernov/AP/dpa
Die USA legen ihre Militärhilfe für die Ukraine vorerst auf Eis. Was bedeutet das jetzt für den Verteidigungskrieg des Landes gegen Russland? Der Politikwissenschaftler Nico Lange spricht eine dringende Warnung aus.
Das Wichtigste in Kürze
Die USA haben ihre Militärhilfen für die Ukraine vorerst gestoppt.
Der Politologe Nico Lange erklärt im :newstime-Interview, warum manche Lieferungen der USA so bedeutend für die Verteidigung der Ukraine waren und auch nicht ersetzbar seien.
Mit einem Appell richtet er sich auch an die Verbündeten der Ukraine.
Es ist eine Zäsur im Ukraine-Krieg: Die USA, bislang der stärkste finanzielle Unterstützer und der größte Waffenlieferant Kiews, stoppen vorerst ihre Militärhilfe. Während die EU jetzt händeringend neue Unterstützungspläne für die Ukraine ausarbeiten will, erklärt der Politologe Nico Lange im :newstime-Interview: "Es gibt Dinge, die kann nur die USA - und die können wir nicht".
Zum Interview:
Dramatischer Einschnitt für Kiew?
Konkret unterstrich der Experte die Bedeutung von US-Waffen für die Verteidigung der Ukraine. "Es gibt bestimmte Abstandswaffen, zum Beispiel ATACMS, die kommen nur aus den USA und die Munition dafür kommt nur aus den USA." Washington liefere zudem auch etwa Munition für Flugzeuge, "die gegen die elektronische Kampfführung der Russen sehr gut geeignet ist". Mit dem Wegfall der US-Militärhilfen würden dem Kriegsland diese und zahlreiche weitere Waffen fehlen, so Lange.
Mittlerweile könne die Ukraine jedoch auch viele Waffen selbst produzieren. "Die Hälfte der Bedarfe auf dem Schlachtfeld wird von ukrainischer Industrie gedeckt", erklärt der Politikwissenschaftler. Durch noch mehr Investition könne vieles, was durch die fehlende US-Militärhilfe wegfalle, ausgeglichen werden.
Aktivere Rolle Deutschlands gefordert
Der Experte appellierte an die Verbündeten der Ukraine, sich stärker für das Land einzusetzen. Auch wenn die Europäische Union vieles, was die USA bislang lieferten, nicht ersetzen könne, könne "bei vielen anderen Dingen" mehr möglich sein. "Aber man muss eben wollen und nicht sagen 'das ist zu teuer, das wollen wir nicht. Andere Sachen sind uns wichtiger'", forderte er.
Auch Deutschland müsse eine aktivere Rolle bei der Gestaltung der Ukraine-Hilfen übernehmen. "Für uns Deutsche ist die Frage: Gucken wir zu, was andere machen oder sind wir da dabei?"
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