Innere Sicherheit
Sachsen: Behörden melden 13 Drohnenvorfälle über kritischer Infrastruktur
Veröffentlicht:
von Fabia Söllner:newstime
Drohnenfund: Sicherheitsrat gefordert
Videoclip • 01:35 Min • Ab 12
Der Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle hat große Aufmerksamkeit erregt. Aktuelle Daten zeigen, wie oft Drohnen zuletzt über sicherheitsrelevanten Einrichtungen in Sachsen gesichtet wurden.
Das Wichtigste in Kürze
Im ersten Halbjahr wurden in Sachsen 13 sicherheitsrelevante Drohnenüberflüge registriert.
Zusätzlich erfassten die Behörden acht Verdachtsfälle auf Sabotage oder Ausspähung.
Nach dem Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle werden bessere Systeme zur Drohnenerkennung gefordert.
Im ersten Halbjahr wurden in Sachsen 13 sicherheitsrelevante Drohnenflüge über kritischen Infrastrukturen und anderen besonders geschützten Einrichtungen registriert. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage des Linken-Politikers Rico Gebhardt hervor.
Die meisten Vorfälle entfielen auf den Bereich Transport und Verkehr (acht), gefolgt vom Energiesektor (vier) sowie Staat und Verwaltung (einer). Die meisten Meldungen kamen aus Leipzig und dem Landkreis Nordsachsen mit jeweils vier Fällen. Aus Sicherheitsgründen nannte das Innenministerium keine Angaben zu den betroffenen Einrichtungen.
Piloten unbekannt
Bei den registrierten Drohnenvorfällen kam es weder zu Personen- noch zu Sachschäden. In lediglich drei Fällen konnten die Verantwortlichen ermittelt werden. Nach dem damaligen Stand der Ermittlungen gab es keine Hinweise auf Spionage, Sabotage, Terrorismus oder andere hybride Bedrohungen.
Der jüngste Fund einer mit Sprengstoff ausgestatteten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle ist in der Statistik mit Stichtag 8. Juli noch nicht enthalten. Die Drohne war in der Nacht zu Mittwoch auf einer Start- und Landebahn entdeckt worden. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen enthielt die Sprengvorrichtung die Explosivstoffe Semtex und PETN. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen.
Weitere Fälle hybrider Bedrohung
Neben den gemeldeten Drohnenüberflügen wurden im ersten Halbjahr zudem acht mutmaßliche Sabotage- oder Ausspähungsfälle erfasst. Sechs dieser Vorfälle stuften die Sicherheitsbehörden zunächst als mögliche hybride Bedrohungen ein. Hinweise auf eine Beteiligung ausländischer Staaten oder Geheimdienste konnten bislang jedoch nicht festgestellt werden.
Nach dem Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle fordert der innenpolitische Sprecher der Linken, Rico Gebhardt, Konsequenzen. Aus seiner Sicht muss Sachsen die Fähigkeiten zur Erkennung von Drohnen deutlich ausbauen, insbesondere zum Schutz sensibler Einrichtungen. Im vergangenen Jahr wurden im Freistaat insgesamt 21 sicherheitsrelevante Drohnenflüge über kritischen Infrastrukturen, militärischen Anlagen und Rüstungsbetrieben registriert.
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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