Auswärtiges Amt
Kurz vor Pfingsten: Reisewarnungen und Hinweise für viele Länder erneuert
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
US-Organisationen warnen WM-Reisende
Videoclip • 28 Sek • Ab 12
Das Auswärtige Amt hat in dieser Woche die Reise- und Sicherheitshinweise für 14 Länder angepasst – darunter wichtige Drehkreuze wie Dubai und Doha.
Das Wichtigste in Kürze
Das Auswärtige Amt hat für 14 Länder die Reise- und Sicherheitshinweise aktualisiert.
Darunter sind bei deutschen Urlauber:innen beliebte Ziele wie VAE, Katar, Südafrika, Kenia und Namibia.
Bei Pauschalreisen kann die Warnstufe des Auswärtigen Amts entscheidend sein.
Die Pfingst- und Sommerurlaube stehen vor der Tür – und damit für viele Deutsche die schönsten Wochen des Jahres: Doch ausgerechnet jetzt verschärft das Auswärtige Amt seine Hinweise für zahlreiche Reiseziele. In dieser Woche wurden die Reise- und Sicherheitshinweise für 14 Länder aktualisiert. Das Spektrum reicht von dringendem Abraten von Reisen bis zu eher technischen oder redaktionellen Änderungen ohne unmittelbare Konsequenzen für Pauschalreisen, wie Merkur.de berichtet.
Unter den betroffenen Ländern sind mehrere Fernreiseziele, die bei deutschen Tourist:innen sehr beliebt sind. Allein Dubai verzeichnete 2025 rund 660.000 deutsche Besucher:innen, Südafrika knapp 291.000, Katar 165.000 und Namibia etwa 110.000.
Auswärtiges Amt rät von Reisen in VAE und Katar dringend ab
Die zweitschärfste Einstufung betrifft zwei der wichtigsten internationalen Flug-Drehkreuze: die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Katar. Für beide Ziele heißt es laut Auswärtigem Amt nun eindeutig: "Von Reisen wird dringend abgeraten." Hintergrund ist der kriegerische Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran. Zwar gilt aktuell eine Waffenruhe, doch die Lage wird auch Mitte Mai weiterhin als "höchst volatil" beschrieben. Die höchste Warnstufe, die Reisewarnung, war erst am 5. Mai für beide Ziele aufgehoben worden.
Das Auswärtige Amt von Minister Johannes Wadephul (CDU) warnt aber weiter ausdrücklich vor möglichen Angriffen auf Hotels, Flughäfen und Wohngebäude sowie vor plötzlichen Einschränkungen im Flugverkehr. Urlauber:innen, die über Dubai oder Doha umsteigen, sollen "Alternativrouten prüfen". Zusätzlich gelten in den VAE strenge lokale Regeln: CBD-Öl wird als illegale Droge eingestuft, Alkohol ist stark reguliert, teilweise gilt eine Null‑Promille-Grenze am Steuer. Zudem kann das Fotografieren militärischer Einrichtungen zu Haftstrafen führen.
Südafrika, Kenia, Namibia: Beliebte Ziele mit neuen Risiken
In Südafrika zeigt sich die Widersprüchlichkeit dieser Reisesaison dem Bericht zufolge besonders deutlich. Die Zahl deutscher Tourist:innen stieg zuletzt um 31 Prozent, gleichzeitig rät das Auswärtige Amt nun vom Besuch der Innenstädte von Johannesburg, Pretoria und Durban ab – unabhängig von der Tageszeit. Begründet wird dies mit einer hohen Kriminalitätsbelastung. Hinzu kommen derzeit Sturmböen von bis zu 120 km/h, überflutete Straßen und gestrichene Flüge am Flughafen Kapstadt.
Auch Kenia steht stärker im Fokus. Dort wirken sich die Spannungen im Nahen Osten indirekt aus: Das Amt warnt vor Treibstoffengpässen, ländliche Tankstellen werden teils gar nicht mehr beliefert. Zudem stuft die kenianische Regierung seit März Teile mehrerer Countys wegen Bandenangriffen als besonders gefährdet ein. Generell wird auf eine erhöhte Terrorgefahr hingewiesen.
In Namibia ist die Sicherheitslage weniger dramatisch, doch auch hier gibt es neue Hinweise: Entlang touristisch wichtiger Routen und in der Nähe von Nationalparks wird Treibstoff knapp, insbesondere an Lodges und abgelegenen Tankstellen. Reisende sollen Tankstopps sorgfältig planen und nicht erst bei fast leerem Tank nachfüllen.
Auch in den News:
Streiks, Blockaden, Kriminalität: Weitere Länder betroffen
In Bolivien sitzen Tourist:innen seit dem 6. Mai teilweise fest. Auslöser ist ein unbefristeter Streik mit Straßenblockaden, von denen auch wichtige Routen betroffen sind – darunter die Strecke zum Titicacasee und nach Uyuni, einem der wichtigsten Ziele für Salzsee-Touren. Das Auswärtige Amt rät, in der Unterkunft zu bleiben und Blockaden "keinesfalls zu Fuß zu umgehen", um gefährliche Situationen zu vermeiden.
Auch in der Karibik und im Indischen Ozean gab es Anpassungen. Für Jamaika werden die Hinweise zu Gewaltkriminalität und zu militärisch überwachten Zonen in Touristengebieten verschärft. Auf den Inselstaaten Dominica, Grenada und St. Lucia geht es um Risiken durch Kriminalität, Proteste und Demonstrationen, teilweise auch bei Festen oder an Stränden. In Bangladesch werden zudem eingeschränkte Flugverbindungen über die Golfregion erwähnt, während bei Fidschi vor allem redaktionelle Anpassungen vorgenommen wurden.
Was bedeuten Reisewarnung, Teilwarnung und "dringendes Abraten"?
Für Urlauber:innen entscheidend ist der rechtliche Unterschied zwischen den Warnstufen. Eine Reisewarnung ist die schärfste Form der staatlichen Risikokommunikation. Sie kann bei Pauschalreisen ein starkes Argument für eine kostenfreie Stornierung sein. Das häufig ähnlich klingende "dringende Abraten" ist rechtlich eine Stufe darunter und "begründet nicht automatisch ein kostenloses Stornorecht", wie aus den Hinweisen hervorgeht.
Eine Teilreisewarnung gilt nur für bestimmte Regionen eines Landes, etwa Grenzgebiete oder Krisenprovinzen. Daneben gibt es allgemeine Sicherheitshinweise, die auf erhöhte Risiken aufmerksam machen, aber in der Regel keine direkten Stornorechte auslösen. Insbesondere Individualreisende sollten daher Tarifbedingungen, Airline-Regeln und Versicherungsklauseln genau prüfen. Das Auswärtige Amt empfiehlt, auf die offizielle Absage des Reiseveranstalters zu warten, statt vorschnell selbst zu kündigen.
Die 14 Länder mit aktualisierten Hinweisen im Überblick
Die vom Auswärtigen Amt aktualisierten Hinweise laut Merkur.de im Überblick:
VAE / Dubai: Dringendes Abraten von Reisen
Katar: Dringendes Abraten von Reisen
Südafrika: Unwetter, Flugausfälle Kapstadt, Kriminalitätshinweise
Kenia: Treibstoffmangel, Bandenangriffe, Terrorgefahr
Aserbaidschan: Teilreisewarnung für Karabach und Grenzgebiet zu Armenien
Tschad: Teilreisewarnung, Ausnahmezustand in der Provinz Lac seit 7. Mai
Jamaika: Hohe Gewaltkriminalität, Militärzonen in Touristengebieten
Namibia: Treibstoffknappheit an Nationalpark-Lodges
Bolivien: Streiks, blockierte Straßen, gestrandete Tourist:innen
Bangladesch: Eingeschränkte Flugverbindungen über die Golfregion
Dominica: Hinweise zu Kriminalität und Protesten
Grenada: Hinweise zu Protesten und Demonstrationen
St. Lucia: Hinweise zu Kriminalität bei Festen und an Stränden
Fidschi: Redaktionelle Anpassungen
Verwendete Quellen:
Auswärtiges Amt: "Reise- und Sicherheitshinweise: letzte Aktualisierungen"
Merkur.de: "Mehr als 1,3 Millionen Deutsche reisen dorthin – Auswärtiges Amt verschärft Hinweise für 14 Länder"
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