Kampf um Sachsen-Anhalt
Haseloff warnt bei Lanz vor möglichem AfD-Wahlsieg: "Geht um unser Land"
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von Natascha WittmannIn Sachsen-Anhalt liegt derzeit die AfD in Umfragen vorne - eine Tatsache, die dem Ex-Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (rechts) bei "Markus Lanz" Sorgen macht.
Bild: ZDF / Cornelia Lehmann
"Das erste Ziel ist, dass die AfD keine absolute Mehrheit bekommt": Reiner Haseloff wird bei "Markus Lanz" mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich. Dass er aufgrund der Probleme mit dem Finger nach Berlin zeigte, war dem ZDF-Moderator zu einfach.
Das Wichtigste in Kürze
Die Wahl iin Sachsen-Anhalt m September war Thema bei Markus Lanz am Donnerstag.
Die aktuelle AfD-Führung bereitet nicht nur Ex-Ministerpräsident Haseloff Sorgen.
Den Verweis auf die Bundesregierung lässt der Moderator nicht gelten.
In Sachsen-Anhalt wird der Wahlkampf schon jetzt zum Stresstest: Am 6. September wird ein neuer Landtag gewählt und aktuelle Umfragen sehen die AfD an der Spitze. ZDF-Moderator Markus Lanz blickte in dem Zusammenhang in seiner Sendung am Donnerstagabend (12. März) auf den Rückzug von Ex-Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zurück, der seinen Posten Ende Januar an Sven Schulze übergeben hatte. Lanz fragte kritisch nach: "War diese Übergabe von Reiner Haseloff an seinen Nachfolger Sven Schulze zu spät?" Journalistin Anne Hähnig fand dafür klare Worte: "Der Übergang war sehr spät." Ob sich das rächen wird? "Das werden wir am Wahlabend wissen", meinte Hähnig nachdenklich.
Haseloff, der bei einem AfD-Wahlsieg schon ans Auswandern gedacht hat, hielt jedoch dagegen und verwies auf den Koalitionsvertrag, denn: "Der Koalitionsvertrag Sachsen-Anhalts hatte einen vorzeitigen Wechsel bewusst ausgeschlossen, weil mein Name im Koalitionsvertrag stand." Zudem verteidigte er den Start von Schulze und sagte: "Wir haben es hinbekommen, (...) durch eine wirklich hervorragende Leistung, diesen Wechsel schnell und effektiv so hinzubekommen, dass er die Chance hat, sich entsprechend auch zu positionieren. Und er macht das sehr, sehr gut!" Sein Wahlkampfziel? "Wir werden dieses Land für uns versuchen, (...) in der Mitte auch zu halten - und damit (...) die Demokratie zu stabilisieren."
Haseloff kritisiert Arbeit der schwarz-roten Bundesregierung
Haseloff warnte mit Blick auf die AfD: "Es geht um alles. Es geht um dieses Land, unser Land, unsere Demokratie." Eine absolute Mehrheit für die AfD halte er dennoch für unwahrscheinlich: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass in diesem Lande keine absolute Mehrheit (...) für die AfD hinzubekommen ist." Die Ursachen für die Stimmungslage sah der Ex-Ministerpräsident vor allem hier: "Die entscheidenden Punkte, die derzeit diese Umfrageergebnisse bedingen, sind die wirtschaftliche Entwicklung im Zusammenhang mit der Migrationsfrage."
Lanz wollte daraufhin von Haseloff wissen, wie er den Umgang mit der Linkspartei sowie der AfD beurteile. Der Ex-Ministerpräsident wich aus und setzte auf die eigene Strategie: "Wir arbeiten darauf hin, dass wir diese Wahl gewinnen und dass wir überhaupt nicht in solche Diskussionen kommen." Seine Priorität: "Das erste Ziel (...) ist, dass die AfD nicht in Regierungsverantwortung kommt, keine absolute Mehrheit bekommt."
Dann platzte es aus ihm heraus: "Die AfD bestimmt - bis auf Schleswig-Holstein - in allen Parlamenten, wer regieren kann! Das kann doch nicht sein, dass diese Partei alle Konstellationen in dieser Bundesrepublik Deutschland auf Länder- und auf der Bundesebene bestimmt! Wo sind wir denn hingekommen?" Lanz konterte trocken: "Herr Haseloff, man nennt das Demokratie." Haseloff blieb jedoch kämpferisch: "Deswegen müssen wir denen die Themen wegnehmen und die Themen lösen!"
Als Lanz nachsetzte - "Sie provozieren gerade die Bemerkung: Sie waren selbst in führender Position 15 Jahre lang." - verwies Haseloff schließlich nach Berlin: "Ich bin mit dem Ergebnis und (...) auch der Schnelligkeit der Arbeit der Bundesregierung sozusagen unzufrieden, weil es muss schneller gehen - auch mit Blick auf unser Wahlergebnis."
"Ich bin überhaupt nicht angefressen!"
Abschließend kam Lanz auf ein anderes Thema zu sprechen: "Was ist dran an dem Gerücht, dass Sie eigentlich als Wirtschaftsminister im Kabinett Merz vorgesehen waren?" Reiner Haseloff reagierte vage: "Es gab damals sicherlich eine Überlegung auch in den ostdeutschen CDU-Kreisen, in welcher Form man die neuen Bundesländer in einem Kabinett wiederfinden wollte und sollte." Lanz hakte nach: "Das ist doch Ihr Lebensthema! Sichtbarkeit, Hörbarkeit Ostdeuscher!"
Der CDU-Mann entgegnete genervt: "Ich werde mich dazu nicht weiter äußern. Überlegungen gab es dazu und die Entscheidung hat der Bundeskanzler getroffen und demzufolge ist das jetzt auch die Faktenlage und dieses Kabinett muss jetzt erfolgreich arbeiten." Ob er's gemacht hätte? "Ich war zumindest grundsätzlich bereit, darüber nachzudenken - wenn ich diesen Vorschlag bekommen hätte." Für Haseloff sei das Thema jetzt aber "kalter Kaffee". Lanz sah das anders und stichelte: "So ganz kalt ist der Kaffee nicht. (...) Ich kenne ja ein bisschen Ihr Temperament. Sie sind angefressen, Herr Haseloff." Haseloff hielt jedoch dagegen und stellte klar: "Ich bin überhaupt nicht angefressen!"
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