Schockierende Opferzahlen

Bis zu 18.000 Tote: Neue Hinweise auf das Ausmaß der Iran-Proteste

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von dpa

Die Zahl der Todesopfer bei den Massenprotesten im Iran geht nach Schätzungen in die Tausende. (Foto Archiv)

Bild: Uncredited/UGC/AP/dpa


Irans oberster Führer Chamenei bestätigt erstmals Tausende Tote bei tagelangen Protesten im Iran. Je mehr Zahlen trotz einer Internetsperre nach außen dringen, desto höher fallen Schätzungen aus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei den landesweiten Protesten im Iran sollen laut Recherchen britischer Medien weit mehr Menschen getötet und verletzt worden sein als bisher bekannt.

  • Die Daten stammen von Mitarbeitenden großer Kliniken und widersprechen der offiziellen Linie Teherans.

  • Von bis zu 18.000 Toten ist dabei die Rede.

Bei den Massenprotesten im Iran sollen nach Informationen der Zeitung "The Sunday Times" 16.500 bis 18.000 Menschen getötet worden sein. Mitarbeiter in acht großen Augenkliniken und 16 Notaufnahmen im Land hätten die Zahlen zusammengestellt. Demnach sollen weitere 330.000 bis 360.000 Menschen verletzt worden sein. Mindestens 700 bis 1.000 Menschen hätten ein Auge verloren. Allein in der Noor-Klinik, einem Augenkrankenhaus in Teheran, seien 7.000 Augenverletzungen dokumentiert worden.

Berichte über Opfer weichen stark voneinander ab

Irans oberster Führer Ali Chamenei hatte am Samstag erstmals eingeräumt, dass es Tausende Tote während der Proteste gegeben habe. Die Iran-Expertin Holly Dagres von der Denkfabrik Washington Institute erklärte auf X, ein Diplomat habe ihr bestätigt, seine Botschaft halte eine Zahl von 12.000 Todesopfern für zutreffend.

Das in den USA ansässige Aktivistennetzwerk Hrana berichtete auf X, 3.308 Todesfälle seien bestätigt. Weitere 4.382 würden geprüft. Mindestens 24.266 Menschen seien festgenommen worden. Alle Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.


Iran hat Internetsperre verhängt

Die Berichterstattung über die Opfer nach dem gewaltsamen Vorgehen von Sicherheitskräften gegen Demonstrierende ist erschwert, weil die iranische Führung am 8. Januar eine Internetsperre verhängt hat. Eine der wenigen Möglichkeiten, die Blockade zu umgehen, bietet das Satelliten-Internet Starlink von Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX. Aktivist:innen rechnen damit, dass die Opferzahlen weiter ansteigen, sobald mehr Informationen nach außen dringen.

Die Proteste hatten Ende Dezember wegen der dramatischen Wirtschaftskrise und der sehr hohen Inflation begonnen. Sie weiteten sich jedoch schnell zu politischen Demonstrationen gegen das autoritäre System der Islamischen Republik aus.

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