Streit um Arktisinsel
Bundeswehr-Soldaten auf dem Weg nach Grönland – Warten auf Trumps Reaktion
Veröffentlicht:
von Christopher Schmitt:newstime
Tauziehen um Grönland eskaliert
Videoclip • 01:36 Min • Ab 12
"Fundamentale" Meinungsverschiedenheiten hatte das Krisengespräch um Grönland offenbart. Nach Frankreich schickt auch Deutschland Soldat:innen auf die Arktisinsel. Wie wird Donald Trump reagieren?
Das Wichtigste in Kürze
Das Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland verlief ohne Durchbruch, jetzt verstärken europäische Länder ihre militärische Präsenz auf der Arktisinsel.
Auch Deutschland schickt 13 Soldat:innen in die grönländische Hauptstadt Nuuk.
Französische Soldat:innen sollen sich bereits am Vorabend auf den Weg auf die Insel gemacht haben.
Nach einem erfolglosen Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland verstärken Deutschland und weitere europäische Länder ihre militärische Präsenz auf der Arktisinsel. Die Bundeswehr entsendet am Donnerstagmorgen (15. Januar) 13 Soldat:innen in die grönländische Hauptstadt Nuuk, während erste französische Militärangehörige bereits am Mittwochabend (14. Januar) auf dem Weg in das von den USA beanspruchte Gebiet waren.
Gescheitertes Krisengespräch offenbart tiefe Differenzen
Das Gespräch in Washington zum Konflikt um die Arktisinsel endete am Mittwoch ohne Lösung. Laut dem dänischen Außenminister Lars Løkke Rasmussen zeigten sich bei dem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio und US-Vizepräsident JD Vance "fundamentale" Meinungsverschiedenheiten.
US-Präsident Donald Trump nahm nicht an dem Treffen teil. Bislang haben sich weder Trump noch Vance oder Rubio zum Inhalt des Gesprächs geäußert. Trump erklärte gegenüber Journalist:innen lediglich, dass er sich über das Gespräch informieren lassen wolle.
Das deutsche Verteidigungsministerium teilte mit, dass ein Transportflugzeug vom Typ A400M am Donnerstagmorgen die Bundeswehr-Soldat:innen nach Nuuk bringen wird. Die Erkundungsmission wird gemeinsam mit Vertreter:innen weiterer Partnernationen durchgeführt und soll bis Samstag (17. Januar) dauern.
"Ziel ist, die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region zu erkunden, beispielsweise für Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung", heißt es aus dem Verteidigungsministerium.
Die militärische Präsenz erfolgt auf Einladung Dänemarks, das mit Unterstützung von Schweden und Norwegen bereits am Mittwoch seine Militärpräsenz in Grönland erhöht hat.
Frankreichs Beteiligung an "Operation Arctic Endurance"
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teilte auf der Plattform X mit, dass erste französische Militärangehörige bereits unterwegs seien und weitere folgen würden. Er sprach von "gemeinsamen Übungen", die Dänemark unter dem Namen "Operation Arctic Endurance" (auf Deutsch etwa: "Einsatz Arktische Ausdauer") organisiert habe.
Trumps Ansprüche auf Grönland
"Alles andere als ein Grönland in der Hand der Vereinigten Staaten ist 'inakzeptabel'", hatte dagegen Trump am Mittwochmorgen vor dem Krisengespräch auf seiner Plattform Truth Social geschrieben.
Trump erklärte zudem, die Zugehörigkeit zur NATO sei kein ausreichender Schutz, weder für Grönland noch die USA. Die Insel sei elementar für den Aufbau der geplanten Raketenabwehr "Golden Dome", und die NATO solle daher den Weg für eine US-Übernahme der Insel bereiten.
Arbeitsgruppe als Ergebnis des Treffens
Als einziges konkretes Ergebnis des Krisengesprächs nannte Rasmussen die Bildung einer Arbeitsgruppe auf höherer Ebene. Diese soll versuchen, einen gemeinsamen Weg zu finden, der sowohl die amerikanischen Sicherheitsinteressen als auch die "roten Linien" des Königreichs Dänemark berücksichtigt. Die Arbeitsgruppe soll innerhalb von Wochen erstmals zusammenkommen.
Westliche Militärs äußern Bedenken besonders gegenüber Chinas Aktivitäten in der Region. Der Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte in Europa, Alexus G. Grynkewich, erklärte, China trete vor allem im hohen Norden zunehmend aggressiver auf. Chinesische Forschungsschiffe führten unter wissenschaftlichem Deckmantel vermutlich militärische Erkundungen durch. In der letzten eisfreien Jahreszeit seien chinesische Schiffe ungewöhnlich lange vor der Nordküste Alaskas geblieben. Zudem gebe es gemeinsame Patrouillen mit russischen Schiffen.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen
Nachrichtenagentur dpa
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