"Sehr schwierige Situation"
Schlägt jetzt der Iran zu? Experte sieht Hisbollah "massiv geschwächt"
Aktualisiert:
von Emre BölükbasiNach den jüngsten Entwicklungen im Libanon steht die Hisbollah laut dem Experten Fathollah-Nejad vor großen Problemen.
Bild: Vasily Krestyaninov/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa
Zahlreiche Anführer der Hisbollah-Miliz sind bei israelischen Angriffen getötet worden. Der Politologe Ali Fathollah-Nejad sieht darin große Probleme für die Zukunft der Miliz. Plant aber der Iran jetzt Vergeltungsangriffe?
Die jüngstenAngriffe Israels auf die Hisbollah haben die Miliz laut dem Politikwissenschaftler Ali Fathollah-Nejad "massiv geschwächt". Der Experte stellte in einem :newstime-Interview vom Sonntag (29. September) Probleme "geheimdienstlicher Natur" fest, etwa durch die jüngsten Pager- und Walkie-Talkie-Explosionen im Libanon. Zudem sei "die gesamte Führungsriege" der Miliz ausgeschaltet worden - zuletzt durch die Tötung des Generalsekretärs Hassan Nasrallah.
Fathollah-Nejad stellte zudem fest, dass es "Probleme, ob man überhaupt in der Lage ist, operationell und militärisch vorzugehen", gebe. "Es ist eine sehr, sehr schwierige Situation für die Hisbollah, sich überhaupt wieder fassen zu können", betonte er.
Holt der Iran jetzt zum Rundumschlag aus?
Für Teheran stellt der Tod Nasrallahs dem Experten zufolge eine "große Blöße" und einen "herben Rückschlag" dar. "Nasrallah ist der wichtigste Mann der iranischen Regionalpolitik gewesen, hatte auch sehr enge Beziehungen zum Obersten Führer der Islamischen Republik Iran, Ali Chamenei", erinnerte er.
Dennoch sei eine zurückhaltende Rhetorik des Iran zu beobachten, so der Politologe. Statt einer direkten, großen Aktion gegen Israel werde eine "kollektive Aktion" angekündigt. "Die Islamische Republik Iran hat nach wie vor wichtige Gründe, weswegen man einem großen Krieg gegen Israel und womöglich den USA im Schlepptau abneigend gegenübersteht", resümierte er.
Der Iran sei Israel etwa militärisch sehr stark unterlegen. "Geheimdienstlich gibt es wahrscheinlich eine starke Infiltration des Machtzentrums in Iran, aber auch der Hisbollah, wie wir gesehen haben und nicht zuletzt wirtschaftlich kann sich das iranische Regime keinen großen Krieg leisten."
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