Krieg in der Ukraine
Luftangriffe auf Ukraine: Charkiw schwer von Raketen getroffen
Aktualisiert:
von dpa:newstime
Vier Jahre Krieg in der Ukraine
Videoclip • 51 Sek • Ab 12
Charkiw steht erneut unter Beschuss: Eine russische Rakete schlägt in ein Wohnhaus ein. Doch die Angriffe treffen nicht nur den Osten der Ukraine, auch andere Regionen geraten wieder ins Visier.
Das Wichtigste in Kürze
Russische Raketen trafen erneut Charkiw und töteten mindestens sieben Menschen.
Auch andere Regionen der Ukraine, darunter Kiew und Chmelnyzkyj, waren von Angriffen betroffen.
Präsident Selenskyj fordert mehr Schutz für die Bevölkerung und Hilfe aus dem Westen.
Russland hat die Ukraine erneut mit Luftangriffen überzogen und allein in der zweitgrößten Stadt Charkiw im Osten zahlreiche Menschen getötet und verletzt. Beim Einschlag einer ballistischen Rakete in einem Wohnhaus seien mindestens zehn Menschen getötet worden, teilte der Militärgouverneur von Charkiw, Oleh Synjehubow, am Morgen bei Telegram mit. Unter den Toten waren demnach auch ein Junge und ein 13 Jahre altes Mädchen. Die Zahl der Opfer hatte sich am Morgen immer wieder erhöht, weil Rettungskräfte die Leichen erst nach und nach aus den Trümmern zogen. 16 Menschen sollen verletzt worden sein.
Russland greift Energieversorgung an
Auf den veröffentlichten Fotos waren schwere Schäden an dem fünfgeschossigen Wohnhaus zu sehen. Demnach sprengte die Rakete große Teile des Gebäudes weg. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von mehr als zehn Verletzten. "Russland hat 29 Raketen, davon fast die Hälfte ballistische Raketen, und 480 Drohnen, davon die meisten vom Typ Shahed, gegen die Ukraine eingesetzt", teilte er in den sozialen Netzwerken mit. Einmal mehr sei die Energieversorgung Ziel der russischen Angriffe gewesen.
Er habe auch mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron über den "massiven Angriff" gesprochen, teilte Selenskyj am Nachmittag mit. Dabei betonte er einmal mehr, dass es für die Ukraine wichtig sei, dass die von der EU zugesagte Unterstützung von 90 Milliarden Euro für die nächsten zwei Jahren nun auch freigegeben werde.
Selenskyj: Brauchen mehr Schutz
Betroffen waren demnach auch Kiew, die westukrainischen Regionen Chmelnyzkyj und Tscherniwzi (Czernowitz) sowie die Eisenbahn in der Region Schytomyr im Nordwesten des Landes. "Es wurden Schäden in den Regionen Dnipropetrowsk, Saporischschja, Winnyzja, Odessa, Poltawa, Sumy und Tscherkassy festgestellt. Überall, wo es notwendig ist, sind die entsprechenden Dienste im Einsatz", teilte Selenskyj bei Telegram mit. In Kiew hatte Bürgermeister Vitali Klitschko wegen des Raketenalarms die Menschen aufgerufen, Schutz zu suchen.
Selenskyj appellierte einmal mehr an den Westen, Russland für "diese brutalen Angriffe gegen das Leben" zur Verantwortung zu ziehen. "Wir zählen auf eine aktive Zusammenarbeit mit der EU, um mehr Schutz für unsere Bevölkerung zu gewährleisten. Ich bin allen dankbar, die dazu beitragen, unseren Schutz zu verstärken", sagte er.
Russland führt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine seit mehr als vier Jahren. Das attackierte Land hatte von den westlichen Verbündeten zuletzt vor allem mehr Hilfe bei der Luftverteidigung verlangt. Beklagt wird immer wieder ein Mangel an Flugabwehrraketen.
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