Ukraine-Verhandlungen
Alaska-Gipfel ohne Plan: Wie Trump das Putin-Treffen einfädelte
Aktualisiert:
US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin gehen gemeinsam beim G20-Gipfel in Osaka, Japan, am 28. Juni 2019.
Bild: AP
Trump und Putin treffen sich erneut und diesmal auf US-Boden. In Alaska soll am Freitag ein Gespräch unter vier Augen stattfinden. Wie liefen die Vorbereitungen?
Das Wichtigste in Kürze
Das Gipfeltreffen zwischen Trump und Putin findet auf einer US-Militärbasis in Alaska statt.
Das Weiße Haus spricht von einer "Listening Session", bei der Trump Putins Absichten persönlich einschätzen will.
Kritiker:innen bezeichnen den Ort als symbolischen Erfolg für Putin und zweifeln an der Ernsthaftigkeit des Treffens.
Erstmals seit über vier Jahren werden sich US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin am Freitag wieder persönlich begegnen und das ausgerechnet auf amerikanischem Boden. Wie CNN berichtet, ist der Ort des Treffens nun offiziell: Das Gipfeltreffen wird auf dem US-Militärstützpunkt Joint Base Elmendorf-Richardson am Rande von Anchorage, Alaska, stattfinden.
Touristenmassen erschweren Planung
Die Wahl des Veranstaltungsorts stellte US-Verantwortliche vor unerwartete Herausforderungen. Da Alaska im Sommer ein beliebtes Touristenziel ist, waren verfügbare, sichere Orte knapp. Laut CNN wurden unter anderem Standorte in Anchorage, Fairbanks und der Hauptstadt Juneau geprüft, letztlich erfüllte nur die Militärbasis in Anchorage die Sicherheitsanforderungen für ein Treffen dieser Größenordnung.
Spontan und symbolisch: Trumps "Hör-Treffen"
Anders als frühere Gipfel zwischen US- und russischen Präsidenten wird das Treffen nicht durch monatelange diplomatische Vorverhandlungen begleitet. Stattdessen bezeichnete das Weiße Haus den Gipfel als "Listening Session", also als Möglichkeit zum persönlichen Eindruck. Außenminister Marco Rubioerklärte in einem Interview: "Der Präsident sagt: Ich muss diesem Mann ins Gesicht schauen, ihn hören und selbst einschätzen."
Ort mit Geschichte – und Symbolkraft
Die Entscheidung für Alaska ist nicht zufällig: Das Gebiet gehörte bis 1867 zum russischen Reich. Dass Putin einem Treffen auf US-Territorium zustimmt, wurde im Weißen Haus daher als Zeichen der Wertschätzung gewertet. Trump erklärte laut CNN: "Ich finde es sehr respektvoll, dass der Präsident Russlands zu uns kommt, anstatt dass wir in sein Land reisen oder uns an einem Drittort treffen."
Kritik an der Symbolik des Treffens
Doch nicht alle sehen die Wahl positiv. Trumps ehemaliger Sicherheitsberater John Bolton, inzwischen scharfer Kritiker des US-Präsidenten, sagte: "Der einzige bessere Ort für Putin wäre Moskau." Bolton sieht in der Entscheidung einen strategischen Sieg für Russland. Auch die kurzfristige Organisation des Gipfels lässt Kritiker an der Ernsthaftigkeit der Verhandlungen zweifeln. Die russische Seite bestätigte lediglich ein Vorbereitungsgespräch zwischen Außenminister Lawrow und seinem US-Amtskollegen.
Was bisher über Inhalte bekannt ist
Die genauen Inhalte des Treffens sind bislang unklar. Trumps enger Vertrauter Steve Witkoff hatte Putin vergangene Woche in Moskau getroffen – dieses Gespräch soll Auslöser für das bevorstehende Gipfeltreffen gewesen sein. Über Putins Position in dem Gespräch ist wenig bekannt. Trump will im Vorfeld mit europäischen Staats- und Regierungschefs sowie mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefonieren. Ein persönliches Treffen mit Selenskyj in Alaska wird es laut Weißem Haus nicht geben.
Ein vertrauliches Einzelgespräch ist geplant
Laut der US-Regierung soll ein Teil des Treffens unter vier Augen stattfinden, nur Trump, Putin und ihre Dolmetscher. "Das ist Teil des Plans", sagte Pressesprecherin Karoline Leavitt. Da solche Einzelgespräche nicht unüblich sind, sorgt insbesondere Trumps frühere Geheimhaltung gegenüber seinem eigenen Team für Kritik. Auch beim Helsinki-Gipfel 2018 hatte Trump Putin den US-Geheimdiensten gegenüber bevorzugt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin stellte er sich auf dessen Seite und widersprach der Einschätzung seiner eigenen Geheimdienste zur russischen Wahleinmischung. CNN bezeichnete diesen Moment als "bemerkenswert".
Verwendete Quellen:
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