"Putins Bluthund"

Bericht: Kadyrow braucht nach Nierenversagen Dialyse – Putin sucht bereits Nachfolger

Aktualisiert:

von Max Strumberger, Christopher Schmitt

Die Gesundheit von Ramsan Kadyrow (rechts) ist immer wieder Thema, nun soll seine Niere versagt haben.

Bild: Reuters/Sputnik/Vyacheslav Prokofyev


Die Gerüchte um Ramsan Kadyrows Gesundheitszustand erhalten neue Brisanz: Berichten zufolge braucht der tschetschenische Machthaber nach einem Nierenversagen eine Dialyse. Kürzlich soll er in Moskau wiederbelebt worden sein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Jahren wird über Ramsan Kadyrows Gesundheit spekuliert, doch nun überschlagen sich die Meldungen.

  • Eine ukrainische Nachrichtenagentur berichtet, Kadyrow soll nach einem Nierenversagen eine Dialyse brauchen und der Kreml bereits über seinen Nachfolger diskutieren.

  • In Moskau soll der tschetschenische Machthaber kurz vor dem Staatsrat kollabiert sein, Ärzt:innen sollen um sein Leben gekämpft haben.

Liegt "Putins Bluthund" im Sterben? Infolge eines Nierenversagens hat sich der Gesundheitszustand des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow deutlich verschlechtert, wie die staatliche ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf den ukrainischen Verteidigungsgeheimdienst berichtet. Kadyrow soll sich in seinem Privatkrankenhaus befinden und muss sich einer Dialyse unterziehen. Prognosen könnten die Ärzte aktuell nicht abgeben.

Mitglieder des Familienclans Kadyrows sollen sich bereits am Krankenhaus versammelt haben. Auch aus dem Ausland sollen Clanmitglieder angereist sein, während im Kreml bereits über Kadyrows Nachfolge debattiert wird. Laut Ukrinform zählen zu den wahrscheinlichsten und geeignetsten Kandidaten für die Rolle als Putins Statthalter in Tschetschenien Magomed Daudow, Apti Alaudinow und Ramsans ältester Sohn, Achmat Kadyrow.

"Man konnte ihn in Moskau nur mit Mühe wiederbeleben"

Seit Jahren kursieren Gerüchte über den Gesundheitszustand von Ramsan Kadyrow, in den vergangenen Tagen verdichteten sich die Hinweise auf eine ernste Krise: Laut einem Bericht der exilrussischen Nachrichtenseite "Novaya Gazeta Europe" soll der tschetschenische Machthaber während eines Besuchs in Moskau zu Weihnachten einen medizinischen Notfall erlitten haben.

Demnach sei Kadyrow mit einem Krankenwagen in das Klinikum der russischen Präsidialverwaltung eingeliefert worden – ausgerechnet am Vorabend der jährlichen Sitzung des Staatsrats unter Vorsitz von Wladimir Putin am 25. Dezember. Eine Insiderquelle aus seinem unmittelbaren Umfeld wird mit den Worten zitiert: "Man konnte ihn in Moskau nur mit Mühe wiederbeleben."

Auch über den mutmaßlich dramatischen Eingriff der Ärzt:innen in der Kreml-Klinik wurde diskutiert. Die Mediziner:innen sollen dem Bericht zufolge um das Leben des 49-Jährigen gekämpft haben, nachdem sein Zustand sich akut verschlechtert habe.

Die "Novaya Gazeta Europe" beschreibt eine Situation, in der das medizinische Personal unter hohem Zeitdruck gehandelt haben soll, um einen Zusammenbruch lebenswichtiger Organe zu verhindern. Nach der Notfallbehandlung sei Kadyrow in seine Heimat zurückgeflogen – jedoch zunächst vollständig von der öffentlichen Bildfläche verschwunden.

Kadyrow offenbar unheilbar krank

Schon länger steht der Verdacht im Raum, dass Kadyrow an einer schweren Erkrankung der Bauchspeicheldrüse leidet. Medienberichte sprechen seit Längerem von einer unheilbaren Pankreasnekrose, bei der Bauchspeicheldrüsengewebe abstirbt und es in der Folge zum Multiorganversagen kommen kann.

Eine solche Diagnose würde erklären, warum wiederholt Notfallmaßnahmen nötig werden könnten und weshalb Kadyrow angeblich auf regelmäßige Behandlungen in der Kreml-Klinik angewiesen ist. Offiziell bestreitet er all das: Hinweise auf eine schwerwiegende Erkrankung oder einen schlechten Gesundheitszustand hat Kadyrow bislang stets als unbegründet zurückgewiesen.


Kadyrow Junior erhält Beförderung

Vor diesem Hintergrund erhält eine kürzlich getroffene Personalentscheidung besondere Brisanz: Anfang vergangener Woche (5. Januar) erklärte Kadyrow via Telegram, er habe seinen Sohn Achmat Kadyrow zum amtierenden stellvertretenden Ministerpräsidenten Tschetscheniens ernannt.

"Liebe Freunde, wir haben das Jahr 2026 mit einigen kleinen personellen Veränderungen in der Struktur der Regierung der tschetschenischen Republik begonnen", schrieb er. Kadyrow Junior, bislang Minister für Körperkultur und Sport, soll dieses Amt behalten und zugleich als Vize-Regierungschef agieren.

Sein Vater lobte die "umfangreiche Managementerfahrung" des 20-Jährigen, der "sich bereits als verantwortungsbewusste und effektive Führungskraft bewährt" habe. Inmitten von Berichten über eine dramatische medizinische Notfall-Operation in Moskau wirkt diese Personalrochade für viele Beobachter:innen wie ein Signal: Der seit fast zwei Jahrzehnten herrschende, als "Putins Bluthund" bekannte Kadyrow könnte damit bereits die Weichen für die Zeit nach ihm stellen – während offiziell weiter geschwiegen wird, wie es um seine Gesundheit tatsächlich bestellt ist.


Verwendete Quellen

Ukrinform: "Kadyrov's kidneys fail, Kremlin seeks new leader for Chechen Republic"

ntv: "Kadyrow soll an Nierenversagen leiden"

Tagesspiegel: "'Konnte nur mit Mühe wiederbelebt werden': Wie steht es gesundheitlich um Putins Bluthund Kadyrow?"

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