Wolfram Weimer

Kulturstaatsminister bei Buchenwald-Gedenken kritisiert

Veröffentlicht:

von dpa

:newstime

Buhrufe gegen Weimer auf Buchmesse

Videoclip • 01:20 Min • Ab 12


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Bereits im Vorfeld war der geplante Auftritt von Kulturstaatsminister Weimer bei der Gedenkveranstaltung im KZ Buchenwald zum Politikum geraten. Vor Ort wurde seine Rede dann massiv gestört.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kulturstaatsminister Weimer war zu Gast beim Buchenwald-Gedenken.

  • Während seiner Rede kam es zu Zwischenfällen.

  • Er wurde auch erneut für seine Absage des Deutschen Buchhandlungspreises an linke Läden kritisiert.

Der zuvor umstrittene Auftritt von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) bei der Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar vor 81 Jahren ist teils von lauten Rufen und Gesängen übertönt worden. Mehrere Menschen riefen linke Parolen wie "Alerta, Alerta, Antifascista". Außerdem sangen sie während seiner Rede das Buchenwald-Lied, das 1938 von Häftlingen geschrieben wurde.

Eine Rednerin kritisierte Weimer auch direkt. "Wenn Buchhandlungen ohne weitere Erklärung diskreditiert werden, dann gerät etwas ins Wanken", sagte die Präsidentin des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD), Lena Sarah Carlebach. Es seien subtile Verschiebungen, wenn Kultur unter Verdacht gerate. Hintergrund ist die Absage des Deutschen Buchhandlungspreises, nachdem Weimer zuvor drei linke Läden von der Preisträgerliste hatte streichen lassen.

Weimer ließ Zwischenrufe unkommentiert

Vor dem Auftritt Weimars gab es Kritik. Zwei Buchenwald-Verbände hatten ihn aufgefordert, nicht persönlich zu erscheinen. Sie warfen ihm vor, er habe es an Verständnis für KZ-Überlebende missen lassen. Der Zentralrat der Juden und der israelische Botschafter Ron Prosor stellten sich hingegen ausdrücklich hinter Weimer.

Angesprochen auf die Rufe sagte Weimer am Rande der Veranstaltung der Deutschen Presse-Agentur: "Es war ein Tag der Würde, und es ist ein Tag der Erinnerung an die Befreiung." Das habe im Vordergrund gestanden. Auf die Zwischenrufe wollte er auf Nachfrage nicht weiter eingehen.

Ungestört von zuvor ebenfalls angekündigten propalästinensischen Protesten hatte Hauptredner Hape Kerkeling bei dee Gedenkveranstaltung in eindringlichen Worten über das Leid seines in Buchenwald inhaftierten Großvaters berichtet. Erstmals seit Jahrzehnten sprach hingegen kein Überlebender bei dem Festakt. Hintergrund waren Einschränkungen des Flugverkehrs aus Israel.

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