Proteste im Iran

"Unverhältnismäßig" und "brutal": Merz verurteilt Gewalt gegen iranische Demonstranten

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

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Proteste im Iran: Zahl der Toten steigt

Videoclip • 03:26 Min • Ab 12


Im Iran fordern Demonstrierende das Ende des Mullah-Regimes. Hunderte sind Berichten zufolge durch die Gewalt von Sicherheitskräften gestorben. Der Bundeskanzler findet deutliche Worte.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Gewalt bei der Niederschlagung der friedlichen Proteste im Iran als "unverhältnismäßig" und "brutal" verurteilt. Bei seinem Besuch in Indien rief Merz die iranische Führung dazu auf, "ihre Bevölkerung zu schützen, statt sie zu bedrohen". Gewalt sei ein Zeichen der Schwäche und müsse enden, so Merz weiter. "Die Gewalt, die die Führung in Teheran gegen das eigene Volk richtet, verurteilen wir auf das Schärfste."

Der Kanzler äußerte sich anerkennend über den Mut der Demonstrant:innen, die sich friedlich für Freiheit in ihrem Land einsetzen. Das sei, so Merz, ihr gutes Recht. Bereits am Freitag (9. Januar) hatte der CDU-Politiker sich auf der Plattform X "zutiefst besorgt" über die Gewalt bei der Niederschlagung der Proteste im Iran geäußert.

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Hunderte Tote und tausende Festnahmen

Seit Ende Dezember weiten sich die landesweiten Proteste gegen die Regierung im Iran aus. Wie der WDR berichtet, versammeln sich in Städten wie Teheran und Maschhad Menschen, um gegen Korruption, Misswirtschaft und für ein Ende des islamischen Mullah-Regimes zu protestieren. Irans Machthaber Ajatollah Ali Chamenei hatte am Freitag angekündigt, "zerstörerischem Handeln" nicht nachzugeben und hart gegen Demonstrierende durchzugreifen.

Insgesamt protestieren die Menschen bereits in 186 Städten. Bei den Demonstrationen  sind mindestens 540 Menschen gestorben, mehr als 10.000 seien laut Menschenrechtsnetzwerk HRANA festgenommen worden.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

WDR: "'Tod dem Diktator': Was hinter den massiven Protesten im Iran steckt"

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