Neue Spannungen
Russisches Kriegsschiff: Britische Marine verfolgt Schießübung im Ärmelkanal
Aktualisiert:
von Claudia Scheele:newstime
Schattenflotte im Fokus: Russland diskutiert Sprengstoff auf Öltankern
Videoclip • 01:15 Min • Ab 12
Vor der englischen Küste hat ein russisches Kriegsschiff mit scharfer Munition geübt. Die Royal Navy beobachtete das Manöver genau.
Das Wichtigste in Kürze
Ein russisches Kriegsschiff hat laut britischem Verteidigungsministerium rund 40 Seemeilen südlich von Plymouth mit scharfer Munition geübt.
Die Royal Navy und ein französisches Militärflugzeug überwachten das Manöver, eine Gefahr für Großbritannien habe nicht bestanden.
Der Zeitpunkt kurz vor dem Amtsantritt des neuen Premiers Andy Burnham sorgt für Spekulationen, ob das Signal bewusst gesetzt wurde.
Ein russisches Kriegsschiff hat vor der englischen Küste eine Schießübung mit scharfer Munition durchgeführt. Das berichten "BBC", "Sky News" und "Focus Online" unter Berufung auf das britische Verteidigungsministerium. Demnach fand das Manöver rund 40 Seemeilen südlich von Plymouth in internationalen Gewässern statt.
Die Royal Navy überwachte die Übung nach britischen Angaben durchgehend. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, man "verfolgt die Aktivitäten des Schiffes weiterhin genau". Eine unmittelbare Gefahr für Großbritannien habe nach Darstellung des Ministeriums zu keinem Zeitpunkt bestanden.
Briten und Franzosen beobachten das Manöver
Nach den Berichten war neben der Royal Navy auch ein französisches Militärflugzeug im Einsatz. Dieses habe Funkkontakt mit dem russischen Schiff aufgenommen und es aufgefordert, seine Absichten zu erklären, schreibt die "BBC". Vor dem Abfeuern hätten die Russen das britische Schiff demnach informiert, dass eine Artillerieübung durchgeführt werde.
Die Dauer des Manövers wird in den Berichten mit rund 30 Minuten angegeben. Uneinheitlich ist dagegen, welches russische Schiff genau beteiligt war. "t-online" berichtet unter Berufung auf die "BBC" von der Fregatte "Neustrashimy", während "Focus Online" unter Verweis auf "The Sun" die Fregatte "Admiral Grigorowitsch" nennt. Unstrittig ist aber, dass es sich um ein bewaffnetes russisches Kriegsschiff handelte, das von britischen Einheiten beschattet wurde.
Politischer Zeitpunkt sorgt für Spekulationen
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt der Zeitpunkt der Übung. Sie fiel mit dem Amtsantritt des neuen britischen Premiers Andy Burnham zusammen, der am Montag von König Charles III. ernannt wurde. Britische Verteidigungskreise wollten sich nicht dazu äußern, ob das russische Manöver bewusst auf diesen politischen Moment abgestimmt gewesen sein könnte.
Der Vorfall passt in ein insgesamt angespanntes Bild. Russische Kriegsschiffe passieren regelmäßig die internationalen Gewässer im Ärmelkanal zwischen Großbritannien und Frankreich. Zugleich berichtet "Sky News", dass russische Marineeinheiten zuletzt auch Tanker der sogenannten Schattenflotte durch den Kanal begleitet hätten. Erst im Juni hatte das britische Militär einen russischen Öltanker der Schattenflotte im Ärmelkanal gestoppt.
Verwendete Quellen:
t-online: "Russisches Schiff schießt vor britischer Küste scharf"
Focus Online: "Russen-Kriegsschiff schießt vor britischer Küste scharf"
BBC: "Russian warship carried out firing exercise off Plymouth coast"
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