Überrachende Wende
So sieht Trumps Grönland-Deal aus - Streit im US-Regierungsteam
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Keine Gewalt? Trumps Grönland-Wende
Videoclip • 02:43 Min • Ab 12
Nach massiven Drohungen verkündet US-Präsident Trump in Davos plötzlich eine Einigung in der Grönland-Frage. Wie der Deal aussehen soll und warum es im Trump-Team massive Uneinigkeiten gab.
Das Wichtigste in Kürze
Im Grönland-Streit hat Donald Trump überraschend eine Einigung verkündet.
Der Deal soll laut "Welt" vier Säulen beinhalten.
Der Grönland-Kurs war innerhalb des Trump-Teams heftig umstritten.
US-Präsident Donald Trump ist am Mittwoch (21. Januar) überraschend von seiner Drohung abgerückt, im Streit um Grönland Strafzölle gegen acht europäische Staaten zu verhängen. Nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Davos stellte er eine Einigung in Aussicht, die den tiefsten Riss in den transatlantischen Beziehungen seit Jahrzehnten abwenden könnte. Es sei ein Rahmenabkommen zu einer zukünftigen Vereinbarung über die Insel erzielt worden, schrieb Trump auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. Die Einigung solle neben dem geplanten Raketenabwehrsystem "Golden Dome" auch den US-Zugang zu kritischen Mineralien sichern und die Ambitionen Russlands und Chinas in der Arktis blockieren. "Es ist ein Deal, mit dem alle sehr zufrieden sind", sagte Trump. "Es ist ein Deal für die Ewigkeit."
Trumps Grönland-Wende: "Gibt noch viel zu tun"
NATO-Generalsekretär Rutte betonte unterdessen, dass beim politischen Streitthema Grönland noch viel Arbeit vor den beteiligten Parteien liege. In Gesprächen mit Trump am Rande des Weltwirtschaftsforums sei man am Mittwoch übereingekommen, dass man die Arktisregion gemeinsam schützen müsse, sagte der Niederländer dem US-Sender Fox News. Natürlich würden die USA aber auch ihre Gespräche mit Grönland und Dänemark fortsetzen, wenn es etwa darum gehe, einen Zugang Russlands und Chinas zur Wirtschaft Grönlands zu verhindern.
Er halte das für ein "sehr gutes Ergebnis", sagte Rutte und schob nach: "Es gibt noch viel zu tun." Man habe vereinbart, an der Frage zu arbeiten, was die NATO gemeinsam zum Schutz der gesamten Arktisregion beitragen könne. Es gebe viel zu tun, um sicherzustellen, dass alles Notwendige zu Land, zu Wasser und in der Luft unternommen werde, um diesen wichtigen Teil der Welt und des Nato-Gebiets zu schützen.
Die Frage, ob der Rahmen für ein mögliches Grönland-Abkommen, den Trump zuvor verkündet hatte, vorsehe, dass die weitgehend autonome Arktisinsel weiterhin zum Hoheitsgebiet Dänemarks gehöre, beantwortete Rutte nicht abschließend. Das Thema sei in seinen Gesprächen am Abend nicht mehr zur Sprache gekommen, sagte er. Der Schwerpunkt dabei lag demnach auf dem Schutz Grönlands.
Die vier Säulen des Grönland-Deals
Die "Welt" berichtet derweil unter Berufung auf NATO-Kreise über weitere Details des Grönland-Deals. Er soll demnach auf vier Säulen basieren.
Erstens sind die Zoll-Drohungen Trumps vom Tisch.
Zweitens darf Trump sein Raketenabwehrsystem "Golden Dome" auf Grönland errichten. In dem Rahmen soll das Stationierungsabkommen von 1951 neu verhandelt werden.
Sollten China oder Russland versuchen, "auf Grönland Rohstoffe abzubauen oder Infrastruktur zu kaufen", räumen die Europäer den USA drittens ein Vetorecht ein bei der Investitionskontrolle, so die "Welt" weiter.
Viertens verpflichten sich die europäischen NATO-Länder "zu einem stärkeren Engagement in der Arktis"
Streit im Trump-Team um Grönland-Kurs
Der Vorstoß von US-Präsident Donald Trump in der Grönland-Frage hat einem Medienbericht zufolge zu erheblichen Spannungen unter seinen engsten Beratern geführt. Demnach drängten Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio auf einen diplomatischen Mittelweg. Dagegen sei der stellvertretende Stabschef Stephen Miller offen dafür gewesen, eine Annexion und den Einsatz militärischer Gewalt als Optionen beizubehalten, hieß es unter Berufung auf zwei Quellen im Weißen Haus. Die Idee, Strafzölle als Druckmittel einzusetzen, sei von Handelsminister Howard Lutnick gekommen.
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Nachrichtenagentur Reuters
Welt: "Verkauf vom Tisch? So sieht der Grönland-Deal mit Trump aus"
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