Sparpläne im Gesundheitssektor
KBV warnt vor weniger Arztterminen durch Milliardeneinsparungen
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von dpa:newstime
Gesundheitsreform: Wer jetzt mehr zahlt
Videoclip • 01:47 Min • Ab 12
Die geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen könnten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zufolge Millionen Arzttermine unfinanziert lassen und die ambulante Versorgung in Praxen ausdünnen.
Das Wichtigste in Kürze
Die KBV warnt vor Millionen unbezahlter Behandlungsfälle.
Das Sparpaket soll die Kassenbeiträge stabilisieren.
Die Praxen könnten in der Folge deutlich weniger Termine anbieten.
Die Kassenärzt:innen erwarten wegen der geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen im kommenden Jahr deutlich weniger Behandlungen in den Arztpraxen. Nach Berechnungen der Kassenärztlichen Vereinigungen wären durch die geplanten Sparmaßnahmen rund 46 Millionen Behandlungsfälle nicht finanziert. "Bild" hatte zuerst über ein entsprechendes Papier der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) berichtet.
Hausärzt:innen und Allgemeinmediziner:innen, die bisher im Schnitt 984 Patient:innen pro Quartal behandelten, könnten demnach nur noch 892 Fälle behandeln. Bei Kinderärzt:innen würde die Zahl der maximal versorgten Patient:innen rechnerisch von 1.189 auf 1.124 sinken.
Sparpaket soll Beitragsanstieg stoppen
Das Bundeskabinett hatte Ende April ein Sparpaket für das Gesundheitswesen auf den Weg gebracht, das noch durch Bundestag und Bundesrat muss. Es soll den stetigen Anstieg der Krankenkassenbeiträge stoppen, mit dem die steigenden Kosten im System immer wieder aufgefangen wurden. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen mit dem Paket 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlastet werden. Das ist etwas mehr als das erwartete Defizit von 15,3 Milliarden Euro.
Kürzungen und höhere Zahlungen
Geplant sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente, höhere Beiträge für Gutverdiener:innen und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartner:innen. Bei Ärzt:innen und Kliniken sollen Vergütungsanstiege begrenzt werden. Bei Praxen sollen mehrere Extra-Zahlungen wegfallen.
Auch in den News:
KBV-Chef: "Heckenschnittartiges Spargesetz"
KBV-Chef Andreas Gassen sagte "Bild": "Vor uns liegt ein heckenschnittartiges Spargesetz. Kommt es in der bisher vorliegenden Form, werden die Kassenärztlichen Vereinigungen das ambulante Leistungsangebot reduzieren müssen." Schon heute würden viele Untersuchungen und Behandlungen nicht bezahlt, heißt es in dem Papier. Über 40 Millionen Termine erbrächten Fachärzt:innen ohne Vergütung.
Die KBV hatte bereits nach dem Kabinettsbeschluss Ende April vor spürbaren Konsequenzen mit weniger Terminen und Leistungen für Patient:innen gewarnt. Ihren Angaben zufolge stehen durch die Kürzungsmaßnahmen rund 2,7 Milliarden Euro weniger für die ambulante Versorgung gesetzlich versicherter Patient:innen zur Verfügung.
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