Schwierige Datenlage

Wal Timmy laut Meeresmuseum mit "hoher Wahrscheinlichkeit" tot

Aktualisiert:

von Max Strumberger, Christopher Schmitt

:newstime

Heftige Vorwürfe nach Wal-Rettung

Videoclip • 34 Sek • Ab 12


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Wo ist Timmy? Das Deutsche Meeresmuseum teilt in einem Statement mit, man müsse vom Tod des Buckelwals ausgehen. Zuvor hatte ein GPS-Tracker nicht wie gewünscht funktioniert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tagelang kämpften Helfer um das Leben von Buckelwal "Timmy", der vor der Insel Poel gestrandet war.

  • Einem Statement des Deutschen Meeresmuseums zufolge, müsse man vom Tod des Wals ausgehen.

  • Doch ein offenbar fehlerhafter Peilsender, umstrittene Entscheidungen an Bord und kritische Expert:innen schüren neue Zweifel.

Auch nach seiner Rettung aus der Bucht vor der Insel Poel beschäftigt Buckelwal Timmy weiter die Menschen. Tage danach bleibt die Öffentlichkeit aber im Unklaren über das Schicksal des Meeressäugers. In einem Statement des Deutschen Meeresmuseums heißt es, es sei "mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er nicht genug Kraft besaß, um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen und nicht mehr lebt".

Die Datenlage ist schwierig, obwohl ein Peilsender an Timmys Finne befestigt wurde. Das Problem: Der GPS-Tracker funktioniert offenbar nicht richtig. "Wir wissen nicht, ob der GPS-Sender beschädigt worden ist bei der Aktion, als unsere Leute nicht dabei gewesen sind", sagte Constanze von der Meden, die Anwältin der privaten Rettungsinitiative.

"Wir haben Daten bekommen, also es gibt immer wieder Daten, aber es funktioniert nicht so, wie es funktionieren soll, und das muss eben momentan noch aufgeklärt werden", so von der Meden. Zuletzt wurde Timmy im Skagerrak, dem nordöstlichen Teil der Nordsee, registriert. Zuvor war der Wal in einer umstrittenen Aktion aus einem mit Wasser gefüllten Lastkahn ins offene Meer entlassen worden. Die private Rettungsinitiative spricht von einer voreiligen und chaotischen Entscheidung der Schiffsbesatzung, die den Einsatz offenbar beenden wollte. Dabei soll der Wal leichte Blessuren erlitten haben. Seitdem ist seine genaue Position unklar.


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Sender zeigt keine Vitaldaten

Der GPS-Sender liefert nach Angaben von Initiatorin Karin Walter-Mommert nur eingeschränkt Standortdaten. Letzte Signale vom Samstagnachmittag (2. Mai) deuten aber darauf hin, dass der Wal in die "richtige Richtung" geschwommen sei – Richtung Nordwesten, zur norwegischen Atlantikküste. Gleichzeitig sollen weiter Daten zur Atmung nach Tauchgängen übertragen worden sein. Greenpeace-Experte Thilo Maack betont allerdings, ein GPS-Tracker übermittle keine echten Vitaldaten.

Die spektakuläre Rettungsaktion war von Walter-Mommert und Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz maßgeblich finanziert worden und hatte zuvor scharfe Kritik von Fachleuten ausgelöst. Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern, das die frühen Rettungsversuche koordiniert hatte, erklärte den Transport mit der Freilassung in der Nordsee für abgeschlossen, mahnte aber an, die Daten des Peilsenders den Behörden zugänglich zu machen. Ressortchef Till Backhaus (SPD) verteidigte das Vorgehen mit Verweis auf "bestes Wissen und Gewissen".

Auch in den News:

Experte gibt Timmy nur geringe Überlebenschancen

Wissenschaftler:innen bleiben skeptisch. Meeresbiologe Fabian Ritter spricht erst dann von einer gelungenen Rettung, wenn der Wal über Tage oder Wochen normales Verhalten zeigt. Greenpeace schätzt die Überlebenschancen des im Atlantik heimischen Tieres als "minimal" ein. Timmy hatte sich offenbar in Netzen verfangen, trug deren Reste im Maul und strandete seit Anfang März mehrfach vor der deutschen Ostseeküste, bevor er wochenlang in einem Seitenarm der Wismarer Bucht nahe der Insel Poel festlag.



Verwendete Quellen:

Pressemeldung Deutsches Meeresmuseum: "Datenübermittlung Buckelwal"

Bild: "Wal mit hoher Wahrscheinlichkeit tot"

Nachrichtenagentur dpa

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