"Wäre naiv, sich Hoffnungen zu machen"
Ökonom behauptet bei Illner: Trump würde Putin Europa überlassen
Veröffentlicht:
von Michael Reimers15. August 2025, USA, Alaska, Luftwaffenstützpunkt Elmendorf-Richardson: Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin im Gespräch
Bild: AP / Julia Demaree Nikhinson
"Wenn die Europäer zu schwach sind, sollen die Russen Europa durchaus schlucken!“: Dieser Meinung ist nach Einschätzung eines deutsch-amerikanischen Ökonomen nicht nur US-Präsident Trump, sondern auch dessen gesamte Anhängerschaft.
Der deutsch-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Rüdiger Bachmann äußerte im ZDF-Polittalk "Maybrill Illner" die Ansicht, Europa dürfe weder auf US-Präsident Donald Trump hoffen noch die Drohungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin unterschätzen.
"Nicht mehr auf die Amerikaner warten"
In der Sendung mit dem Titel "Putins Drohnen, Trumps Spielchen – Europa nicht gerüstet?" am Donnerstagabend (18. September )argumentierte der Dozent der Universität Michigan, der auch Mitglied der Atlantik-Brücke ist, Europa müsse sich strategisch neu aufstellen und dürfe nicht mehr auf Amerika warten.
Die Atlantik-Brücke versteht sich als Verein für transatlantische Zusammenarbeit, dem etwa 800 führende Persönlichkeiten aus Bank- und Finanzwesen, Wirtschaft, Politik und Medien angehören. Seit 2019 wird das private Netzwerk von dem ehemaligen Vizekanzler und Ex-SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel geleitet.
Bachmann: USA interessieren sich nicht für Europa
Die Hoffnung, US-Präsident Donald Trump für europäische Interessen zu gewinnen, sei trügerisch, sagte Bachmann im Gespräch mit der Redaktion von "Maybrit Illner". "Die Amerikaner haben klargemacht, dass Europa sie letztlich nicht interessiert. Viele Trumpisten sehen es so: Wenn Europa schwach genug ist, dann können es die Russen ruhig übernehmen. Es wäre naiv, sich da Hoffnungen zu machen."
Die Europäer müssten verstehen, so Bachmann weiter, dass für die Amerikaner das liberale demokratische Europa, das wirtschaftlich erfolgreich ist, zu einem systemischen Rivalen werde. Ein erfolgreiches liberales demokratisch-republikanisches Europa sei eine permanente Gefahr für den Trumpismus, der unter anderem vom Antiliberalismus lebe. Europa müsse aufhören, dieses Regime noch weiter als Verbündeten zu sehen.
Europa viel zu abhängig von NATO
Weiter argumentierte der Wissenschaftler, die Europäer hätten es immer noch nicht geschafft, in die strategische Vorderhand zu kommen. Sie seien nach wie vor viel zu abhängig.
"Man hat den Eindruck, dass die Aufrüstungsplanungen, die jetzt laufen, immer noch sehr stark von einer intakten NATO abhängen, also davon ausgehen, dass die Amerikaner mitspielen."
"Man tut in Berlin immer noch so, als seien die Amerikaner wie eh und je - diesen Zahn muss man sich endlich ziehen", so Bachmann, "und die Aufrüstungspolitik so schnell wie möglich in eine strategische Vorderhand bringen, wo man selbst das eigene Schicksal bestimmt und nicht mehr auf die Amerikaner wartet".
Verwendete Quellen:
zdfheute.de: "Trump, Putin und Europas Rolle – Bachmann: Nicht mehr auf Amerikaner warten"
Focus: "Wissenschaftler warnt vor Trump-Plan: "Russen sollen Europa schlucken'"
Bild: "Schock-Prognose bei Illner: Putin soll Europa 'durchaus schlucken'"
ZDF: Sendungsmitschnitt "Maybritt Illner" 18. September 2025
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