Zwei Stimmen fehlen noch
Prozess gegen Bolsonaro: Erster Richter für Freispruch
Veröffentlicht:
von Michael ReimersEx-Präsident Jair Bolsonaro steht unter Hausarrest.
Bild: AP
Darf Brasiliens Ex-Präsident Jair Bolsonaro noch hoffen? Nachdem zwei Richter für seine Verurteilung gestimmt haben, sieht ein dritter die Beweislage anders.
Das Wichtigste in Kürze
In Brasilien hat sich ein Richter am Obersten Gerichtshof für einen Freispruch von Ex-Präsident Jair Bolsonaro ausgesprochen.
Zuvor hatten zwei Richter für seine Verurteilung gestimmt.
Bei der fünfköpfigen Kammer ist für eine Verurteilung eine Mehrheit von drei Stimmen nötig.
Neue Spannung im Prozess gegen Brasiliens Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro: Nachdem zwei Richter bereits für eine Verurteilung wegen eines versuchten Staatsstreichs gestimmt hatten, sprach sich ein dritter nun für einen Freispruch aus.
Richter Luiz Fux argumentierte in einer über zehnstündigen Rede, dass nach der Analyse der vorliegenden Beweise keine Grundlage bestehe, Bolsonaro einen Staatsstreich nachzuweisen. Er sieht keine Beweise dafür, dass die Angeklagten die Ausschreitungen hätten geschehen lassen. Im Gegenteil: Es gebe Hinweise, dass sie, sobald die Zerstörungen begannen, Maßnahmen ergriffen hätten, um die Invasion des Gerichtsgebäudes zu verhindern.
Eine gesamtschuldnerische Bestrafung ohne individuelle Zuweisung von Taten sei unzulässig. "Die größte Verantwortung der Richterschaft ist es, bei Gewissheit zu verurteilen - und die Demut zu haben, bei Zweifel freizusprechen", sagte Fux.
Mehrheit von drei Stimmen nötig
Damit stellte sich Fux gegen die Richter Alexandre de Moraesund Flávio Dino, die schon am Dienstag für eine Verurteilung Bolsonaros gestimmt hatten. Sie bezeichneten den Ex-Präsidenten als "Anführer einer kriminellen Organisation". Bis zum Urteil können die Richter ihre Position noch ändern.
Bei der fünfköpfigen Kammer des Obersten Gerichts ist für eine Verurteilung eine Mehrheit von drei Stimmen nötig. Die Stimmen von zwei weiteren Richtern stehen noch aus, sodass der Ausgang noch ungewiss bleibt.
Bolsonaro soll nach seiner Wahlniederlage Ende 2022 mit Verbündeten einen Staatsstreich gegen die Regierung seines linken Nachfolgers Luiz Inácio Lula da Silva geplant haben. Am 8. Januar 2023 stürmten Anhänger des Rechtspolitikers Kongress, Oberstes Gericht und Präsidentenpalast in Brasília. Das Urteil in dem Prozess wird für diesen Freitag erwartet.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Mehr News

"Totale Katastrophe"
Wegen Software-Problemen: Bundeswehr droht Reparatur-Stopp

Restaurants & Co.
Muss mir das Restaurant gratis Leitungswasser ausschenken?

Großes Update
iOS 27.2 von Apple: Das ändert sich jetzt für iPhone-Nutzer

Stille am Ende der Leitung
Silent Calls: Das steckt hinter den Anrufen ohne Stimme
Bundesländer
Reformationstag und Allerheiligen: Wo sind es Feiertage?

:newstime-Reporterreise
US-Waffenliebhaber vor Midterms: "Das Problem ist der Mensch"

Alte Währung
Noch D-Mark zu Hause? So viel sind alte Scheine und Münzen wert

Sparbuch, Tagesgeld oder ETF?
Weltspartag: Wie lege ich Geld für Kinder clever an?

Kalte Jahreszeit
Winterreifen für die obere Mittelklasse im Test

