Sicherheit für Zugbegleiter

Nach tödlichem Angriff: Bahngewerkschaft droht mit bundesweiten Streiks

Veröffentlicht:

von Fabia Söllner

:newstime

Bahn stattet auch Personal in Bahnhöfen mit Bodycams aus

Videoclip • 01:31 Min • Ab 12


Nachdem ein Schaffner bei einer Fahrkartenkontrolle tödlich angegriffen wurde, verlangt die Bahngewerkschaft bessere Schutzmaßnahmen für Zugbegleiter und erhöht nun den Druck auf die Verantwortlichen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EVG droht ab Januar mit bundesweiten Streiks im Regionalverkehr.

  • Anlass ist der tödliche Angriff auf Zugbegleiter Serkan Çalar im Februar.

  • Die Gewerkschaft fordert härtere Strafen und mehr Schutz für das Bahnpersonal.

Die Bahngewerkschaft EVG droht ab Januar mit bundesweiten Streiks im Regionalverkehr, falls die Bundesregierung Angriffe auf Zugpersonal nicht noch in diesem Jahr härter bestrafen lässt. Gewerkschaftschef Martin Burkert wirft der Politik vor, nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter zwar Anteilnahme gezeigt, aber bislang keine konkreten Maßnahmen umgesetzt zu haben.

Die EVG fordert deshalb, das angekündigte Gesetz noch vor Jahresende in den Bundestag einzubringen.

Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter

Nach dem tödlichen Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Çalar fordert die EVG deutlich mehr Schutz für Bahnmitarbeiter. Çalar war Anfang Februar während einer Kontrolle attackiert worden und später an seinen Verletzungen gestorben. Der Täter erhielt zehn Jahre Haft.

Verkehrsminister Steffen Bilger kündigte Gespräche über härtere Strafen bei Angriffen auf Zugpersonal an. Die Gewerkschaft hält das bisherige Tempo jedoch für zu langsam. Laut Betriebsrat werden statistisch jeden Tag acht Beschäftigte im Dienst angegriffen. Sollte das geplante Gesetz weiter ausbleiben, drohen Betriebsräte damit, Dienstplänen nicht mehr zuzustimmen – mit möglichen Folgen für den Regionalverkehr.

Auch in den News:


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Mehr entdecken