Hilfsallianz für die Ukraine
Bulgariens Ministerpräsident gegen Brüssel – der neue Orbán von Sofia?
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Insider: Putin will Ukraine-Krieg ausweiten (10. Juli)
Videoclip • 01:10 Min • Ab 12
Der neue bulgarische Regierungschef Rumen Radew erteilt der "Koalition der Willigen" eine klare Absage. Das EU- und NATO-Mitglied will nicht länger den westlichen Kurs der militärischen Ukraine-Unterstützung mittragen.
Das Wichtigste in Kürze
Bulgariens Regierungschef Rumen Radew verweigert den Eintritt seines Landes in die "Koalition der Willigen".
Die Allianz verpflichtet sich zur militärischen Unterstützung der Ukraine im Falle eines russischen Angriffs.
Stattdessen fordert der als Russland-nah geltende Politiker "diplomatische" Lösungen.
Bulgarien schlägt einen neuen außenpolitischen Kurs ein: Ministerpräsident Rumen Radew hat am Rande des französischen Nationalfeiertags in Paris unmissverständlich klargemacht, dass sein Land der "Koalition der Willigen" zur Unterstützung der Ukraine nicht beitreten wird.
"Der Platz von Bulgarien ist nicht dort", erklärte der frühere Kampfjetpilot und Chef der bulgarischen Luftstreitkräfte gegenüber dem Bulgarischen Nationalen Fernsehsender BNT. Die Entscheidung markiert einen deutlichen Bruch mit der Politik früherer Regierungen in Sofia.
Auch in den News:
Radew fordert "diplomatische Mission"
Radew begründete die Absage damit, dass Bulgarien nicht an einer Koalition teilnehmen werde, die auf eine Fortsetzung der finanziellen und militärischen Hilfe für die Ukraine bestehe. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte ihm zuvor eine Einladung zur Beteiligung an der Allianz zukommen lassen.
Der neue Regierungschef setzt auf einen grundlegend anderen Ansatz: "Die Lösung dieses Konflikts liegt nicht in seiner Verlängerung mit militärischen Mitteln, sondern in einer starken diplomatischen Mission, die ein Ende der Eskalation setzt", betonte er. Diese Position steht im Kontrast zu den Plänen der "Koalition der Willigen", die nach Angaben Macrons über eine einsatzbereite multinationale Truppe für die Ukraine verfügt.
Bulgarien erzielt Millionen für indirekte Militärhilfe
Radew, der seit Mai 2026 als Ministerpräsident amtiert, hatte sich bereits als Staatspräsident für eine diplomatische Lösung des Ukrainekriegs eingesetzt. Seine Partei Progressives Bulgarien war im April mit 44,59 Prozent der Stimmen als stärkste Kraft aus der Parlamentswahl hervorgegangen.
Der Ex-General und seine Partei gelten einem Bericht von "t-online" zufolge als russlandfreundlich und skeptisch gegenüber Brüssel. Bereits zuvor hatte sich Radew gegen die Russland-Sanktionen der EU ausgesprochen, da sie Bulgariens Wirtschaft schadeten. "Wir haben bereits genug gegeben, während unser Land weiterhin unter den sozioökonomischen Folgen dieses blutigen Krieges leidet", heißt es von Seiten des bulgarischen Regierungschefs.
Nach Angaben der Deutschen Welle (DW) habe das Land jedoch selbst von der Militärhilfe an die Ukraine profitiert. So soll Bulgarien zwischen 2025 und 2026 rund 3,4 Millionen Euro aus der EU-Friedensfazilität erhalten haben. Außerdem sollen durch Ringtausch-Geschäfte, bei denen Bulgarien seine Waffen an Drittländer verkaufte, weitere Einnahmen von rund 200 Millionen Euro erzielt worden sein.
Die "Koalition der Willigen" umfasst mehr als 35 Länder, die sich Anfang des Jahres in einer Pariser Erklärung darauf verständigt hatten, der Ukraine rechtlich verbindlich zuzusichern, sie im Fall eines erneuten russischen Angriffs nicht allein zu lassen. Die Allianz plant in den kommenden Monaten gemeinsame Manöver in Nachbarländern der Ukraine und will weitere Waffensysteme an Kiew liefern.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
T-Online: "Heißt der neue Orbán Radew?"
DW: "Why is Bulgaria banning arms supplies to Ukraine?"
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