Sicherheitspolitik in der Ostsee
Putins Kriegsschiff vor Fehmarn - NATO schickt Flottenverband
Veröffentlicht:
von Nadine von Parseval:newstime
Russisches Kriegsschiff vor Fehmarn
Videoclip • 01:19 Min • Ab 12
Vor der deutschen Ostseeküste sorgt erneut ein russisches Kriegsschiff für Aufmerksamkeit. Die NATO reagiert mit der Verlegung eines Marineverbands in die Region. Die Ostsee entwickelt sich immer stärker zu einem geopolitischen Spannungsfeld.
Das Wichtigste in Kürze
Die NATO hat wegen eines russischen Kriegsschiffs vor Fehmarn reagiert.
Die deutsche Fregatte "Sachsen" führt den Marineverband SNMG1 an.
Sicherheitsexperten sehen die Ostsee als neue strategische Frontlinie.
Die NATO verstärkt ihre Präsenz in der Ostsee. Hintergrund ist das Auftauchen des russischen U-Boot-Zerstörers "Seweromorsk" vor der deutschen Küste nahe Fehmarn.
Wie die "Kieler Nachrichten" berichten, befindet sich das russische Kriegsschiff derzeit zwischen Fehmarn und der Lübecker Bucht. Darauf reagierte die Allianz mit der Verlegung des Marineverbands SNMG1 in die Region. Angeführt wird die Einheit von der deutschen Fregatte "Sachsen", die zuvor im Marinestützpunkt Kiel Munition aufgenommen hatte.
NATO: Sorge wegen russischer Schattenflotte
Nach Einschätzung des Berichts könnte der Einsatz der "Seweromorsk" mit dem Schutz der sogenannten russischen Schattenflotte zusammenhängen. Über diese Schiffe versucht Russland laut westlichen Staaten, internationale Öl-Sanktionen zu umgehen.
Die Standing NATO Maritime Group 1 gilt als schneller Eingreifverband der Allianz. Das Kommando über die Einheit hatte Spanien zu Jahresbeginn turnusmäßig von den Niederlanden übernommen. Die NATO hatte ihre Präsenz im Nordatlantik zuletzt bereits ausgebaut – unter anderem wegen verstärkter russischer Aktivitäten und der Debatte um die Sicherheit Grönlands.
Laut den "Kieler Nachrichten" hatte die "Seweromorsk" Anfang Mai den russischen Hafen Baltijsk verlassen. Bereits zuvor war das russische Raketenschiff "Stawropol" in dem Gebiet vor Fehmarn gesichtet worden.
Experte sieht strategische Machtdemonstration
Die Ostsee gilt seit Längerem als sicherheitspolitisch besonders sensible Region. Bereits im vergangenen Oktober hatte das russische Militärschiff "Aleksandr Shabalin" vor der Lübecker Bucht geankert.
Der Sicherheitsexperte Johannes Peters vom Institut für Sicherheitspolitik in Kiel sagte dazu laut den "Kieler Nachrichten": "Russland steuert gezielt Seegebiete in der Nähe wichtiger Routen an, um dort Präsenz zu zeigen."
Auch in den News:
Auch international wächst die Sorge über die Entwicklung in der Region. Nach dem NATO-Beitritt von Finnland und Schweden schrieb die französische Zeitung "Le Monde": "Die Ostsee, die neue Frontlinie der NATO." Zusätzliche Spannungen entstanden zuletzt durch mutmaßliche GPS-Störungen und Drohnenvorfälle in Nordeuropa, hinter denen Russland vermutet wird.
Verwendete Quellen:
t-online. "Nato reagiert auf russisches Kriegsschiff vor Fehmarn"
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