US-Notenbank
Jerome Powells Nachfolger? Trump nominiert seinen Wunsch-Fed-Chef
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Trump beleidigt Fed-Chef: "Dumme Person" (26. August 2025)
Videoclip • 01:29 Min • Ab 12
Mit Jerome Powell liegt Donald Trump im Dauer-Clinch. Nun hat der US-Präsident seinen Favoriten auf den Posten des Fed-Chefs bestimmt. Klar ist jedoch noch nichts.
Das Wichtigste in Kürze
Wenn es nach Donald Trump geht, wird Kevin Warsh der neue Chef der US-Notenbank Fed.
Warsh würde die Nachfolge von Jerome Powell antreten, mit dem der US-Präsident einen Dauerstreit führt – gegen Powell wurde sogar ermittelt.
Mit 35 Jahren war Warsh bereits als Fed-Gouverneur tätig und das jüngste Vorstandsmitglied in der Geschichte der Federal Reserve.
US-Präsident Donald Trump hat den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger für den aktuellen US-Notenbank-Chef Jerome Powell nominiert. Auf seiner Plattform Truth Social teilte Trump mit, er kenne Warsh schon seit langer Zeit und habe keinen Zweifel daran, dass dieser als einer der Großen an der Notenbankspitze in die Geschichte eingehen werde.
Trumps Kandidat: Wer ist Kevin Warsh?
Der heute 55-jährige Warsh war bereits mit 35 Jahren Fed-Gouverneur und damit das jüngste Vorstandsmitglied in der Geschichte der Federal Reserve. Nach einem Jurastudium arbeitete er mehrere Jahre bei der Investmentbank Morgan Stanley im Bereich Fusionen und Übernahmen. 2002 wechselte er in die Politik und beriet den damaligen republikanischen Präsidenten George W. Bush bei Fragen zu Kapitalflüssen und Wertpapieren.
Bush nominierte Warsh 2006 als Fed-Gouverneur. Der frühere Fed-Chef Ben Bernanke schrieb in seinen Memoiren, dass Warshs junges Alter zwar Kritik auf sich gezogen habe, aber seine politischen Fähigkeiten, sein Marktverständnis und seine vielen Kontakte an der Wall Street hätten sich als wertvoll erwiesen. Warsh ist der Schwiegersohn des langjährigen Trump-Freundes Ronald Lauder, dem Präsidenten des jüdischen Weltkongresses.
Hat sich die Ansicht von Trumps Favorit gewandelt?
Warsh gilt eigentlich als "Inflation Hawk", der eher zu einem restriktiveren Zinspfad tendiert, um die Teuerungsrate in den Griff zu bekommen. Sein Augenmerk liegt mehr auf Preisstabilität, während er vor einer zu lockeren Geldpolitik und Inflationsrisiken warnt – er befürwortet also eher Zinsanhebungen. Allerdings soll er sich laut Medienberichten zuletzt offen für niedrigere Zinsen gezeigt haben.
Warsh war bereits 2017 im Gespräch
Für Warsh ist es nicht das erste Mal, dass er im Rennen um den Vorsitz der wichtigsten Notenbank der Welt ist. Bereits 2017 soll Trump erwogen haben, ihn als Nachfolger für Janet Yellen zu nominieren – entschied sich dann aber für Powell, mit dem er seit Monaten im Clinch liegt.
Bestätigung durch den Senat noch unsicher
Der US-Senat muss Trumps Kandidaten noch als künftigen Chef der Federal Reserve bestätigen. Powells Amtszeit endet regulär im Mai. Allerdings gibt es Zweifel daran, ob Trumps Wunschkandidat tatsächlich neuer Fed-Chef wird. Die aktuellen Ermittlungen gegen Powell haben dem Präsidenten Kritik auch aus den eigenen Reihen eingebracht. Der einflussreiche Senator Thom Tillis kündigte an, er werde keinem Kandidaten für Notenbank-Posten zustimmen, bis die Angelegenheit geklärt sei.
Powell ist Trump schon lange ein Dorn im Auge
Der Nominierung war ein monatelanger Konflikt zwischen Trump und Powell vorausgegangen. Der Präsident fordert seit langem die Senkung des Leitzinses. Die Fed legte zuletzt eine Zinspause ein, nachdem sie zuvor drei Zinsschritte nach unten auf 3,5 bis 3,75 Prozent vorgenommen hatte. Diese kleinen Senkungen sollten ein Wiederaufflammen der Inflation auf hohem Niveau verhindern, doch das reichte Trump nicht – in der Folge forderte er Powells Entlassung und beleidigte ihn regelmäßig.
Ermittlungen gegen aktuellen Fed-Chef
Zuletzt hatte sich der Konflikt zwischen Trump und der Notenbank weiter zugespitzt: Powell wies Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Fed zurück. "Die Drohung mit einer Anklage ist eine Folge davon, dass die Federal Reserve die Zinssätze nach bestem Wissen und Gewissen im öffentlichen Interesse festlegt und nicht den Präferenzen des Präsidenten folgt", sagte Powell.
Laut Powell stellte das US-Justizministerium der Fed Vorladungen zu und drohte mit einer Anklage. Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen und kostspieligen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben. Die zuständige Staatsanwältin spielte den Fall jedoch herunter: Außer Powell habe niemand das Wort "Anklage" in den Mund genommen. Notenbankchefs weltweit stellten sich hinter Powell.
Weitere Konflikte mit Fed-Vorstandsmitgliedern
Powell ist nicht das einzige Fed-Vorstandsmitglied, gegen das die Trump-Regierung vorgeht: Das Oberste US-Gericht prüft derzeit, ob die Vorständin Lisa Cook entlassen werden darf oder nicht. Richter:innen aus beiden politischen Lagern äußerten zuletzt Skepsis gegenüber den Vorwürfen der Regierung, Cook habe vor ihrem Amtsantritt bei Hypothekengeschäften falsche Angaben gemacht.
Auch in den News:
Politische Bedeutung im Wahljahr
Weder der Präsident noch die Republikaner können es sich im Wahljahr 2026 leisten, interne Zerwürfnisse zu riskieren: Anfang November stehen die wichtigen Kongresswahlen an. Verliert Trump die Mehrheit, dürften die Demokraten im US-Parlament ihm die Arbeit in der restlichen Amtszeit deutlich erschweren
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
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