Parteichef bei Ruhr-SPD
Koalitionsstreit: Ruhr-SPD rechnet mit Regierung ab
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von Damian Rausch:newstime
Klingbeil stellt Berliner SPD Ultimatum
Videoclip • 01:19 Min • Ab 12
Die Kritik an der schwarz-roten Koalition wächst – auch innerhalb der SPD. Parteichef Lars Klingbeil verteidigt den Regierungskurs, räumt eigene Fehler ein und fordert Veränderungen.
Das Wichtigste in Kürze
Die Ruhr-SPD kritisiert den anhaltenden Streit innerhalb der schwarz-roten Bundesregierung und fordert bessere Zusammenarbeit.
SPD-Chef Lars Klingbeil verteidigt politische Auseinandersetzungen und setzt sich für soziale Reformen sowie ein AfD-Verbotsverfahren ein.
Angesichts schwacher Umfragewerte von 14 Prozent fordert Klingbeil eine selbstkritische Neuausrichtung seiner Partei.
In der SPD wächst die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung. Beim Mitgliederkonvent im Ruhrgebiet fordern Parteivertreter einen Kurswechsel und mehr Geschlossenheit. SPD-Chef Lars Klingbeil zeigt sich selbstkritisch und verteidigt zugleich den Streit innerhalb der Koalition.
Ruhr-SPD kritisiert Streit in der Bundesregierung
Die Kritik an der schwarz-roten Bundesregierung wird auch innerhalb der SPD lauter. Bei einem Mitgliederkonvent in Bochum hat die Ruhr-SPD deutlich gemacht, dass sie sich besser abgestimmte Reformen und einen konstruktiveren Umgang zwischen den Koalitionspartnern wünscht.
Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, warf der Vorsitzende der Ruhr-SPD, Martin Murrack, der Bundesregierung ein "unabgestimmtes Hickhack" und "offenes Gestreite" vor. Die Menschen seien von den politischen Auseinandersetzungen genervt und erwarteten stattdessen konkrete Lösungen für ihre Probleme.
Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Das Ruhrgebiet redet Klartext".
Klingbeil verteidigt Streit um Reformen
SPD-Chef und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil warb angesichts der Kritik um Verständnis. Die Koalition müsse bei zentralen Themen wie Rente, Gesundheit und Pflege gemeinsame Lösungen finden. Dabei seien schwierige Kompromisse unvermeidbar.
Gleichzeitig machte der Vizekanzler deutlich, dass politische Auseinandersetzungen notwendig sein könnten. "Es gibt Situationen, wo so viel los ist, dass man sich streiten muss", erklärte Klingbeil laut dpa.
Als Beispiel nannte er einen Entwurf von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) für einen Spritpreisdeckel. Sollte ein solcher Vorschlag nicht funktionieren, müsse die SPD dies offen ansprechen. Es dürfe nicht dazu kommen, dass Mineralölkonzerne davon profitierten.
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SPD fordert AfD-Verbot und sozialen Ausgleich
Klingbeil betonte zudem, dass der Sozialstaat und die Bezahlbarkeit des Lebens für ihn zu den wichtigsten politischen Aufgaben gehörten.
Darüber hinaus wolle die SPD die Union davon überzeugen, ein Verbotsverfahren gegen die AfD einzuleiten. Gleichzeitig räumte Klingbeil ein, dass seine Partei innerhalb der Bundesregierung der kleinere Koalitionspartner sei.
Klingbeil übt Selbstkritik angesichts schwacher Umfragewerte
Auch mit Blick auf die eigene Partei zeigte sich Klingbeil selbstkritisch. Die SPD benötige eine klare Vorstellung davon, wie sich Deutschland in Zukunft entwickeln solle.
"Wir brauchen eine Idee von der Zukunft des Landes", sagte der Parteivorsitzende laut dpa und räumte ein, dafür selbst mitverantwortlich zu sein.
Angesichts von nur 14 Prozent Zustimmung für die SPD in aktuellen Umfragen sei eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Politik unverzichtbar.
Klingbeil ermutigte die Parteibasis ausdrücklich, ihn auch hart zu kritisieren. Es wäre fatal, wenn die SPD angesichts ihrer schwachen Umfragewerte nicht bereit wäre, die eigene Arbeit zu hinterfragen.
Streit um Spritpreisdeckel verschärft Spannungen
Besonders deutlich werden die Meinungsverschiedenheiten beim geplanten Spritpreisdeckel. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, hatte Klingbeil den Entwurf von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche bereits am Donnerstag als unwirksam zurückgewiesen. Der SPD-Politiker fordert Nachbesserungen, damit Mineralölkonzerne mögliche Preisbeschränkungen nicht umgehen können.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Deutsche Presse-Agentur (dpa): "Klingbeil wirbt bei Ruhr-SPD um Verständnis für Koalitionsstreit"
Süddeutsche Zeitung: "Klingbeil lehnt Reiches Spritpreisdeckel als unwirksam ab"
SPD-Parteivorstand: "Im Land unterwegs: Lars Klingbeil beim Ruhr-Konvent in Bochum"
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