Vorgeschmack auf Verhandlungen

Bei Lanz: CDU-Mann Strobl und Grünen-Chefin Brantner geraten aneinander

Aktualisiert:

von Natascha Wittmann

CDU-Innenminister Thomas Strobl (Mitte) kritisierte bei "Markus Lanz", dass es eine "Kampagne" der Grünen gegen den CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel gegeben habe.

Bild: ZDF / Cornelia Lehmann


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Nach der knappen Landtagswahl in Baden-Württemberg ist die Stimmung zwischen CDU und Grünen angespannt. Bei "Markus Lanz" gerieten CDU-Innenminister Thomas Strobl und Grünen-Chefin Franziska Brantner aneinander, als es um Vorwürfe eines "schmutzigen" Wahlkampfs ging.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach der Wahl in Baden-Württemberg ist Grün-Schwarz die einzige Option.

  • Doch beide Parteien machen sich gegenseitig massive Vorwürfe.

  • Bei Markus Lanz kommt es zum offenen Streit zwischen Grünen-Chefin Bratner und CDU-Innenminister Strobl.

Die Wahl in Baden-Württemberg ist entschieden und sie fällt denkbar knapp aus: Die Grünen landen mit 30,2 Prozent vorne, die CDU folgt mit 29,7 Prozent. Entscheidend waren am Ende rund 27.000 Stimmen. Ein Abstand, der klein genug ist, um noch Tage später für schlechte Laune zu sorgen. Bei "Markus Lanz" wurde das Ergebnis am Dienstagabend (10. März) zum Aufreger-Thema.

Der ZDF-Moderator stichelte in Richtung des wahrscheinlich neuen Ministerpräsidenten Cem Özdemir und behauptete, er habe auch deshalb gewonnen, "weil er sehr erfolgreich so getan hat, als hätte er mit den Grünen nichts zu tun". Dann wandte sich Lanz direkt an Grünen-Chefin Franziska Brantner: "Wie sehr stößt Ihnen das auf? Damit meint er ja Sie." Brantner blieb jedoch zunächst gelassen und sagte: "Nein, ich freue mich sehr über den wirklich fulminanten Sieg und die Aufholjagd, die Cem hingelegt hat."

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Lanz zur Grünen-Chefin: "Das ist doch Quatsch!"

Lanz ließ dennoch nicht locker und verwies auf die Optik des Wahlkampfs: Özdemir habe auf keinem seiner Wahlplakate "Die Grünen" auch nur mit einer Silbe erwähnt. Statt darauf einzugehen, konterte Brantner selbstbewusst: "Er ist ein Grüner durch und durch und tritt als solcher an." Doch Lanz schoss zurück: "Frau Brantner, was erzählen wir uns jetzt hier gerade gegenseitig für Geschichten? Das ist doch Quatsch!"

Der ZDF-Moderator stichelte, dass er sich frage, warum der Spitzenkandidat der Grünen in Baden-Württemberg, der auch den umstrittenen Ex-Grünen Boris Palmer in seinen Wahlkampf eingebunden hatte,  "offensichtlich" nichts mit seiner Partei zu tun haben wolle. Als Lanz dann auch noch den Vergleich zog - "Das klingt so wie Markus Söder." - widersprach Brantner sofort: "Nein, es ist nicht Markus Söder!" Lanz blieb jedoch bei seiner Zuspitzung und fragte: "Hat Cem Özdemir die grüne Partei verleugnet?"

"Wollen die Grünen mehr Özdemir wagen?"

Journalist Michael Bröcker antwortete ehrlich: "Es ist der maximal (...) freiheitlichste Wahlkampf gegen die eigene Bundespartei, den ich zumindest erlebt habe." Für ihn stecke dahinter ein größerer Kursstreit, denn: "Die Frage für die Grünen ist eine strategische jetzt. Wollen die Grünen mehr Özdemir wagen? Dann werden sie radikal in die Mitte rücken müssen."

Von CDU-Seite legte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl nach, der aus Stuttgart zugeschaltet war. Er kritisierte: "Ich bedaure ein wenig, dass gerade in den letzten Wochen aus den Reihen der Grünen das politische Klima in Baden-Württemberg tatsächlich ziemlich vergiftet worden ist." Er sprach von einem "schmutzigen Wahlkampf" gegen CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel seitens der Grünen und behauptete sogar, nach der Wahl werde "weiter dieses grüne Gift versprüht".

Schmutziger Wahlkampf: Schwarz gegen Grün

Brantner entgegnete irritiert: "Herr Strobl hat ja gerade unterstellt, wir hätten das Ganze in Auftrag gegeben ..." Strobl ging sofort dazwischen und sagte energisch: "Legen Sie mir bitte nicht Worte in den Mund, die ich nicht gesagt habe! (...) Das ist ein ziemlich hohes Ross, auf dem Sie da sitzen. (...) Es gab eine Kampagne, die Sie haben treiben lassen!" Er warnte eindringlich: "Hochmut kommt vor dem Fall! Und diese Wortwahl, diese arrogante Art, das geht (...) gar nicht."

Brantner versuchte daraufhin, die Wogen zu glätten. Sie mahnte aber: "Ich finde es schwierig, wenn die Dynamik jetzt nur noch ist: Schwarz gegen Grün." Grund genug für Lanz, abschließend nach der Zukunft der Zusammenarbeit zu fragen: "Ist es für Sie klar, dass es eine Koalition mit den Grünen wird oder schließen sie auch Neuwahlen nicht aus?" Strobls Antwort fiel ungewöhnlich offen aus und ließ Raum für Spekulationen: "Klar ist mal in einer Demokratie gar nichts!"

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