Heikles Telefonat
"Niemand darf das publik machen": Soll Friedensentwicklung mit Ukraine stoppen - Kreml kritisiert Witkoff-Leak
Aktualisiert:
von dpaKreml-Sprecher Dmitri Peskow äußerte sich in Kirgistan zum Telefon-Leak.
Bild: Ulf Mauder/dpa
Nach dem brisanten Leak eines angeblichen Telefonats zwischen dem US-Sondergesandten Witkoff und einem Berater Putins äußert sich der Kreml. Die Veröffentlichung solle die Entwicklung zum Frieden torpedieren.
Der Kreml sieht die Veröffentlichung abgehörter angeblicher Telefonate zwischen Unterhändlern aus Russland und den USA zum Ukraine-Krieg als Versuch, die Friedensbemühungen zu untergraben.
"Es ist eindeutig, dass es viele Leute in verschiedenen Ländern, die USA eingeschlossen, gibt, die die Tendenz einer Entwicklung zum Frieden stoppen wollen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge in Kirgistan. Zugleich maß er dem Leak keine große Bedeutung bei.
Peskow begleitet aktuell Präsident Wladimir Putin auf seinem Staatsbesuch in Kirgistan.
Mitschrift von Telefonat zwischen Witkoff und Uschakow
Hintergrund ist ein heikler Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Dort wird aus einem Telefonat des US-Sondergesandten Steve Witkoff mit dem außenpolitischen Berater von Kremlchef Wladimir Putin, Juri Uschakow, von Mitte Oktober zitiert. Witkoff soll der russischen Führung Tipps für den Umgang mit US-Präsident Donald Trump gegeben haben.
Uschakow sagte, seine Gespräche mit Witkoff seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. "Niemand darf das publik machen. Niemand", sagte er Tass zufolge.
Zweites Telefonat: Woher kommt der US-Friedensplan?
In dem Bericht wird auch ein zweites, innerrussisches Telefonat von Ende Oktober zitiert, zwischen Uschakow und dem Sondergesandten Kirill Dmitrijew. Dieser schlug vor, ein inoffizielles Dokument als angeblichen Friedensplan durchsickern zu lassen. Selbst wenn die USA dies nicht vollständig übernehmen sollten, seien immer noch genügend Moskauer Gesichtspunkte berücksichtigt, argumentierte Dmitrijew.
Diese Passage stärkt Vermutungen, dass der Friedensplan, den die USA seit vergangener Woche vertreten, zumindest teilweise russische Wurzeln hat. Dmitrijew reagierte im Netzwerk X ebenso wie Peskow: Die Veröffentlichung der Telefonate solle die Anstrengungen für Frieden untergraben.
Trump nahm seinen Gesandten Witkoff in Schutz. Für ihn klinge das Ganze nach "ganz normalen Verhandlungen".
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