"Unmissverständliches Signal"
AfD-Kandidat zum Bürgermeister in Brandenburg gewählt: Stadtkewitz gewinnt in Zehdenick
Aktualisiert:
von Michael Reimers:newstime
AfD stellt erstmals Bürgermeister in Brandenburg
Videoclip • 01:15 Min • Ab 12
Für die AfD ist es der erste Sieg bei einer Bürgermeisterwahl in Brandenburg: René Stadtkewitz zieht in Zehdenick mit deutlichem Vorsprung ins Rathaus ein.
Das Wichtigste in Kürze:
Der AfD-Politiker René Stadtkewitz hat die Bürgermeisterwahl in Zehdenick gewonnen.
Er ist aktuell der einzige hauptamtliche AfD-Bürgermeister in Brandenburg.
Die Partei spricht von einem "Vorgeschmack" auf weitere Bürgermeister und Landräte der AfD.
Zum ersten Mal ist ein AfD-Kandidat zum hauptamtlichen Bürgermeister einer Stadt in Brandenburg gewählt worden. René Stadtkewitz setzte sich in Zehdenick im Kreis Oberhavel mit 58,4 Prozent der Stimmen durch.
Er ist damit erster direkt gewählter hauptamtlicher AfD-Bürgermeister in Brandenburg. Im Land gab es zwar mit Arne Raue schon einen hauptamtlichen Bürgermeister mit AfD-Parteibuch in Jüterbog – er war jedoch parteiloser Einzelbewerber, als er 2011 gewählt und 2019 wiedergewählt wurde und trat erst im Jahr 2024 in die AfD ein. Im Jahr 2025 wechselte er in den Bundestag.
Der Vorsprung von Stadtkewitz war dabei deutlich: Der FDP-Kandidat Stephan von Hundelshausen kam auf 28,6 Prozent, der parteilose Einzelbewerber Wolf-Gernot Richardt auf 7,8 Prozent und Dennis Latzke von der Partei des Fortschritts auf 5,2 Prozent.
Stadtkewitz war früher CDU-Abgeordneter in Berlin und brach 2010 mit den Christdemokraten. 2024 wurde er AfD-Mitglied.
Vorheriger Bürgermeister wurde abgewählt
Der vorherige Bürgermeister von Zehdenick, Alexander Kretzschmar, war zuvor mit einer großen Mehrheit abgewählt worden. Der Hintergrund: Der parteilose Einzelkandidat hatte sich elf Tage nach seiner Amtseinführung im vergangenen Jahr krankgemeldet – und das war so geblieben. Die Amtsgeschäfte führt seitdem der stellvertretende Bürgermeister Marco Kalmutzke.
Auch in den News:
AfD peilt weitere Wahlsiege an
Der AfD-Landesvorsitzende René Springer bewertete den Wahlsieg als "unmissverständliches Signal". Seine Partei sei "längst keine Protesterscheinung mehr, sondern eine politische Kraft mit starkem Rückhalt in der Bevölkerung", sagte er laut Mitteilung. Das Ergebnis in Zehdenick sei ein "Vorgeschmack" auf weitere Bürgermeister und Landräte der AfD.
Die FDP sprach von einem "Achtungserfolg" ihres Kandidaten, der ein "Angebot aus der Mitte der Gesellschaft" gewesen sei. Der Wahlsieg der AfD trübe die Stimmung jedoch, sagte der Landesvorsitzende Zyon Braun. Nun habe der Protest gesiegt, und es bleibe offen, wohin sich Zehdenick entwickeln werde.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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