Blauhelme im Einsatz

65 Jahre nach dem Berliner Mauerbau: Diese europäische Hauptstadt ist immer noch geteilt

Aktualisiert:

von Christopher Schmitt

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Videoclip • 01:12 Min • Ab 12


Das Land ist bei Urlauber:innen beliebt, doch die Hauptstadt immer noch geteilt. An der EU-Außengrenze schwelt nach wie vor ein Konflikt, den UN und EU beilegen wollen. Nun gibt es neue Hoffnung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bau der Berliner Mauer, der sich am Donnerstag (13. August) zum 65. Mal jährt, war nicht die letzte Teilung einer Stadt innerhalb Europas – aktuell ist immer noch eine Hauptstadt geteilt.

  • Nikosia und ganz Zypern sind durch die sogenannte "Green Line" in die Republik Zypern sowie die nur von der Türkei anerkannten Türkischen Republik Nordzypern (KKTC) geteilt.

  • Im Juli hat UN-Generalsekretär António Guterres angekündigt, dass ein neuer Anlauf genommen wird, den Konflikt durch Verhandlungen beizulegen.

Vor genau 65 Jahren – am 13. August 1961 – zementierte der Bau der Berliner Mauer die Teilung Deutschlands. Sie wurde zu einem Sinnbild für den Kalten Krieg, ihr Fall zu einem historischen Wendepunkt der Geschichte.

Doch innerhalb Europas gibt es nach wie vor eine de facto geteilte Hauptstadt. Die Grenzlinie trennt ein EU-Mitglied von einem Land, das ausschließlich von der Türkei anerkannt wird: Durch Nikosia verläuft die Grenze zwischen der Republik Zypern im Süden der gleichnamigen Insel sowie der türkischen Republik Nordzypern (KKTC).

Die sogenannte "Green Line" verläuft mitten durch die Stadt. Mittlerweile gibt es jedoch wieder Übergänge zwischen dem Nord- und Südteil Nikosias. Von beiden Seiten lässt sich auch die bei Tourist:innen beliebte Altstadt innerhalb der venezianischen Mauern besichtigen. Urlauber:innen, die im Südteil residieren, ist ein Besuch im Norden möglich – EU-Bürger:innen benötigen jedoch einen Personalausweis oder Reisepass. In wenigen Minuten sollte die Kontrolle passiert sein.

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Seit 1974 ist die Insel de facto geteilt

Dennoch: Die Teilung des Eilands besteht seit dem Jahr 1974. Ein Putsch nationalistischer griechischer Zyprer:innen wollte damals eine Vereinigung mit Griechenland erreichen. Dann kam es zu einer türkischen Militärinvasion. Im Jahr 1983 wurde dann die KKTC proklamiert. Bis heute sind mehrere tausend türkische Soldat:innen im Norden des Landes stationiert. Aktuell existiert eine etwa 180 Kilometer lange Pufferzone zwischen beiden Seiten, überwacht von UN-Blauhelmen.

Verhärtete Fronten könnten sich aufweichen

Eine Lösung des Konflikts stellen sich die beiden Konfliktparteien ganz anders vor: Die griechischen Zyprer:innen streben nach einer föderalen Lösung mit zwei Zonen sowie einer starken Zentralregierung. Diese Position wird sowohl von der Europäischen Union als auch von den Vereinten Nationen unterstützt. Ankara und die Führung der türkischen Zyprer:innen erhoffen sich eine Zweistaatenlösung.

Die UN versucht schon lange, im Konflikt zu vermitteln, bislang erfolglos. Zuletzt scheiterte 2017 eine große Gesprächsrunde. Allerdings wurde 2025 erstmals seit 2021 überhaupt wieder verhandelt. Heraus kamen handfeste Maßnahmen, beispielsweise weitere Grenzübergänge, aber auch gemeinsame Klimaprojekte. Im Juli 2026 kam zusätzlich Bewegung in den Konflikt: UN-Generalsekretär António Guterres kündigte eine Neuauflage der sogenannten Fünf-plus-Eins-Konferenz an, zuvor hatte er sich die Zustimmung beider Seiten eingeholt.


Nordzyperns Präsident steht für EU-Annäherung

Hoffnung auf eine Einigung machen auch die letzten Wahlen in Nordzypern, die im Oktober 2025 stattfanden. Der damalige Oppositionsführer Rufan Erhürman (CTP) übernahm das Präsidentenamt von Zweistaaten-Befürworter Ersin Tatar. Erhürman strebt eine föderale Lösung unter UN-Vermittlung an und will den türkischen Norden enger an die EU heranführen.

Zudem war die Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft für die Republik Zypern am 1. Januar 2026 ein symbolisch bedeutender Schritt für die geteilte Insel.


Verwendete Quellen:

Zypern.de: "Nikosía auf Zypern"

Nachrichtenagentur dpa

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