Öko-Test
Gesalzene Erdnüsse im Test: Viele "sehr gut", ein Produkt fällt krachend durch
Veröffentlicht:
von Max StrumbergerGesalzene Erdnüsse gelten als einfacher Snack mit wenig Risiko – doch stimmt das wirklich?
Bild: IMAGO/Martin Wagner
Beim Griff zur Erdnuss-Tüte denken die wenigsten an Schadstoffe. Öko-Test wollte es genauer wissen und hat 21 gesalzene Erdnussprodukte getestet. Das Ergebnis zeigt: Gute Qualität gibt es günstig, doch ein Ausreißer ist alarmierend.
Das Wichtigste in Kürze
Gesalzene Erdnüsse wirken auf den ersten Blick wie ein unbedenklicher Snack.
Öko-Test hat 21 Sorten unter die Lupe genommen und im Labor prüfen lassen.
Die meisten überzeugen, doch ein Produkt fällt mit bedenklichen Werten massiv durch.
Gesalzene Erdnüsse gelten als klassischer Knabbersnack – doch wie unbedenklich sind sie wirklich? Öko-Test ist dieser Frage in der Ausgabe 01/2026 nachgegangen und hat 21 Produkte geprüft: von Discountern wie Netto und Penny über Supermärkte wie Rewe bis hin zu Bioläden und Marken wie Rapunzel, darunter fünf Bio-Produkte. Im Fokus standen ausschließlich geröstete, gesalzene Nüsse ohne Teigmantel oder Spezialwürzung. Das Ergebnis: Während die meisten Erdnüsse überzeugen, fällt ein Produkt mit hohen Schadstoffwerten alarmierend aus dem Rahmen.
Im Labor ließ Öko-Test die Nüsse auf ihren Salzgehalt, Rückstände von Mineralölkohlenwasserstoffen und Bisphenol A (BPA) sowie auf Schimmelpilzgifte untersuchen. Zugleich wurden die Verpackungen kontrolliert: Stimmt der Nutri-Score? Sind Warnhinweise für Kinder vorhanden? Wie wird mit Umweltversprechen und gesundheitsbezogenen Aussagen umgegangen? Die Hersteller mussten außerdem Auskunft zur Herkunft der Erdnüsse und zur Beschichtung der Verpackungen geben. Die Preisspanne der getesteten Produkte für 200 Gramm reichte dabei von 82 Cent bis 3,97 Euro – ein breites Feld für den Qualitätsvergleich.
Alnatura und Alesto fallen positiv auf
Die Laborergebnisse zeigen: Wer zu Erdnüssen greift, muss für gute Qualität nicht tief in die Tasche greifen. 15 von 21 Produkten erhielten die Bestnote "sehr gut", fünf weitere schnitten mit "gut" oder "befriedigend" ab. Positiv fällt auf, dass sechs Erdnussprodukte komplett frei von Mineralölrückständen waren – ein Hinweis auf sorgfältige Produktion und saubere Lieferketten. Sehr gut bewertet wurden sowohl Bio-Erdnüsse, etwa die Alnatura Erdnüsse geröstet & gesalzen (2,27 Euro/200 g), als auch günstige Handelsmarken wie die Alesto Erdnusskerne geröstet & gesalzen von Lidl (0,92 Euro/200 g).
Deutlich aus der Reihe tanzen die Bravo Erdnüsse vom Discounter Penny: Sie erhielten von Öko-Test die Note "ungenügend". Der Grund sind stark erhöhte Gehalte an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH) sowie Bisphenol A. MOSH können sich im menschlichen Fettgewebe und in Organen anreichern, ihre langfristigen Auswirkungen sind bisher nicht ausreichend erforscht – erhöhte Werte gelten daher als kritisch. BPA wiederum steht im Verdacht, bereits in kleinen Mengen das Immunsystem zu beeinflussen. Laut Öko-Test überschreitet die BPA-Aufnahme bei einer üblichen Portion der Bravo-Erdnüsse den von der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA als unbedenklich eingestuften Wert deutlich.
Hohe Mengen BPA nachgewiesen
Besonders brisant: Wie BPA überhaupt in die Erdnüsse gelangte, bleibt offen. Klassisch wird die Chemikalie vor allem in Dosenprodukten nachgewiesen, weil Konservendosen häufig mit BPA-haltigen Lacken beschichtet sind – im aktuellen Test waren jedoch alle Weißblechdosen unauffällig. BPA fand sich ausschließlich in Erdnüssen aus Folienbeuteln, und nur ein Produkt wies eine kritische Konzentration auf – ausgerechnet die Bravo-Erdnüsse, deren Standbeutel laut Penny unbeschichtet sein sollen.
Die Rewe-Gruppe vermutet eine Verunreinigung in der Produktion oder Lieferkette, bleibt aber konkrete Antworten schuldig; auch die Herkunftsangabe "Nicht-EU" liefert keine Klarheit. Zusätzlich offenbart der Test ein weiteres Problem: Ein Produkt enthält mehr als das Dreifache des auf der Verpackung deklarierten Salzgehalts. Gerade für Menschen mit Bluthochdruck ist eine verlässliche Nährwertkennzeichnung essenziell – und Fehler bei der Deklaration sind alles andere als eine Bagatelle.
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