Gefährlichste Cybercrime-Bande

140 Millionen Dollar erpresst: Ermittlern gelingt Schlag gegen Hackergruppe

Veröffentlicht:

von Valentin Kronberger

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Nächste KI verübt Hacker-Angriff (30. Juli)

Videoclip • 01:17 Min • Ab 12


Die russische Hackergruppe Qilin gehört zu den skrupellosesten Kriminellen weltweit. Jetzt gelingt deutschen Ermittler:innen ihr bisher größter Erfolg.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Hackergruppe Qilin erpresste mehr als 140 Millionen Dollar an Lösegeld.

  • Ein führender Kopf der Hackerbande wurde nach Deutschland ausgeliefert.

  • Deutsche Ermittler:innen hatten die Hacker über Monate infiltriert.

Es ist eine der gefährlichsten Cybercrime-Banden der Welt: Sie erpresste 4.000 Unternehmen und erbeutete mehr als 140 Millionen Dollar. Jetzt ist den Ermittler:innen aus Nordrhein-Westfalen ein wichtiger Schlag gegen die russische Hackergruppe gelungen.

Auch in den News:

Kopf der Hackergruppe ausgeliefert

Schon im Mai war ein 28-jähriger Russe in Tokio festgenommen worden, am Freitag (2. Oktober) wurde er nach Deutschland ausgeliefert. "Statt Sushi gibt es jetzt Käsebrot in einer deutschen JVA", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Der Mann soll einer der führenden Köpfe der Hackergruppe mit dem Namen "Qilin" sein.

Das ist der größte Schlag, der deutschen Ermittlern im Kampf gegen Cyberkriminalität je gelungen ist.

NRW-Innenminister Herbert Reul

Hacker von Japan ausgeliefert

Deutsche Ermittler:innen hatten erfahren, dass der Russe in Japan Urlaub machen will - daraufhin schalteten sie die japanischen Behörden ein. Mittlerweile sitzt der 28-Jährige in einer Justizvollzugsanstalt.

Hackergruppe erbeutete 140 Millionen Dollar

Die russische Hackergruppe griff seit 2024 weltweit fast 4.000 Unternehmen und Institutionen an - davon 150 in Deutschland. Reul geht von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus. Die Kriminellen forderten insgesamt fast drei Milliarden US-Dollar an Lösegeld, wovon mehr als 140 Millionen Dollar gezahlt wurden.


Bei Ransomware-Angriffen verschlüsseln die Hacker Daten und Computersysteme oder stehlen sensible Informationen. Für die Freigabe der Daten oder die Reparatur der Systeme verlangen sie Geld von den Unternehmen. Ob die Kriminellen sich an die Abmachung halten, ist unklar - sie könnten das IT-System einer Firma auch erneut angreifen.


Ermittler:innen infiltrierten Hackergruppe

Qilin gehört dabei zu den skrupellosesten Hackerbanden und ist mit mehreren hundert Mittätergruppen verbunden. Um die Cyberkriminellen zu überführen, infiltrierten deutsche Ermittler:innen die Hackergruppe und verfolgten Zahlungsströme in Kryptowährungen.

Die Spezialist:innen des Landeskriminalamts drangen unbemerkt in die Rechner der Täter:innen ein. Über Monate gingen sie unzähligen digitalen Spuren nach und setzten aus vielen Details ein Gesamtbild zusammen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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