Absturz veränderte Luftfahrt
Verschollener Pan-American-World-Airways-Flieger entdeckt
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Spektakulärer Wrackfund in der Nordsee
Videoclip • 29 Sek • Ab 12
Taucher-Drohnen haben das Wrack eines Pan-Am-Flugzeugs gefunden, das 1952 vor Puerto Rico ins Meer gestürzt ist. Der Absturz kostete 52 Menschen das Leben – und veränderte die Luftfahrtsicherheit für immer.
Das Wichtigste in Kürze
Das Wrack des 1952 abgestürzten Pan-Am-Flugzeugs "Clipper Endeavor" ist vor Puerto Rico gefunden worden.
Bei dem Unglück starben 52 Menschen, obwohl zunächst alle den Absturz überlebt hatten.
Die Tragödie um die Pan-Am-Maschine veränderte die Luftfahrt für alle Zeiten.
Pan-Am-Flugzeug nach 74 Jahren entdeckt
Dieser Fund hat Jahrzehnte auf sich warten lassen: Im Juni hat eine Unterwasser-Sonar-Drohne das Wrack des Pan-American-World-Aiways-Flugzeugs "Clipper Endeavor" entdeckt – in rund 600 Metern Tiefe vor der Küste von Puerto Rico. Die Maschine war am 25. April 1952 kurz nach dem Start abgestürzt, nachdem zwei Triebwerke ausgefallen waren. 52 Menschen kamen dabei ums Leben. 39 Leichen wurden nie geborgen.
Das Wrack der DC-4 wurde von einem Roboter-Sonar-Gerät lokalisiert, das Rumpf und Heck auf dem Meeresgrund aufspürte. Die Suche war von der Air/Sea Heritage Foundation unter der Leitung ihres Präsidenten Russ Matthews koordiniert worden, wie der "Guardian" berichtet. Matthews war demnach 2019 auf den Fall aufmerksam geworden, als er einen Artikel über ein Gepäckanhänger des Fluges las, der an der Küste Floridas angespült worden war.
Panik nach der Notlandung auf dem Wasser
Was den Absturz der Clipper Endeavor besonders tragisch macht: Alle 69 Insassen überlebten zunächst die Notlandung auf dem Wasser. Doch dann brach Panik aus. Viele Passagier:innen konnten ihre Schwimmwesten nicht finden, die Besatzung hatte Schwierigkeiten, die Rettungsinseln herauszuholen. Innerhalb weniger Minuten sank das Flugzeug. 52 Passagiere starben. Nur zwölf Insassen und alle fünf Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden.
Das Unglück veränderte die Luftfahrt für immer
Der Absturz führte zu weitreichenden Reformen in der Luftfahrtbranche. Direkte Folge war die Einführung der Sicherheitseinweisungen, die heute vor jedem Flug selbstverständlich sind: Flugbegleiter:innen erklären Passagier:innen vor dem Start die Lage der Notausgänge sowie den Umgang mit den Schwimmwesten. Was heute wie eine Routine wirkt, geht auf die Katastrophe der "Clipper Endeavor" zurück.
Luftfahrtsicherheitsexperte John Cox, Pilot und Gründer von Safety Operating Systems, erklärt laut "Guardian" die historische Bedeutung des Unglücks: "Dieser Absturz wurde ein Katalysator und trieb wichtige Sicherheitsschritte voran – bessere Schwimmausrüstung und die Einführung der Sicherheitseinweisungen vor dem Abflug. Er ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Luftfahrtsicherheit, wie wir sie heute kennen. Damals war er ein Weckruf."
Auch in den News:
Ein entscheidender Fund in Puerto Rico
Der Schlüssel zur Lokalisierung des Wracks lag in Gerichtsakten aus Puerto Rico, wo nach dem Absturz eine Anhörung stattgefunden hatte. Dort fand sich dem Bericht zufolge eine Karte mit einer Schätzung der Absturzstelle, die von US-Luftwaffen-Piloten erstellt worden war, die das Unglück aus der Luft beobachtet hatten.
Matthews’ Team kombinierte diese historischen Unterlagen mit Wetterdaten aus der Nacht des Absturzes und erstellte daraus eine Suchkarte mit einem Radius von rund 18 Quadratkilometern. Die Unterwasserdrohne des Tiefsee-Explorationsunternehmens Deep Sea Vision fand das Wrack bereits beim ersten Suchdurchlauf.
Die Entdeckung nährt Hoffnung für Angehörige anderer ungeklärter Flugzeugabstürze. Besonders im Fokus steht dabei das Verschwinden von Flug MH370 der Malaysia Airlines, das im Jahr 2014 mit 269 Menschen an Bord spurlos verschwand.
Verwendete Quellen:
Guardian: "Wreckage of 1952 Pan Am plane crash that changed air safety found near Puerto Rico"
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