Freinsheim
Rheinland-Pfalz: Storchen-Küken aus Dachrinne gerettet
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von dpaDen Sturz aus dem Nest hat dieses zwei Wochen alte Storchenküken überlebt: Feuerwehrleute retteten es vom Kirchendach in Freinsheim.
Bild: Marie-Louise Wiesenbach/privat/dpa
Die Feuerwehr im pfälzischen Freinsheim hatte einen außergewöhnlichen Einsatz. Ein zwei Wochen altes Storchenküken war aus dem Nest gefallen und zunächst unauffindbar.
Das Wichtigste in Kürze
Die Feuerwehr in Freinsheim hat einem Storchenküken das Leben gerettet.
Das zwei Wochen alte Tier lag in einer Dachrinne der Kirche.
Es war von seinen Eltern aus dem Nest geworfen worden.
Zu einem ungewöhnlichen Rettungseinsatz ist die Freiwillige Feuerwehr in Freinsheim (Kreis Bad Dürkheim) gerufen worden: Sie musste ein zwei Wochen altes Storchenküken vom Dach der protestantischen Kirche retten.
Ein aufmerksamer Betrachter der dort montierten Storchenkamera hatte beobachtet, dass nur noch zwei von drei Küken im Nest zu sehen waren und die ehrenamtlich arbeitenden Storchenfreunde alarmiert. Marie-Louise Wiesenbach und ihr Mann Florian Graus, die die Kamera vor vier Jahren installiert hatten, konnten daraufhin zurückverfolgen, dass das Storchenweibchen am Sonntag gegen 8:14 Uhr das kleinste Küken aus dem Nest geworfen hatte. "Marie und ich sind zur Kirche gefahren, konnten aber von unten nichts ausmachen", berichtete Graus der Deutschen Presse-Agentur.
Nur mit Drehleiter der Feuerwehr war Küken aufzufinden
Daraufhin bat er um Unterstützung in seiner Feuerwehrgruppe. Mit Erfolg: Seine Kameraden Alexander Link und Lukas Stamp erklärten sich spontan zur Hilfe bereit und rückten mit der Drehleiter an. Die drei Feuerwehrmänner konnten das Küken schließlich lebend in der Dachrinne entdecken und bergen.
Marie-Louise Wiesenbach, die über das Geschehen im Storchennest regelmäßig auch auf dem Instagram-Kanal "storchenkamerafreinsheim" berichtet und dort 1.000 Follower:innen hat, brachte das Tier schließlich nach Rücksprache mit dem Experten Christian Reis zum Storchenzentrum Bornheim, wo es nun aufgepäppelt wird.
"Äußerlich geht es dem Kleinen gut. Wie es innerlich aussieht, können wir natürlich nicht sagen. Aber es sieht gut aus, weil er klappert und selbstständig frisst", sagte Reis. "Wenn er die nächsten ein bis zwei Nächte überlebt und weiterhin so gut frisst, stehen die Chancen sehr gut, dass er flügge wird." Zunächst werde man in der Station ein besonderes Auge auf den Jungvogel haben, danach könne er dann zu den Ammen in die Voliere gesetzt werden, die ihn dann mit anderen Küken aufziehen.
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Dass Störche Küken aus dem Nest werfen, ist nach Angaben des Experten nichts Ungewöhnliches, sondern eher die Regel, wenn mehr als zwei Küken geschlüpft sind. Damit sollen die Überlebenschancen der stärksten Nachkommen gesichert werden. Die Schwächsten werden von den Eltern über das Nest "aussortiert" oder auch, wenn sie zu klein sind, gefressen, um keine Fressfeinde anzulocken.
Auch in Freinsheim waren ursprünglich vier Küken geschlüpft und eines davon bereits nach wenigen Tagen verschwunden. "Klar sieht das für uns Zuschauer, für uns Menschen, immer schwierig aus und wir können die Entscheidung oft nicht nachvollziehen", sagte Reis, "aber die Tiere machen genau das Richtige und das schon seit Tausenden von Jahren so."
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