Markus Lanz
"Ich habe in diesem Moment gelitten": Volker Wissing erinnert sich an den Bruch der Ampel
Veröffentlicht:
von Teleschau:newstime
Volker Wissing tritt aus der FDP aus und bleibt Verkehrsminister
Videoclip • 01:03 Min • Ab 12
Nach dem Ampel-Aus zeigt sich Volker Wissing ungewöhnlich emotional – und blickt kritisch auf die letzten Stunden der Koalition zurück. Vor allem ein Moment habe ihn besonders getroffen.
Das Wichtigste in Kürze
Volker Wissing spricht bei "Markus Lanz" offen über die Entlassung von Christian Lindner und bezeichnet den Moment als persönlich belastend.
Ein politisches Comeback schließt er derzeit klar aus und betont, dass er "überhaupt keine Gedanken in diese Richtung" habe.
Gleichzeitig kritisiert Wissing die zunehmende politische Abgrenzung und nennt das Scheitern einer Jamaika-Koalition rückblickend einen Fehler.
Bei "Markus Lanz" blickte Volker Wissing noch einmal auf die letzten Stunden der Ampel-Koalition zurück und wurde dabei ungewöhnlich emotional. Vor allem der Moment, in dem Olaf Scholz die Entlassung von Finanzminister Christian Lindner ankündigte, habe ihn stark getroffen.
Bei "Markus Lanz" blickte Volker Wissing noch einmal auf die letzten Stunden der Ampel-Koalition zurück und wurde dabei ungewöhnlich emotional. Vor allem der Moment, in dem Olaf Scholz die Entlassung von Finanzminister Christian Lindner ankündigte, habe ihn stark getroffen.
Seit dem Ampel-Aus am 6. November 2024 steckt die FDP im Umfragetief und landet laut neuesten Erhebungen weiter unter der Fünf-Prozent-Hürde. Bei "Markus Lanz" ging es am Donnerstagabend deshalb um die große Frage: Gibt es für die Liberalen noch einen Weg zurück? Und welche Rolle spielte Christian Lindner beim Ende der Koalition? Lanz konfrontierte dabei Ex-Bundesminister Volker Wissing direkt mit der Frage: "Glauben Sie, dass es so etwas wie ein Lazarus-Comeback gibt für Sie?" Wissing reagierte ausweichend: "Ehrlich gesagt (...) ist das keine Glaubensfrage, sondern es hängt davon ab, was für ein Angebot gemacht wird." Lanz blieb jedoch dabei und fragte: "Ist es ausgeschlossen für Sie, zurückzukehren?" Wissings Antwort blieb kühl - auch, weil er nach dem Ampelende aus der FDP ausgetreten war: "Ich habe überhaupt keine Gedanken in diese Richtung."
Als es anschließend um die Ursachen des Ampel-Bruchs ging, wurde Wissing grundsätzlicher. Er warnte vor einer Politik, die sich nur noch über Abgrenzung definiert: "Wenn man am Ende nur noch Abgrenzung übt, dann schwächt man unsere Demokratie und unser Volk von Innen." Gleichzeitig blickte er zurück auf eine verpasste Alternative: Wissing nannte es nämlich einen "Fehler", dass eine Jamaika-Koalition damals "nicht zustande gekommen ist". Er offenbarte zum Erstaunen von Markus Lanz: "Ich hätte mich damals gefreut, wenn das geklappt hätte."
Auch in den News:
Volker Wissing: "Dieses Papier ist nicht in meine Hände gelangt"
Spätestens hier steuerte Lanz auf den Elefanten im Raum zu. Er hielt Wissing vor, Christian Lindner bislang komplett ausgelassen zu haben: "Die Sendung läuft jetzt schon einige Minuten (...) und der Name Christian Lindner ist aus Ihrem Mund noch nicht einmal gekommen!" Wissing konterte ruhig: "Ja, weil ich möchte nicht über andere urteilen." Außerdem sei es kein "guter Stil", "wenn man aus einer Partei ausgetreten ist". Er habe zwar seit 2024 keinen Kontakt mehr zu Lindner, habe aber "keine negativen Gefühle ihm gegenüber".
Lanz erwiderte skeptisch, dass das Ampel-Scheitern jedoch "maßgeblich mit Christian Lindner verbunden" sei. Wissing widersprach dem nicht: "Das ist so! Und natürlich sind immer diejenigen auch verantwortlich, die Entscheidungen getroffen haben." Eine Steilvorlage für den ZDF-Moderator, der das D-Day-Papier der FDP anzusprechen versuchte.
Ein Versuch, den Wissing jedoch abblockte: "Dazu kann ich nichts sagen." Er ergänzte vorsichtig: "Ich fand das bemerkenswert. (...) Dieses Papier ist nicht in meine Hände gelangt durch die Partei und es ist auch nicht unter den Führenden verteilt worden."
Volker Wissing: "Ich habe richtig körperlich gelitten"
Auch die Entlassung von Christian Lindner als Bundesfinanzminister wurde zum Gesprächsthema bei "Markus Lanz". Volker Wissing schilderte den Moment rückblickend als extrem belastend: "Ich habe in diesem Moment gelitten, weil ich es eine wahnsinnig destruktive Situation fand. Traurig, wenn man weiß, wie hart gekämpft worden ist, um diese Regierung zustande zu kriegen." Er fügte emotional hinzu: "Ich habe richtig körperlich gelitten. (...) Ich hatte so ein Unwohlsein, so richtige Krämpfe." Obwohl Wissing auch an die Erfolge der Ampel erinnerte, blieb ihm am Ende nicht viel Positives zu sagen. Sein Fazit zum Ende der Ampel fiel vernichtend aus: "Es war nur Destruktion, es war nur Zerstörung!"
Verwendete Quellen:
Teleschau
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