Kein Start vor Juli?
Kampf um die Sommerferien: Länder streiten über gerechte Verteilung und eine mögliche Reform
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Staugefahr zum Ferien-Höhepunkt (31. Juli)
Videoclip • 31 Sek • Ab 12
Der Streit um die Sommerferien geht in eine neue Runde. Mehrere Bundesländer fordern eine gerechtere Termin-Regelung. Bayern und Baden-Württemberg wollen ihren Sonderstatus trotzdem nicht aufgeben.
Das Wichtigste in Kürze
Fast alle deutschen Bundesländer wechseln sich mit dem Sommerferienstart ab – ausgenommen Baden-Württemberg und Bayern.
Viele empfinden diese Ausnahme als ungerecht und fordern eine bundesweite Lösung.
Auch über eine Startgrenze frühestens zum Juli wird diskutiert, die Schüler:innen und Lehrkräfte in Prüfungsphasen entlasten soll.
Während die Sommerferien Mitte August für zahlreiche Bundesländer bereits vorbei sind, starten Bayern oder Baden-Württemberg quasi erst so richtig in den Urlaubsmodus. Genau deswegen gibt es nun Streit: Einige Länder pochen darauf, die bisherige Ferienregelung neu zu gestalten. Doch der Süden stellt sich quer.
Auch in den News:
Sonderstatus des Südens sorgt für Streit
Bundesweit werden die Sommerferientermine im Voraus festgelegt. Für 14 der 16 Länder gilt dabei das sogenannte "rollierende System" – ein Modell, nach dem die Bundesländer abwechselnd früh mit den Ferien beginnen. Bayern und Baden-Württemberg halten sich bislang aus diesem System heraus. Sie starten und beenden als Letzte die Ferienzeit, während für die meisten schon wieder die Schule losgeht. Vor allem in nördlicheren Teilen Deutschlands erregt das großes Missfallen.
"Eine von allen Ländern gemeinsam getragene Regelung würde zu einer höheren Akzeptanz in der Bevölkerung beitragen und zugleich eine größere Diversität bei den Ferienterminen der Bundesländer ermöglichen", so etwa Julia Willie Hamburg (Bündnis 90 / Die Grünen), Kultusministerin Niedersachsens, im Bericht der "Bild". Das sieht man im Süden anders. Den Angaben zufolge wollen Bayern und Baden-Württemberg an ihrer Sonderstellung festhalten. Auch die Idee, die Sommerferien bundesweit nicht vor Juli zu beginnen, stößt hier auf Kritik.
"Ein Ferienstart für alle Länder erst nach dem 1. Juli wäre der falsche Weg", betont Bayerns Tourismus-Ministerin Michaela Kaniber (CSU) nach Angaben der "Bild". Zudem würde die geballte Besucherzahl beliebte Urlaubsorte überlasten.
Die Gegenseite beruft sich auf den Stress der Schüler:innen mit einem frühen Ferienbeginn. Dieser erschwere eine sinnvolle Unterrichtsplanung, heißt es nach "Bild"-Informationen. Julia Wilie Hamburg führt außerdem den Zeitdruck innerhalb einer folglich kurzen Prüfungsperiode an.
Bis 2030 hat die Kultusministerkonferenz (KMK) die Ferientermine festgelegt. Eine Änderung wäre damit frühestens zum Schuljahr 2030/31 möglich.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Bild: "Krach um Start der Sommerferien nach dem 1. Juli"
ADAC: "Sommerferien 2026: Die Termine für alle Bundesländer"
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