Vertrauen in die Union

Laura Strohschneider tritt zurück: Warum Brandenburgs JU-Chefin auch der CDU den Rücken kehrt

Veröffentlicht:

von Marie-Finn Bruker

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JU-Chef fordert harten CDU-Kurs gegen SPD (11. Februar)

Videoclip • 51 Sek • Ab 12


Laura Strohschneider tritt von ihrem Posten als Landeschefin der Jungen Union zurück – und verlässt sogar ihre Partei. In einer Erklärung schreibt die 29-Jährige, der CDU sei die Glaubwürdigkeit verloren gegangen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit 2023 ist Laura Strohschneider Landeschefin der Jungen Union (JU) Brandenburg – jetzt gibt sie den Posten ab.

  • Sie schäme sich für die Politik der Bundesregierung und wendet sich nun vollständig von der CDU ab.

  • Die 29-Jährige glaube nicht mehr daran, dass die Partei Deutschland "wieder nach vorne" bringen kann.

Laura Strohschneider, Landeschefin der Jungen Union (JU) Brandenburg, tritt nicht nur aus dem Amt, sondern sogar aus ihrer Partei aus. Sie schäme sich für die Bundespolitik, heißt es in einer Erklärung der 29-Jährigen an die Mitglieder, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt.

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CDU-Spitze sei "die Glaubwürdigkeit verloren gegangen"

"Die inhaltliche Richtung, die diese Bundesregierung fährt, ist meines Erachtens nicht die, für die wir Wahlkampf gemacht und für die uns die Wähler ihre Stimme geschenkt haben", so Strohschneider. Sie habe große Hoffnung darin gehabt, dass mit einer CDU-geführten Bundesregierung wieder eine leistungs- und wohlstandsfreundliche Politik für Deutschland verfolgt werde. "Stattdessen gehen die Entscheidungen aber weiter in eine Richtung, die es den Fleißigen in unserer Gesellschaft immer schwieriger macht."

Als Beispiel nannte die Vorsitzende die Grundgesetzänderung zur Schuldenbremse und die Einkommensteuerreform. Viele Leistungsträger:innen würden nach zu erwartenden Steigerungen bei den Sozialabgaben weniger Netto vom Brutto haben, kritisierte die Noch-Vorsitzende. Dem Spitzenpersonal der Union sei die Glaubwürdigkeit verloren gegangen. Für die unter anderem Ostbeauftragte der JU Deutschlands sei das "Symptom eines tieferliegenden Problems".


CDU steuere auf eine Sackgasse zu

"Wir haben uns aus ideologischen Gründen in eine Lage manövriert, in der wir, getrieben von Angst vor dem Verlust des Koalitionspartners, zwingend notwendige Reformen nicht im erforderlichen Umfang durchsetzen." Stattdessen würde man sogar weitere Fehlsteuerungen vornehmen, so die 29-Jährige. "Ich glaube nach allem leider nicht mehr daran, dass die CDU die Partei ist, die Deutschland 'wieder nach vorne' bringen kann." Der Kurs der Partei führe in eine Sackgasse.

Deshalb trete sie von ihrem Amt als Landesvorsitzende der Jungen Union Brandenburg sowie von allen anderen Funktionen in CDU und JU zurück. "Gleichzeitig habe ich soeben meinen Austritt erklärt."

Laura Strohschneider war seit 2016 Mitglied der CDU. 2019 stieg sie zur Kreisvorsitzenden der Jungen Union Jena auf und blieb dort bis 2021 im Amt. Etwa zwei Jahre später wurde sie zur Landesvorsitzenden der JU Brandenburg, der Jugendorganisation der CDU, gewählt. Neben ihren politischen Tätigkeiten ist die Juristin seit 2019 Geschäftsführerin eines mittelständischen Unternehmens im Bereich Vermietung und Hausverwaltung.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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