Ostfriesische Insel
Wangerooge: Herbststürme reißen "gewaltiges Loch" in den Badestrand – Mega-Schaden droht
Aktualisiert:
von Emre Bölükbasi:newstime
Nordsee-Insel Memmert könnte bis 2100 verschwinden (24. August)
Videoclip • 01:03 Min • Ab 12
Kaum hat die Sturmflutsaison begonnen, schlägt die Nordsee zu: Zwei Flutereignisse haben den Hauptbadestrand der Nordseeinsel Wangerooge schwer getroffen. Was das für die Insel bedeutet.
Wo wenige Wochen zuvor noch Urlauber:innen in der Herbstsonne saßen, klafft nun ein gewaltiges Loch. Die ersten Herbststürme haben den Hauptbadestrand der ostfriesischen Insel Wangerooge massiv beschädigt. Nach Angaben der Kurverwaltung fehlen bereits mehr als 40.000 Kubikmeter Sand. Es ist die Rede von einem "gewaltigen Loch".
Zwei leichte Sturmfluten trafen die niedersächsische Nordseeküste und die Ostfriesischen Inseln am Sonntag (25. Oktober) und Montag (26. Oktober) der vergangenen Woche. Am Pegel Norderney Riffgat stieg das Wasser bis auf 1,85 Meter über dem mittleren Tidehochwasser, am Pegel Spiekeroog sogar auf 1,91 Meter. Gemessen an diesen Werten handelt es sich um vergleichsweise moderate Ereignisse – doch die Wirkung auf Wangerooges Strand war erheblich.
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Für die Gemeinde Wangerooge bedeuten die Stürme einen großen finanziellen Kraftakt. (Archivbild)
Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Finanzieller Kraftakt für die kleine Inselgemeinde
Für die Inselgemeinde bedeutet das bereits jetzt einen massiven finanziellen Druck. Kurdirektorin Rieka Beewen beziffert die absehbaren Kosten für die Wiederherstellung des Strandes bis zur nächsten Badesaison auf über 300.000 Euro – und betont, dass diese Last aus dem Haushalt der Kurverwaltung allein kaum zu schultern sei. Die Insel hofft deshalb auf finanzielle Unterstützung durch das Land Niedersachsen und den Landkreis Friesland.
Für Wangerooge ist der Badestrand kein Luxus, sondern wirtschaftliche Lebensader: Ohne intakten Strand kein funktionierender Tourismus – und ohne Tourismus keine Einnahmen für die rund 1.300 Einwohner:innen zählende Insel.
Betroffen ist nicht nur der Badestrand
Auch der Küstenschutz registriert Sandverluste: An den sogenannten Nord-Ost-Dünen, wo erst 2025 ein Sanddepot zum Schutz der Dünen aufgefüllt worden war, beträgt der mittlere Sandverlust rund vier Meter. Eine erneute Aufspülung könnte dort bereits 2027 nötig werden.
Wangerooge ist nicht allein. Auf nahezu allen ostfriesischen Inseln – darunter Norderney, Borkum, Juist, Langeoog und Spiekeroog – verzeichneten die Küstenschützer Sandabbrüche vor Schutzdünen. Nur Baltrum blieb verschont. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gibt allerdings Entwarnung, was die Sicherheit betrifft: Die Sturmflutschutzfunktion der Schutzdünen sei auf allen betroffenen Inseln vollständig gegeben, eine Gefährdungslage bestehe nicht.
Die Sturmfluten der vergangenen Tage haben auch auf Norderney viel Sand weggespült und für hohe Abbruchkanten gesorgt.
Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
Was die Lage für Wangerooge besonders ernst macht: Die Sturmflutsaison, die üblicherweise von Oktober bis April dauert, hat gerade erst begonnen. Ob und in welchem Umfang weitere Küstenschutzmaßnahmen erforderlich sein werden, ist laut NLWKN noch offen. Die Insel und ihre Kurverwaltung blicken deshalb mit Sorge auf die kommenden Monate – und auf die Frage, wer am Ende die Rechnung für den nächsten Frühling bezahlt.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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