"Polka Dots"
Yayoi Kusama ist tot: Ihre Kunst speiste sich aus ihren Halluzinationen
Veröffentlicht:
von Christopher SchmittPunkte wohin man sieht: Yayoi Kusama machte sie zu ihrem Markenzeichen.
Bild: Kathy Willens/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Ihre berühmten "Polka Dots" machten sie zu einer Ikone der Kunst. Kurz nach ihrem großen Erfolg in Köln ist die japanische Künstlerin Yayoi Kusama verstorben.
Die japanische Künstlerin Yayoi Kusama ist tot. Bereits am 14. August verstarb sie in einem Krankenhaus in Tokio im Alter von 97 Jahren, wie das nach ihr benannte Museum in der japanischen Hauptstadt mitteilte. Als Todesursache wurde Multiorganversagen angegeben.
Kusamas Tod markiert das Ende eines Lebens, das von künstlerischer Brillanz ebenso geprägt war wie von psychischen Kämpfen. Die 1929 in der Kleinstadt Matsumoto in der Präfektur Nagano geborene Künstlerin litt seit ihrer Kindheit an Depressionen und Halluzinationen. Seit 1977 lebte sie freiwillig in einer psychiatrischen Klinik im Tokioter Stadtteil Shinjuku, mit ihrem Atelier direkt gegenüber.
Von Halluzinationen zur Weltkarriere
Ihre Krankheit wurde zur Quelle ihrer Kunst: Kusama sah seit jungen Jahren Punkt- und Netzmuster und fürchtete, sich darin aufzulösen. Diese Visionen verwandelte sie in ihr weltberühmtes Markenzeichen – die "Polka Dots", bunte Punkte, mit denen sie phallische Objekte, Alltagsgegenstände, Installationen und ganze Räume gestaltete. Die Punkte wurden zum Ausdruck ihrer Suche nach Unendlichkeit und Selbstauflösung.
Zwischen 1958 und 1972 lebte und arbeitete Kusama vorwiegend in New York, wo ihre bekanntesten Werke entstanden. Ihren ersten großen Erfolg hatte sie 1959 mit der Ausstellung "Obsessional Monochrome". International bekannt wurde sie 1966 mit dem Happening "Narcissus Garden" bei der Biennale in Venedig, wo sie ohne Genehmigung eine Installation aus 1.500 spiegelnden Kugeln vor der Ausstellungshalle aufbaute.
Auch in den News:
Triumph bis zuletzt
Ihr Lebenswerk fand kurz vor ihrem Tod noch einmal überwältigende Anerkennung: Die Retrospektive im Museum Ludwig in Köln wurde mit über 450.000 Besucher:innen zur erfolgreichsten Ausstellung in der Geschichte des Hauses. Die Schau, die Anfang August endete, zeigte 300 Werke von frühen Kinderzeichnungen bis zur Gegenwart. Spektakulärer Höhepunkt war ein riesiger Raum, durchzogen von gepunkteten Krakenarmen, zwischen denen Besucher:innen umherlaufen konnten.
Kusama zählt zu den wichtigsten japanischen Künstlerinnen der Nachkriegszeit. Ihr Werk wurde in bedeutenden Museen und Galerien weltweit ausgestellt. Neben ihren Punkten wurden auch ihre niedlichen Kürbis-Skulpturen zu einer Ikone hypnotischer Kunst.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Verhandlung dauert länger
Neue Wende im Fabian-Prozess in Rostock: Gericht setzt weitere Termine an

Ernüchternde Ergebnisse
Vollwaschmittel im Öko-Test: Bio-Produkt lässt alle hinter sich

Klima
El Niño wird wohl auch 2027 zum Rekordjahr machen

Lebensmittel-Check
Olivenöl im Test: Viele "nativ extra"-Produkte sind schlecht

Verbraucherzentralen klären auf
Tofu, Sojadrinks und Co.: Wie gesund Soja-Produkte tatsächlich sind

Apokalyptische Szenen
Schwere Sturzflut: Hunderte Touristen in Nepal vermisst


