Spannung vor der Küste
Russische Fregatte "Admiral Grigorowitsch" sorgt vor Großbritannien für neue Sicherheitsdebatte
Veröffentlicht:
von Benedikt RammerDie "Admiral Grigorowitsch" ist seit fast zwei Monaten unbehelligt in Gewässern rund um Großbritannien unterwegs.
Bild: ITAR-TASS
Ein russisches Kriegsschiff patrouilliert seit Wochen in Gewässern nahe der englischen Küste. Die Fregatte "Admiral Grigorowitsch" wurde dabei auch in der Nähe eines Offshore-Windparks vor Suffolk beobachtet.
Das Wichtigste in Kürze
Die russische Fregatte "Admiral Grigorowitsch" wird seit Wochen nahe Großbritannien und bei einem Windpark vor Suffolk beobachtet.
Kritiker:innen werfen der britischen Regierung vor, trotz harter Ankündigungen nicht direkt eingegriffen zu haben.
Das Verteidigungsministerium betont, die Royal Navy habe das Schiff und weitere russische Einheiten fortlaufend überwacht.
Die russische Fregatte "Admiral Grigorowitsch" ist seit fast zwei Monaten in Gewässern rund um Großbritannien unterwegs. Nach Berichten von "The Telegraph" eskortierte das Schiff mehrere russische Tanker der sogenannten Schattenflotte durch den Ärmelkanal und andere Gebiete nahe des Vereinigten Königreichs. Auch in der Nähe des Offshore-Windparks Galloper vor der Küste von Suffolk wurde die Fregatte gesichtet.
Brisant ist der Fall, weil Premierminister Keir Starmer im März angekündigt hatte, härter gegen Russlands Schiffsverkehr vorzugehen. Kritiker:innen werfen der Regierung nun vor, trotz der Patrouillen nicht eingegriffen zu haben. Laut "The Telegraph" begleitete die Fregatte seit ihrer ersten Sichtung mehr als ein Dutzend Tanker.
Überwachung statt Abfangen
Das britische Verteidigungsministerium widerspricht jedoch dem Eindruck, die Royal Navy habe nicht reagiert. Ein Sprecher erklärte: "Es ist falsch zu behaupten, es habe kein Eingreifen gegeben." Die Marine habe russische Militärschiffe konsequent überwacht und dabei Schiffe, Flugzeuge und die Abstimmung mit der Nato eingesetzt.
Nach Angaben der Royal Navy wurde die "Admiral Grigorowitsch" im April täglich beobachtet, unter anderem durch die Schiffe HMS Tyne, HMS Mersey und HMS Severn. Auch Hubschrauber und Versorgungsschiffe seien im Einsatz gewesen. Gründe für ein mögliches direktes Anhalten der eskortierten Tanker seien laut Regierungsvertreter:innen rechtliche und operative Risiken sowie die Gefahr einer militärischen Eskalation.
Auch in den News:
Sorge um kritische Infrastruktur
Besondere Aufmerksamkeit erregte die Sichtung nahe des Windparks Galloper, der rund 400.000 Haushalte mit Strom versorgt. Warum sich die russischen Schiffe dort aufhielten, ist unklar. In Großbritannien wächst aber die Sorge um kritische Infrastruktur auf See, etwa Windparks und Unterseekabel.
Verteidigungsminister John Healey hatte zuletzt von einem Anstieg russischer Marineaktivitäten in britischen Gewässern um 30 Prozent gesprochen. Konkrete Hinweise auf Beschädigungen an Unterseekabeln gebe es aber bislang nicht.
Verwendete Quellen:
The Telegraph: "Russian frigate spends months escorting sanctioned tankers through Channel"
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