US-Grenzschutz
Nach tödlichen ICE-Schüssen: Zwei Menschen in Portland durch Beamte verletzt
Veröffentlicht:
von Jacqueline Bittl:newstime
ICE tötet Frau in Minneapolis (8. Januar)
Videoclip • 01:59 Min • Ab 12
In Portland wurden bei einem Einsatz der US-Grenzschutzbehörde zwei Menschen von Beamten verletzt. Der Vorfall verschärft die nach dem tödlichen Einsatz in Minneapolis angespannte Lage zusätzlich.
Das Wichtigste in Kürze
In Portland wurden nach einem Einsatz von Grenzschutzbeamten zwei Menschen durch Schüsse verletzt.
In Minneapolis starb zuvor eine Frau bei einem ICE-Einsatz, wobei Videoaufnahmen Zweifel an der offiziellen Darstellung des Geschehens aufkommen ließen.
Der Vorfall führte zu Protesten, scharfer Kritik lokaler Behörden und der Forderung, ICE-Aktivitäten in Portland bis zur Aufklärung auszusetzen.
Nach tödlichen Schüssen durch die US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis hat ein weiterer Vorfall mit zwei Verletzten in Portland die Lage zusätzlich angespannt. Laut Angaben des US-Heimatschutzministeriums stoppten Beamte der Grenzschutzbehörde dort ein Fahrzeug im Rahmen einer gezielten Kontrolle. Der Fahrer soll demnach versucht haben, die Einsatzkräfte mit dem Wagen zu rammen, wie es in einem Beitrag auf der Plattform X hieß. In der Folge habe ein Beamter aus Selbstschutz einen Schuss abgefeuert, während das Auto davonfuhr.
Die Polizei von Portland teilte mit, dass anschließend zwei Fahrzeuginsassen - ein Mann und eine Frau - mit Schussverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Informationen zu ihrem Gesundheitszustand lagen zunächst nicht vor. Das Heimatschutzministerium erklärte, es gebe eine Verbindung der beiden zur venezolanischen Gang Tren de Aragua. US-Präsident Donald Trump verweist häufig auf diese Gruppierung, um seine umfangreichen Abschiebemaßnahmen zu begründen. Unabhängige Angaben zu den Verletzten standen zunächst aus. Lokale Fernsehsender berichteten zudem von vereinzelten Protesten in Portland.
Tödlicher ICE-Einsatz in Minneapolis löst landesweite Proteste aus
Am Mittwoch (7. Januar) kam in Minneapolis eine Frau bei einem Einsatz der Einwanderungsbehörde ICE ums Leben. Nach offiziellen Angaben hatte sie mit ihrem Auto eine Straße in einem Wohnviertel blockiert. Augenzeugenaufnahmen zeigen mehrere Beamte, die neben dem Fahrzeug stehen und mit der Frau sprechen. Als sie anschließend anfährt, feuert einer der Einsatzkräfte mehrere Schüsse ab.
Nach Darstellung der Regierung handelte der Beamte aus Selbstverteidigung, da die Frau versucht habe, ihn mit dem Fahrzeug zu überfahren. Die Videoaufnahmen vermitteln jedoch eher den Eindruck, dass das Auto an dem Beamten vorbeifuhr, während dieser schoss. Der Vorfall führte in mehreren US-Städten zu Protesten gegen den Einsatz der Einwanderungsbehörde ICE.
Kritik an Bundesbehörden: Portland fordert Stopp von ICE-Einsätzen
Portlands Bürgermeister Keith Wilson und Polizeichef Bob Day gaben auf einer Pressekonferenz keine detaillierten Informationen zu dem Vorfall in der Stadt bekannt. Die Ermittlungen liegen in den Händen der Bundespolizei FBI. Gleichzeitig äußerte Wilson Zweifel an der Darstellung des Heimatschutzministeriums. Die Zeit, in der Aussagen von Bundesbehörden ungeprüft akzeptiert werden konnten, sei vorbei, erklärte er. Bis zur vollständigen Aufklärung des Geschehens verlangte der Bürgermeister ein Aussetzen sämtlicher ICE-Aktivitäten in Portland.
Auf Anordnung von US-Präsident Donald Trump wurden Beamte der Einwanderungsbehörde in zahlreiche US-Städte entsandt, um Personen ohne gültigen Aufenthaltsstatus abzuschieben. Dieses Vorgehen stößt vielerorts bei lokalen Behörden auf Kritik. Portland im Bundesstaat Oregon gilt als besonders liberal und steht daher im besonderen Fokus der Trump-Regierung.
Der regionale Fernsehsender KGW8 veröffentlichte zudem Aufzeichnungen aus dem Funkverkehr der Rettungsdienste. Daraus geht hervor, dass der Mann in dem betroffenen Fahrzeug eine Verletzung am Arm erlitt, während die Frau an der Brust verletzt wurde.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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