Gegenwind aus der republikanischen Partei
Klüngel mit Russland? Trump verteidigt Vorgehen von US-Sondergesandten Wittkoff
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von dpa:newstime
Kreml-Freund? Trump verteidigt US-Gesandten Witkoff
Videoclip • 01:18 Min • Ab 12
Nach einem brisanten Telefonmitschnitt mit einem Putin-Berater steht Witkoff in der Kritik. Trump spricht von normalen Gesprächen und verteidigt seinen Unterhändler.
US-Präsident Donald Trump hat seinen Sondergesandten Steve Witkoff gegen den Vorwurf in Schutz genommen, dieser agiere im Ringen um eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg zu russlandfreundlich. "Das ist eine ganz normale Sache", sagte der Republikaner während eines Flugs nach Florida, nachdem ihn eine Journalistin zu einem heiklen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg befragt hatte. Diese war nach eigenen Angaben an den Mitschnitt eines etwa fünfminütigen Telefonats vom 14. Oktober gelangt, den sie als schriftliches Transkript veröffentlichte.
Darin spricht Witkoff mit Juri Uschakow, dem außenpolitischen Berater von Kremlchef Wladimir Putin, und gibt ihm offenbar Tipps für den direkten Austausch zwischen den beiden Präsidenten. Er regt unter anderem an, Putin könne Trumps Rolle als "Mann des Friedens" betonen.
Zudem bringt der US-Sondergesandte die Idee eines "20-Punkte-Plans" ins Spiel, der - ähnlich wie ein US-Papier zur Beendigung des Gaza-Kriegs - als Grundlage für Gespräche über ein Abkommen zwischen Russland und der Ukraine dienen könne.
Republikaner fordern Witkoffs Entlassung
Die Veröffentlichung sorgte auch in Trumps eigener Partei für heftige Kritik. Der republikanische Kongressabgeordnete Brian Fitzpatrick sprach auf der Plattform X von "einem Riesenproblem" und forderte ein Ende "geheimer Nebenkanäle".
Parteikollege Don Bacon wurde noch deutlicher: Es sei "offensichtlich, dass Witkoff voll und ganz auf der Seite der Russen steht", schrieb er. "Man kann ihm nicht zutrauen, diese Verhandlungen zu führen. Würde ein von Russland bezahlter Agent weniger tun als er? Er sollte entlassen werden."
Trump stellt sich hinter seinen Sondergesandten
Auf dem Flug nach Florida wies Trump derlei Bedenken zurück. Er habe die Aufnahme des Gesprächs zwar nicht gehört, für ihn klinge das Ganze aber nach "ganz normalen Verhandlungen". Man müsse der Ukraine eben russische Positionen vermitteln und umgekehrt auch Moskau die Forderungen aus Kiew. Er gehe davon aus, dass Witkoff in Gesprächen mit der ukrainischen Seite ähnlich auftrete.
Auf die Frage, ob er keine Sorge habe, dass sein Sondergesandter zu russlandfreundlich sei, antwortete Trump, der Krieg könne noch Jahre dauern - und Russland habe "viel mehr Einwohner und Soldaten" als die Ukraine. Wenn das angegriffene Land daher einen Deal aushandeln könne, sei das seiner Ansicht nach "eine gute Sache".
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