Iran-Krieg
Nach erstem Erfolg: Iran und USA verhandeln weiter
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von Nadine von Parseval:newstime
Iran-Deal in der Schweiz?
Videoclip • 01:52 Min • Ab 12
Nach ersten Fortschritten bei den Verhandlungen in der Schweiz setzen die USA und der Iran ihre Gespräche auf Arbeitsebene fort. Ein neuer Kommunikationskanal für die Straße von Hormus sowie Annäherungen beim Konflikt im Libanon sollen helfen, das jüngste Rahmenabkommen zu stabilisieren. Zahlreiche Streitpunkte bleiben jedoch ungelöst.
Das Wichtigste in Kürze
Die USA und der Iran setzen ihre Gespräche in der Schweiz auf Arbeitsebene fort.
Beide Seiten wollen die Sicherheit in der Straße von Hormus verbessern.
Fortschritte gibt es auch bei den Bemühungen um eine Waffenruhe im Libanon.
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein umfassendes Abkommen zur Beendigung des Kriegs gewinnen an Dynamik. Nach dem ersten Treffen der Verhandlungsführer in der Schweiz sollen in den kommenden Tagen weitere Gespräche auf Arbeitsebene folgen. Nach Angaben der Vermittler:innen werden die Beratungen weiterhin im Resort Bürgenstock bei Luzern geführt.
Ziel bleibt es, innerhalb von 60 Tagen ein endgültiges Abkommen zu erreichen. Das hatten beide Seiten bereits im Rahmenabkommen vereinbart. Geplant sind unter anderem Arbeitsgruppen zum iranischen Atomprogramm sowie zu den westlichen Sanktionen gegen Teheran.
Die Vermittlerstaaten Katar und Pakistan bezeichneten die bisherigen Gespräche in einer gemeinsamen Erklärung als "positiv und konstruktiv". Es seien ermutigende Fortschritte erzielt und ein Mechanismus für die Fortsetzung der Verhandlungen geschaffen worden. Auch die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran hätten die Gespräche nicht zum Scheitern gebracht.
Neuer Kommunikationskanal für die Straße von Hormus
Nach Angaben der Vermittler:innen wurde ein direkter Gesprächskanal eingerichtet, um Zwischenfälle in der Straße von Hormus zu verhindern. Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Handelsrouten der Welt für Öl, Flüssiggas und andere Rohstoffe aus den Golfstaaten. Ziel sei es, die sichere Passage kommerzieller Schiffe dauerhaft zu gewährleisten.
Darüber hinaus wurde ein gemeinsames Forum geschaffen, das die Einhaltung der Waffenruhe im Libanon überwachen soll. Dort kommt es weiterhin zu Spannungen zwischen der israelischen Armee und der proiranischen Hisbollah-Miliz. Im Rahmenabkommen hatten sich die USA und der Iran bereits auf Bemühungen zur Beendigung der Kämpfe verständigt.
Die israelische Regierung, die nicht an den Verhandlungen beteiligt ist, lehnt diesen Ansatz jedoch ab. Streit gibt es insbesondere über die Forderung nach einem israelischen Truppenabzug aus dem Südlibanon. Wiederholte Angriffe hatten das Rahmenabkommen zuletzt erheblich belastet. Inzwischen hat sich die Lage vorerst etwas beruhigt.
Teheran spricht von Fortschritten
Irans Außenminister Abbas Araghtschi sprach auf der Plattform X von "großen Fortschritten" bei den Bemühungen um ein Ende der Kämpfe im Libanon. Das neue Überwachungsforum sei der erste echte Belastungstest für die getroffenen Vereinbarungen. Zudem erklärte er, die US-Seeblockade iranischer Häfen sei aufgehoben worden und erste eingefrorene Vermögenswerte würden freigegeben. Auch der Wiederaufbau des Landes werde vorbereitet.
Diese Angaben konnten zunächst nicht unabhängig bestätigt werden. Von US-Seite gab es in der Nacht keine offizielle Stellungnahme zum Verlauf des ersten Verhandlungstags.
Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani veröffentlichte unterdessen ein Foto mit US-Vizepräsident JD Vance und Jared Kushner, dem Schwiegersohn von Präsident Trump. Dazu schrieb er: "Live aus Luzern, die Arbeit geht weiter."
Erstes direktes Treffen der Delegationen
Das erste direkte Treffen der Delegationen dauerte am Sonntagnachmittag etwas mehr als eine Stunde. Die US-Delegation wurde von Vance angeführt. Auf iranischer Seite nahmen Außenminister Araghtschi und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf an den Gesprächen teil.
Neue Drohungen aus Washington
Parallel zu den Verhandlungen verschärfte Trump erneut den Ton gegenüber Teheran. Auf seiner Plattform Truth Social forderte er den Iran auf, die Hisbollah unverzüglich von weiteren Aktivitäten im Libanon abzuhalten. Andernfalls werde man den Iran "sehr hart treffen".
In einem Interview mit Fox News warnte Trump zudem vor einer möglichen Schließung der Straße von Hormus. Der Iran hatte zuvor erklärt, die wichtige Schifffahrtsroute wegen der Lage im Libanon erneut blockiert zu haben. Das US-Militär wies diese Darstellung zurück.
Trotz der scharfen Rhetorik signalisierte auch Teheran Interesse an einer diplomatischen Lösung. Verhandlungsführer Ghalibaf erklärte auf X, man nehme die Drohungen aus Washington nicht ernst. Zugleich forderte er die USA zu mehr Zurückhaltung auf. Die iranischen Streitkräfte seien jedoch bereit, auf andere Weise zu reagieren.
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Streit um Bewertung des Kriegs
Trump attackierte zudem die "New York Times" wegen einer Analyse, die den Nutzen des von ihm angeordneten Kriegs gegen den Iran infrage stellt. Der Präsident bezeichnete die Berichterstattung als "verräterisch" und kündigte an, eine bereits laufende Klage gegen die Zeitung auszuweiten.
Die Analyse argumentiert unter anderem, dass die Öffnung der Straße von Hormus als Erfolg dargestellt werde, obwohl deren Schließung erst infolge des Kriegs erfolgt sei. Zudem sei das iranische Machtsystem trotz personeller Veränderungen weiterhin stabil. Auch die Zukunft des umstrittenen Atomprogramms bleibe ungeklärt.
Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hatte Ende Februar begonnen. Anfang April trat eine Waffenruhe in Kraft, die jedoch mehrfach verletzt wurde. Vergangene Woche einigten sich Washington und Teheran auf ein Rahmenabkommen. Innerhalb von 60 Tagen soll nun eine umfassende Vereinbarung für ein dauerhaftes Kriegsende ausgearbeitet werden.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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