Grönland

Trump spricht von bevorstehendem Deal - vorerst doch keine neuen Zölle gegen Europäer

Veröffentlicht:

von dpa

:newstime

Trump: Werden bei Grönland keine Gewalt anwenden

Videoclip • 03:30 Min • Ab 12


Trump stoppt die geplanten 10-Prozent-Aufschläge für EU-Länder. Im Gegenzug deutet er eine Annäherung in der Kausa Grönland und einer Kooperation bei der strategischen Sicherung der Arktis an.

Das Wichtigste in Kürze

  • Europa kann vorerst aufatmen .

  • US-Präsident Trump setzt die angedrohten Strafzölle zum 1. Februar aus.

  • Grund sei eine Annäherung im Streit um Grönland und die Arktis nach einem Treffen mit dem NATO-Chef.

US-Präsident Donald Trump will seine Drohung von Strafzöllen gegen Deutschland und andere europäische Länder zum 1. Februar doch nicht wahr machen. Zur Begründung verwies Trump in seinem Post auf der Plattform Truth Social darauf, dass basierend auf einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei. Was genau in dieser angeblichen Vereinbarung stehen soll, blieb unklar.

Diese Lösung werde, wenn sie umgesetzt werde, für die USA und alle NATO-Mitglieder von großem Nutzen sein, betonte Trump. "Auf der Grundlage dieser Übereinkunft werde ich die Zölle, die am 1. Februar in Kraft treten sollten, nicht verhängen." Trump will einen Verkauf Grönlands von Dänemark an die USA erzwingen. Dänemark stemmt sich dagegen.


Gesräche über "Golden Dome"

Trump kündigte an, dass weitere Gespräche zum "Golden Dome" liefen. Er hatte bereits mehrfach betont, dass Grönland elementar sei für den Aufbau der geplanten Raketenabwehr. US-Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, der Sondergesandte Steve Witkoff und andere würden die Verhandlungen für die USA führen. Wobei es bei den Verhandlungen im Detail geht, ließ Trump offen.

Am Samstag hatte der US-Präsident in einem beispiellosen Schritt unter Verweis auf den Grönland-Konflikt Zölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Staaten angedroht – alle von ihnen NATO-Länder, die Widerstand gegen Trumps Besitzansprüche auf die Arktisinsel geäußert haben.

FAQ: Trump beansprucht Grönland für die USA

Präsident Donald Trump hat seine Ambitionen auf Grönland Anfang 2026 massiv verschärft und betrachtet die Insel als essenziell für die nationale Sicherheit der USA. Washington begründet diesen Anspruch vor allem mit der geostrategischen Lage in der Arktis sowie dem Zugang zu riesigen Vorkommen an Seltenen Erden, die für moderne Technologien unverzichtbar sind. Trump argumentiert zudem, dass Dänemark die Insel nicht ausreichend gegen den wachsenden Einfluss Russlands und Chinas schützen könne. Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, droht die US-Regierung europäischen Staaten sogar mit massiven Strafzöllen und schließt militärischen Druck nicht mehr aus.

Sowohl die grönländische Regierung in Nuuk als auch die dänische Regierung lehnen einen Verkauf oder eine Übernahme der Insel kategorisch ab und betonen Grönlands Recht auf Selbstbestimmung. In der Hauptstadt Nuuk demonstrierten im Januar 2026 Tausende Menschen gegen die US-Pläne, da sie weder von Dänemark noch von den USA abhängig sein wollen. Dänemark sieht in den US-Drohungen einen Bruch völkerrechtlicher Normen und eine Belastung für das NATO-Bündnis. Trotz der Spannungen bleibt Grönland offiziell ein autonomer Teil des dänischen Königreichs, strebt jedoch langfristig nach vollständiger Unabhängigkeit.

Die Europäische Union steht fest an der Seite Dänemarks und bereitet derzeit wirtschaftliche Gegenmaßnahmen, eine sogenannte "Handels-Bazooka", gegen die angedrohten US-Zölle vor. Mehrere europäische Staaten, darunter Deutschland und Frankreich, haben im Januar 2026 symbolisch Militärpersonal und Erkundungsteams nach Grönland entsandt, um ihre Solidarität auszudrücken. Der Konflikt wird in Brüssel als historische Bewährungsprobe für die europäische Souveränität gesehen, da die USA versuchen, einzelne EU-Mitglieder durch wirtschaftlichen Druck zu spalten. Ein geplanter EU-Sondergipfel soll nun eine geschlossene diplomatische und ökonomische Antwort auf die Eskalation formulieren.

Vorerst keine neuen Zölle gegen EU-Länder

Trump wollte ursprünglich ab 1. Februar Zölle in Höhe von 10 Prozent verhängen, ab dem 1. Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent - auf alle Waren, die in die USA gesendet werden. Aktuell gilt seit Sommer für die meisten EU-Exporte nach Amerika ein Zollsatz von 15 Prozent.

Für Donnerstag ist ein EU-Sondergipfel geplant, bei dem es um den Umgang mit Trumps Zolldrohung gehen soll. Dieser soll weiterhin stattfinden, sagte eine Sprecherin von Ratspräsident António Costa.

Mehr entdecken