Claudia Major

Militärexpertin bei "Caren Miosga": Irans letzter Trumpf wird sehr teuer für Trump

Aktualisiert:

von Marko Schlichting

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Iran: Was die Bundeswehr leisten könnte

Videoclip • 01:40 Min • Ab 12


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US-Präsident Donald Trump steht unter Druck: Der Krieg im Iran lässt seine Beliebheit im eigenen Land sinken und die Weltwirtschaft leiden. Bei "Caren Miosga" wies Journalist Bojan Pancevski auf das Kernproblem der USA hin, während Hubertus Heil eine schnelle Waffenruhe forderte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Polit-Talk von Caren Miosga diskutierten am Sonntag (26. April) Militärexpertin Claudia Major, Journalist Bojan Pancevski und SPD-Politiker Hubertus Heil.

  • Thema waren die Schüsse beim Gala-Dinner von Donald Trump in Washington sowie der Iran-Krieg.

  • Die Militärexpertin erklärte, der Iran werde sich seinen letzten Trumpf teuer abverhandeln lassen.

20:30 Uhr, Washington, Hotel Hilton. Die wichtigste Journalist:innenvereinigung der USA hat zu einem Dinner geladen. Gerade ist man zum gemütlichen Teil übergegangen. Da fallen Schüsse außerhalb des Saales. Einige Gäste geraten in Panik, ergreifen die Flucht, doch die meisten gehen unter ihren Tischen in Deckung. Sicherheitskräfte laufen in den Saal und bringen US-Präsident Trump und seine Frau aus der Gefahrenzone. Unterdessen wird der 31-jährige Attentäter überwältigt und festgenommen.

Kurz vorher habe er seiner Familie ein politisches Manifest gemailt, berichtete Bojan Pancevski, Europa-Chefredakteur beim "Wall Street Journal", am Sonntagabend (26. April) bei "Caren Miosga" im Ersten. Der Täter habe einen Tag zuvor ohne Probleme im Hotel eingecheckt, habe er geschrieben. Seine Waffen habe er dabei gehabt. Niemand habe ihn durchsucht. Sein Motiv: Trump und seine Minister seien "Verbrecher", die getötet werden müssten.

Donald Trump verliere in den USA immer mehr an Zustimmung, beschreibt Pancevski die Lage. Bei Caren Miosga sollen die Gäste eigentlich über ein Ende des Iran-Krieges diskutieren. Der ist auch ein Problem in den USA, meint Pancevski: "Die Spritpreise sind enorm gestiegen, die Inflation ist um ein Prozent gestiegen, niemand will diesen Krieg."

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Expertin: Iran lässt sich Straße von Hormus teuer abverhandeln

Das rechtfertigt natürlich den fehlgeschlagenen Anschlag auf Trump nicht. Klar ist aber auf jeden Fall: Der US-Präsident hat sich verzockt. Aus seinem Ziel, innerhalb von zwei Wochen das Regime im Iran zu beseitigen, ist nichts geworden. Im Gegenteil: Jetzt sorgt die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran und die USA für große Probleme.

Weltweit steigen die Energiepreise, und die werden langfristig auch nicht sinken, befürchtete SPD-Außenpolitiker Hubertus Heil. Und er fügte hinzu: Weil durch die Sperrung der Straße von Hormus auch die Ausfuhr von Düngemitteln für die Landwirtschaft nicht mehr gewährleistet sei, werde auch der Hunger in der Welt weiter wachsen.

Dabei habe man in den USA Bescheid gewusst, warf Militärexpertin Claudia Major ein. Schon 1979 habe man mit Planspielen angefangen. In der US-Armee habe man wissen wollen, wie der Iran auf einen Angriff reagieren könne. Schon damals sei eine Sperrung der Straße von Hormus als wahrscheinlichstes Szenario angenommen worden. "Viele von den Dingen, die wir jetzt beobachten, haben Experten, Militärs und andere seit Jahren vielleicht nicht vorhergesagt, aber sie haben darauf hingewiesen." Mit der Blockade der Straße von Hormus hätten die Iraner "den letzten Trumpf" in der Hand. "Das werden sie sich sehr teuer abverhandeln lassen", sagte Major voraus.

Hubertus Heil lobt Merz: "Er trifft da einen richtigen Ton"

Journalist Bojan Pancevski wies auf eine andere Gefahr hin: Man habe in den USA erst jetzt verstanden, dass die industriellen Kapazitäten sehr begrenzt seien. Noch problematischer seien die militärischen Folgen. So könnten in den USA jährlich nur 620 Patriot-Raketen produziert werden. "Die USA kommen mit der Produktion nicht hinterher", stellte der Wirtschaftsjournalist fest. "Und das wissen jetzt auch die Chinesen, die Russen, die Iraner und die Alliierten der Vereinigten Staaten." Claudia Major fügte hinzu, dass es bis zu vier Jahre dauern könne, bis die USA ihre Waffenkapazität auf die Zeit vor dem Krieg bringen könnten. "Das ist auch ein Problem für Europa", warnte sie. Europa müsse daher seine eigene Waffenproduktion deutlich erhöhen.

"Die Waffen müssen schweigen", stand derweil für Hubertus Heil fest. "Darum muss man jetzt auch auf beide Seiten ein bisschen Druck machen, damit es schnell dazu kommt. Denn jeden Tag leidet nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt." Wenn es nach dem SPD-Außenpolitiker geht, müsste es einen unbegrenzten Waffenstillstand noch vor Friedensverhandlungen geben. Dazu müssten natürlich beide Seiten bereit sein.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte deswegen ein Ende der EU-Sanktionen gegen den Iran ins Gespräch gebracht. Heil begrüßte den Vorschlag des Kanzlers: Man müsse jetzt alle Initiativen unterstützen, die es gebe, unterstrich der Politiker bei Caren Miosga. "Außerdem muss man sich in einem bewusst sein: Das hier ist möglicherweise, was die Weltwirtschaft und die Ökonomie betrifft und damit auch die Destabilisierung anderer Regionen etwas, was uns lange beschäftigen wird." Insofern treffe Merz "da einen richtigen Ton", so Heil.

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