BSW-Streit bei Lanz

"Sie weichen der Frage aus": Als es um Sahra Wagenknecht geht, bringt Lanz BSW-Politikerin in Bedrängnis

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von teleschau - Natascha Wittmann

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Richtungsstreit im BSW eskaliert

Videoclip • 35 Sek • Ab 12


Bei Markus Lanz offenbarte Katja Wolf tiefe Risse zur BSW-Gründerin. Der Moderator deckte auf, wie distanziert das Verhältnis zu Sahra Wagenknecht ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz offenbarte die BSW-Politikerin Katja Wolf ein äußerst distanziertes Verhältnis zur Parteigründerin Sahra Wagenknecht.

  • Journalist:innen in der Runde beschrieben die junge Partei aufgrund unterschiedlicher politischer Ansätze und dem Umgang mit der AfD als zunehmend zerrüttet.

  • Wolf distanzierte sich deutlich von einer möglichen Zusammenarbeit mit der AfD, wich aber der Frage nach einem Parteiaustritt im Ernstfall aus.

Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt - und ausgerechnet kurz vor der Landtagswahl liefert BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht den nächsten Aufreger. Sie brachte einen parteiunabhängigen Ministerpräsidenten ins Gespräch, notfalls auch mit Stimmen der AfD. In ihrer Partei sorgte das jedoch längst nicht überall für Applaus. Bei "Markus Lanz" ging es deshalb am Donnerstagabend schnell nicht nur um die AfD, sondern auch um die Frage, wie geschlossen Wagenknechts Partei überhaupt noch ist.

Schon zum Auftakt nahm Lanz das Verhältnis zwischen Katja Wolf und der Parteigründerin ins Visier: "Sie und Frau Wagenknecht, wie würden Sie dieses Verhältnis eigentlich beschreiben?" Wolfs Antwort blieb betont distanziert: "Wir würden nicht zusammen in den Urlaub fahren oder jeden Abend miteinander telefonieren."

Lanz hakte sofort nach und wollte wissen, wann Wolf zuletzt persönlich mit Wagenknecht gesprochen habe. Nach kurzem Zögern sagte sie: "Vor dem Parteitag im letzten Jahr." Auf Nachfrage, wann dieser stattgefunden habe, erklärt sie: "Am 26. April, wenn ich mich recht entsinne." Lanz reagierte hörbar überrascht: "Wow! Also vor anderthalb Jahren, ja?"

Wolf bestätigte dies, wollte aber die Lage nicht dramatisieren: "Also ich will jetzt keinen falschen Eindruck erwecken." Dennoch blieb Lanz bei seiner Beobachtung: "Sie sprechen nicht direkt miteinander?" Wolf antwortete ehrlich: "Selten." Lanz legte irritiert nach: "Warum rufen Sie sie nicht an?" Die BSW-Frau erklärte das mit ihrem politischen Alltag: "Ich habe Thüringen im Fokus. Ich habe meine Aufgaben in Thüringen. Frau Wagenknecht ist Vorsitzende der Grundwertekommission im Moment."


"Das ist die Gründerin Ihrer Partei!"

Der ZDF-Moderator konterte jedoch: "Das ist die Gründerin Ihrer Partei!" Journalistin Anne Hähnig fand ebenfalls, dass diese Distanz auffällig erscheint: "Die Partei heißt noch 'Bündnis Sahra Wagenknecht'. Also es ist natürlich ungewöhnlich, da brauchen wir nicht drum herumreden."

Katja Wolf begründete die Spannungen schließlich mit inhaltlichen Unterschieden: "Wir haben unterschiedliche Politikansätze. Das ist deutlich geworden in den letzten Wochen und Monaten. Für mich bedeutet Politik, in Verantwortung zu gehen und etwas verändern zu wollen." Lanz wollte es konkret wissen und stellte die nächste Fangfrage: "Wenn Sahra Wagenknecht antreten würde als Ministerpräsidentin in Thüringen, würden Sie sie wählen?"

Wolf blockte ab: "Die Frage stellt sich nicht!" Lanz blieb dran: "Ich habe sie ja gerade gestellt." Wolf beharrte jedoch: "Wir haben in Thüringen eine absolut stabile Landesregierung." Als sie weiter ausweichen wollte, wurde Lanz schließlich bissig: "Sie weichen der Frage aus!" Wolf wiederholte: "Die Frage stellt sich nicht!" Sie erklärte schließlich: "Es gibt überhaupt keinen Grund, eine stabil und gut arbeitende Landesregierung infrage zu stellen. Warum sollte ich das tun?"

Im weiteren Verlauf der Sendung beschrieb Journalistin Andrea Maurer die Situation innerhalb der Partei als zunehmend "verfahren". "FAZ"-Journalist Reinhard Bingener urteilte ebenfalls: "Die Partei ist wirklich zerrüttet." Anne Hähnig sah derweil ein Grundproblem im Kurs: "Die einen wollten Anti-AfD sein - da zähle ich Katja Wolf dazu, aber auch noch andere. Sie haben gesagt: 'Wir gehen ins BSW, um Björn Höcke zu verhindern'. Bei Sahra Wagenknecht war aber klar: Sie will Anti-Mainstream sein. Das war sie schon immer."

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Katja Wolf zeigt sich enttäuscht von Sahra Wagenknecht: "Ich habe ihr das auch geglaubt"

Markus Lanz zeigte sich daraufhin enttäuscht über Wagenknechts Kurs Richtung AfD: "Ich erinnere mich an so viele Gespräche hier mit Sahra Wagenknecht, die immer (...) sagte: Auf gar keinen Fall mit Rechten. (...) Jetzt passiert's offenbar doch." Katja Wolf räumte ebenfalls ein: "Ich habe ihr das auch geglaubt."

Gleichzeitig sagte sie: "Ich persönlich hadere ein bisschen auch mit dem Begriff Brandmauer, weil er eine Unschärfe in die Debatte bringt." Als Lanz genauer nachhakte, erklärte die BSW-Politikerin, es brauche ein Umdenken, "weil die Brandmauer benutzt wird in unterschiedlichen Zusammenhängen".

Es sei laut Wolf "wirklich der falsche Weg", nicht miteinander zu reden. Sie warnte konkret: "Das stört mich an diesem Begriff, weil alles, was ideologisch überlagert ist, am Ende eine Debatte irgendwie auch kaputt macht". Eine klare Grenze zog Wolf trotzdem: "Für mich ist die Grenze das direkte in die Macht Verhelfen der AfD. Das darf nicht passieren." Auf Lanz' Schlussfrage, "Wenn diese Grenze überschritten werden würde, würden Sie rausgehen aus dem BSW?", blieb sie jedoch vage: "Ich halte es tatsächlich für undenkbar."

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