Kanadas Premier verteidigt Davos-Rede

Carney rudert nach Kritik an Trump und  Supermächten nicht zurück

Veröffentlicht:

von Benedikt Rammer

Kanadas Premierminister Mark Carney rudert nach seiner Davos-Rede nicht zurück.

Bild: Adrian Wyld/The Canadian Press/AP/dpa


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Kanadas Premierminister Mark Carney hat seine kritischen Aussagen über ungezügelte Supermächte in Davos bekräftigt. Trotz Kritik von einem Trump-Beamten betonte Carney, dass er seine Position klar gegenüber dem US-Präsidenten vertreten habe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mark Carney steht weiterhin hinter seiner kritischen Rede über Supermächte in Davos.

  • Der US-Finanzminister Scott Bessent warf ihm vor, seine Aussagen gegenüber Trump zurückgenommen zu haben.

  • Handelsabkommen zwischen Kanada und China sorgen für Spannungen mit den USA.

Kanadas Premierminister Mark Carney hat betont, dass er zu seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos steht, in der er indirekt die Vereinigten Staaten kritisiert hatte. In einer Pressekonferenz in Ottawa erklärte Carney laut der BBC am Dienstag (27. Januar), dass er seine Worte auch in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump verteidigt habe. "Um das absolut klarzustellen, ich habe dem Präsidenten gesagt, dass ich meinte, was ich in Davos gesagt habe", so Carney.

Die Rede hatte weltweit Aufmerksamkeit erregt, da Carney die USA für eine "Ruptur" in der Nachkriegsordnung verantwortlich gemacht hatte. Trump reagierte darauf mit einer eigenen Rede in Davos, in der er erklärte: "Kanada lebt wegen der Vereinigten Staaten."

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Widersprüche zu Trumps Darstellung

US-Finanzminister Scott Bessent hatte zuvor gegenüber Fox News gesagt, Carney habe seine Aussagen gegenüber Trump "sehr aggressiv zurückgenommen". Carney dementierte diese Darstellung und betonte, dass das Gespräch auf Initiative des US-Präsidenten zustande gekommen sei und beide eine "sehr gute Unterhaltung über eine breite Palette von Themen" geführt hätten.

Zu den angesprochenen Themen zählten unter anderem die Konflikte in der Ukraine und Venezuela, Sicherheitsfragen in der Arktis sowie Kanadas kürzlich abgeschlossene Handelsvereinbarung mit China. Zudem wurde der bevorstehende obligatorische Review des USMCA-Freihandelsabkommens zwischen Kanada, den USA und Mexiko thematisiert.

Handelskonflikt und Kritik an China-Deal

Die Spannungen zwischen Kanada und den USA wurden durch das Handelsabkommen mit China verschärft. Dieses sieht unter anderem vor, dass Kanada die Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge auf 6,1% senkt und die Abgaben auf kanadisches Rapsöl von 85% auf 15% reduziert werden. Bessent kritisierte diesen Schritt scharf und meinte, Carney solle "das Beste für die kanadische Bevölkerung tun, statt eine globalistische Agenda zu verfolgen".

Trump hatte Kanada zudem mit 100%-Zöllen auf Waren gedroht, falls das Land chinesische Produkte erlaubt, die US-Zölle umgehen könnten. Carney wies darauf hin, dass Kanada keine Freihandelsvereinbarung mit China anstrebe und dies auch nie in Betracht gezogen habe. Er vermutete, dass Trumps Drohungen Teil seiner Verhandlungstaktik im Vorfeld der USMCA-Gespräche seien. "Der Präsident ist ein starker Verhandler, und einige dieser Kommentare sollten im größeren Zusammenhang betrachtet werden", sagte Carney abschließend.


Verwendete Quellen:

BBC: "Carney denies walking back Davos speech in phone call with Trump"

Nachrichtenagentur dpa

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