"Polizei war verdutzt"

Trump angezeigt: Grönländer wehrt sich gegen US-Übernahme

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von Joachim Vonderthann

Ein erster Grönländer hat jetzt Strafanzeige gegen US-Präsident Trump wegen dessen Gebietsansprüchen gestellt.

Bild: Evgeniy Maloletka/AP


Donald Trumps Pläne zur Annexion Grönlands schrecken nicht nur Europa auf. Auch die Grönländer:innen selbst sind zutiefst irritiert. Einer wehrt sich jetzt auf ungewöhnliche Weise.

Das Wichtigste in Kürze

  • Donald Trump will Grönland notfalls mit Gewalt den USA einverleiben.

  • Ein Einwohner der Arktis-Insel wehrt sich jetzt auf ganz eigene Art.

  • Hans Christian Nørgaard stellt Strafanzeige gegen den US-Präsidenten.

Hans Christian Nørgaard reicht es mit Donald Trump. Als erster Einwohner Grönlands hat er jetzt eine Strafanzeige gegen den US-Präsidenten gestellt. Der Grund: Trumps immer aggressiver vorgetragene Drohungen, Grönland den USA einverleiben zu wollen.

Am 13. Januar ging Nørgaard zur Polizeistation in der Hauptstadt Nuuk und überreichte den Beamten seine Anzeige, wie er "Focus Online" erzählt. "Die beiden Polizeibeamten waren ziemlich verdutzt, als ich um Punkt 8 Uhr die Polizeistation im Stadtzentrum von Nuuk betrat und ihnen die Strafanzeige über den Tresen schob", berichtet der 68-jährige gebürtige Däne.

Grönländer zeigt US-Präsident Trump an

Sie hätten ihn angeschaut und gefragt, ob das sein Ernst sei. 'Ja, das ist es', habe er geantwortet. Die Polizisten hätten erwidert: 'Wir verstehen dich, Hans, aber wir wissen nicht so richtig, was wir damit anfangen sollen."

Trumps Drohungen gegen Grönland verstoßen nicht nur nach Meinung Nørgaards gegen den Willen der Bevölkerung und die nationale Souveränität Dänemarks. Die Strafanzeige des Maler-Meisters autet im Wortlaut:

Hiermit erstatte ich Anzeige gegen den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. (...) Der Präsident droht Grönland, sein Land entweder an ihn selbst oder an das amerikanische Volk zu verkaufen, das nicht zu 100 Prozent dahintersteht. Die Drohung gegenüber der gesamten Bevölkerung ist derart, dass sie ernst genommen und von den zuständigen Behörden strafrechtlich verfolgt werden muss. Mit freundlichen Grüßen, Hans Christian Nørgaard."

Nørgaard will Trumps Drohungen etwas "Zivilisiertes" entgegensetzen

Nørgaard verfolgt Trumps Politik gegenüber Grönland seit Jahren kritisch. Besonders die Aussagen des US-Präsidenten, Grönland "auf die einfache oder harte Art" zu übernehmen, veranlassten ihn zum Handeln. Er habe nicht aggressiv oder verärgert reagieren wollen, sondern etwas "Zivilisiertes" tun, erklärt er "Focus Online". Seine Anzeige soll als juristisches Dokument dienen, um gegebenenfalls Entschädigung zu fordern.

Nørgaard schließt aus, dass die Einwohner:innen der Arktis-Insel ihr Land an die USA verkaufen könnten. Eine Umfrage von 2025 zeigte dem Bericht zufolge deutlich, dass die Mehrheit der grönländischen Bevölkerung – rund 85 Prozent – eine unabhängige Zukunft für die Insel bevorzugt.

Nørgaard ist überzeugt, dass Trumps "imperialistische Politik" auf Widerstand stoßen wird, sowohl in Grönland als auch bei vielen Amerikaner:innen. "Wenn Trump die Welt ändern will, sollte er bei sich selbst anfangen", so Nørgaard abschließend.


Verwendete Quellen:

Focus Online: "'Polizei war verdutzt': Grönländer erzählt von seiner Trump-Anzeige"

Nachrichtenagentur dpa

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