Polit-Beben

Bas tritt als SPD-Chefin und Arbeitsministerin zurück – Schweitzer soll Nachfolger werden

Aktualisiert:

von Joachim Vonderthann

:newstime

Unionspolitiker fordert Bas' Rauswurf

Videoclip • 01:29 Min • Ab 12


Polit-Beben in Berlin: Die SPD-Vorsitzende und Arbeitsministerin Bärbel Bas gibt alle Ämter auf. Sie nennt private Gründe, aber auch den Koalitionspartner. Ihre Nachfolge soll bereits geregelt sein.

Bärbel Bas tritt überraschend als Arbeitsministerin und als SPD-Chefin zurück. Sie begründete den Schritt in einer öffentlichen Mitteilung mit dem Tod ihrer Stieftochter und mit öffentlichen Angriffen auf sich, auch aus den Reihen des Koalitionspartners, der Union.

Ihre Nachfolge soll der ehemalige SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer aus Rheinland-Pfalz antreten. Dies brachte die Deutsche Presse-Agentur (dpa) in Erfahrung. Zuvor hatten bereits mehrere Medien berichtet.

Bärbel Bas

Bild: Kay Nietfeld/dpa


Bas tritt von allen Ämtern zurück - Vorwürfe an Union

"Nach dem Tod meiner Stieftochter habe ich festgestellt, dass ich Zeit brauche, um die Trauer zu verarbeiten", schrieb Bas in einem von der SPD-Spitze verbreiteten Schreiben am Montagmorgen (12. Oktober). Diese Zeit wolle sie sich ausreichend nehmen. "Darüber hinaus muss ich leider feststellen, dass die öffentlichen Angriffe auf mich, leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners, in dieser für mich persönlich schwierigen Zeit weiter forciert wurden", kritisierte sie zugleich.

"Da ich momentan nicht die Kraft aufbringen kann, kurzfristig meine Regierungs- und Parteiarbeit vollumfänglich auszuüben, habe ich mich entschieden, beide Ämter aufzugeben", erklärte Bas. "Deshalb habe ich meinen Co-Vorsitzenden und Vizekanzler Lars Klingbeil darüber informiert, dass ich mein Amt als Parteivorsitzende mit dem heutigen Tag niederlege. Gleichzeitig habe ich den Bundeskanzler gebeten, mich aus dem Amt der Bundesministerin für Arbeit und Soziales zu entlassen." Sie werde ihr Bundestagsmandat aber weiter behalten.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

Mehr entdecken