Gesetzesvorhaben
Mehr als 187.000 weibliche Opfer: So will Hubig gegen häusliche Gewalt vorgehen
Veröffentlicht:
von dpaVon häuslicher Gewalt sind vor allem Frauen und Mädchen betroffen. (Symbolbild)
Bild: Maurizio Gambarini/dpa
Im vergangenen Jahr ist die häusliche Gewalt in Deutschland stark angestiegen. Neben elektronischer Fußfessel und K.o.-Tropfen-Verbot will die Bundesjustizministerin weitere Maßnahmen auf den Weg bringen.
Nach der vom Kabinett beschlossenen Einführung der elektronischen Fußfessel plant Bundesjustizministerin Stefanie Hubig weitere Reformen, um Frauen besser vor Gewalt durch Partner, Ex-Partner und Fremde zu schützen.
"Die Zahlen des Bundeskriminalamts zeigen eine sehr bittere Wahrheit über unser Land: Die Fälle häuslicher Gewalt nehmen zu", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Im vergangenen Jahr sei ein erheblicher Anstieg festgestellt worden. "Im Fünfjahresvergleich sehen wir einen steilen Anstieg um rund 18 Prozent", fügte sie hinzu. Die überwiegende Zahl der Betroffenen häuslicher Gewalt seien Frauen.
Das Bundeskriminalamt (BKA) stellt an diesem Freitag in Berlin die Bundeslagebilder "Häusliche Gewalt 2024" und "Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten 2024" bei einer Pressekonferenz in Berlin vor.
Zu häuslicher Gewalt hatte das BKA bereits im August aktuellere Zahlen für 2024 veröffentlicht. Demnach gab es mehr als 187.000 weibliche Opfer häuslicher Gewalt, die der Polizei bekannt wurden. Insgesamt waren 266.000 Menschen davon betroffen, so viele wie noch nie.
Taten unter Einsatz von K.-o.-Tropfen
"Wir müssen mehr tun, um Frauen zu schützen - häusliche Gewalt ist kein Schicksal", betonte Hubig. Die am Mittwoch (19. November) vom Bundeskabinett beschlossene Einführung der elektronischen Aufenthaltsüberwachung (Fußfessel) für Gewalttäter werde deshalb nur eine von vielen Maßnahmen sein. Geplant seien außerdem Verschärfungen des Strafrechts, etwa bei Vergewaltigungen unter Einsatz sogenannter K.-o.-Tropfen. Gleichzeitig müsse der Opferschutz verstärkt werden.
Betroffene von häuslicher Gewalt müssten zudem ein Recht auf fachkundige psychosoziale Begleitung während des Prozesses erhalten. "Ich werde schon sehr bald Gesetzentwürfe dazu vorlegen", kündigte die Justizministerin an. Frauen müssten zu Hause sicher sein und sich im öffentlichen Raum genauso frei bewegen können wie Männer.
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Beliebter Snack
Öko-Test prüft Salzstangen: Schadstoffe in jedem dritten Produkt

Imbiss-Gerichte
Trotz hoher Preise: Döner bleibt bei Kunden beliebt

Neue Eskalation
Iran-Ticker: Teheran stellt Bedingungen für Kampf-Ende

Mit Castro-Enkel
Druck aus Washington wächst: Trump und Rubio verhandeln mit Kuba

Krieg in der Ukraine
Luftangriffe auf Ukraine: Charkiw schwer von Raketen getroffen

USA und Lateinamerika
Trump gründet neue Militärkoalition gegen kriminelle Kartelle

