Streit mit Dänemark
Grönland im Visier Trumps: Widersprüchliche Signale aus den USA
Veröffentlicht:
von Emre BölükbasiMilitärdrohung oder Kaufangebot? Trumps Grönland-Pläne verunsichern Europa. Dänemark weist US-Ansprüche zurück – der Streit um Sicherheit, Selbstbestimmung und die Arktis eskaliert.
Das Wichtigste in Kürze
Washington sendet widersprüchliche Signale zu Grönland: Während Trump einen Militäreinsatz nicht ausschließt, spricht sein Außenminister von Kaufplänen.
Dänemark und mehrere europäische Staaten reagieren alarmiert und weisen jede Drohung entschieden zurück.
Im Zentrum des Streits stehen Grönlands strategische Lage, Sicherheitsfragen in der Arktis und das Selbstbestimmungsrecht der Insel.
Die US-Regierung sendet aktuell höchst unterschiedliche Botschaften bezüglich ihrer Absichten gegenüber Grönland. Während das Weiße Haus einen Militäreinsatz nicht ausschließt, spricht der Außenminister offenbar von Kaufplänen. Die europäischen Partner reagieren mit Besorgnis und Widerstand auf die verschärften Drohungen Washingtons.
Trumps zwiespältige Grönland-Strategie
Präsident Trumps Sprecherin Karoline Leavitt erklärte unmissverständlich: "Der Präsident und sein Team erörtern eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, und selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs jederzeit als Option zur Verfügung."
Außenminister Marco Rubio, gleichzeitig Trumps Nationaler Sicherheitsberater, gab laut Medienberichten in einer vertraulichen Sitzung mit US-Abgeordneten jedoch an, die jüngsten Drohungen sollten keine militärische Invasion signalisieren. Das Ziel sei vielmehr ein Kauf Grönlands, berichteten das "Wall Street Journal" und die "New York Times" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Trump soll seine Mitarbeiter:innen bereits um die Vorlage eines aktualisierten Plans für einen Erwerb der Insel gebeten haben - ein Vorhaben, das er schon während seiner ersten Amtszeit verfolgte.
Dänemarks entschiedener Widerstand
Dänemark hat den US-Anspruch auf Grönland und die militärischen Drohungen kategorisch zurückgewiesen. Regierungschefin Mette Frederiksen warnte deutlich: "Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann hört alles auf." Dies würde das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und der seit dem Zweiten Weltkrieg bestehenden Sicherheitsarchitektur bedeuten.
In einer gemeinsamen Erklärung betonten Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien und Dänemark am Dienstag (7. Januar): "Grönland gehört den Grönländern. Es ist allein Sache Dänemarks und Grönlands, über Angelegenheiten zu entscheiden, die Dänemark und Grönland betreffen." Die Erklärung wurde auch von Bundeskanzler Friedrich Merz unterzeichnet.
Die strategische Bedeutung Grönlands
Trump verweist bei seinen Besitzansprüchen regelmäßig auf China und Russland. Er behauptet, entlang der Küste Grönlands seien überall russische und chinesische Schiffe zu sehen. Es gehe nicht um Mineralien oder Öl, davon hätten die USA selbst genug. Vielmehr benötigten die USA Grönland für ihre nationale Sicherheit, argumentiert er.
Die größte Insel der Welt liegt strategisch zwischen den USA, Russland und Europa und erstreckt sich weit in den Polarkreis hinein. Aufgrund des Klimawandels wird die Arktis zunehmend für die zivile und militärische Schifffahrt interessant. Zudem werden in Grönland auch Vorkommen wichtiger Mineralien, darunter seltene Erden, vermutet.
Die USA verfügen bereits über weitreichende Rechte, die Insel zur eigenen Verteidigung zu nutzen - unter anderem durch ein Verteidigungsabkommen von 1951. Im abgelegenen Pituffik, etwa 1.500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Nuuk, betreibt das US-Militär seit Langem einen Militärstützpunkt, der Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und Weltraumüberwachungsmissionen unterstützt.
Grönlands Status und Selbstbestimmungsrecht
Grönland war bis 1953 eine Kolonie Dänemarks, hat aber seit 1979 immer größere Selbstverwaltungsrechte erhalten und ist inzwischen weitgehend autonom. Über Bereiche wie Außen- und Verteidigungspolitik entscheidet weiter Dänemark - durch die Anbindung an das Königreich ist Grönland auch Teil der NATO.
Auch die Regierung Grönlands, wo nur rund 57.000 Menschen leben, lehnt die Begehrlichkeiten der US-Regierung entschieden ab.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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